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Corona-Abstrichtest auf akute Erkrankung (PCR)

Der Nachweis für SARS-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Es wird getestet, ob der Abstrich Erbgut des Virus enthält. In für die entsprechenden Verfahren geprüften Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Der vollständige Name lautet “Real-time Reverse Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion” (englisch abgekürzt RT-PCR). Dieses Nachweisverfahren ist extrem genau. Im Prinzip reicht das Vorliegen einer einzigen Viruskopie, um den Test positiv werden zu lassen. Das Gerät vervielfältigt das wenige genetische Material der Probe in mehreren Zyklen. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe sieht man, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht. Der reine Labornachweis dauert zwischen vier und fünf Stunden. Der gesamte Prozess dauert länger: Von der Probenentnahme bis zu den vorliegenden Ergebnissen vergehen insgesamt zwischen 24 und 48 Stunden.

Diese Corona-Tests versuchen, bestimmte Bereiche der viralen RNA, meist zwei oder mehr spezifische Gene, nachzuweisen. Liegen diese vor, fällt der Test positiv aus. Je mehr Genabschnitte untersucht werden, desto genauer ist der Test. Ursache dafür ist, dass Coronaviren – wie andere Viren auch – mutieren und sich damit ihre RNA-Abschnitte verändern können. Bisher wird allerdings angenommen, dass das neue Coronavirus sich nicht so schnell verändert wie beispielsweise die üblichen Grippeviren. Zu Beginn des Ausbruchs hat sich in China gezeigt, dass Abstriche aus den unteren Atemwegen zu negativen Ergebnissen führten, obwohl die Testpersonen bereits erkrankt waren. In der frühen Phase der Infektion sollen die Proben daher aus den oberen Atemwegen, also dem Rachen oder dem Nasenraum, entnommen werden. Hierbei muss genug Material gesammelt werden, eine kurze Berührung mit dem Wattestäbchen reicht dafür nicht aus.

Wann ist ein Abstrich vor einer Reise notwendig?

Zahlreiche Länder verlangen für die Einreise den Nachweis eines negativen Corona-Tests. Auf diese Art kann eine Quarantäne vermieden werden. Sie sollten sich vor der Abreis erkundigen, ob diese Auflage für Ihr Reiseziel gilt. Dasselbe trifft auch für einige Fluglinien und manche Hotels zu. In der Regel darf das Test-Zertifikat nicht älter als 72 Stunden sein, manchmal gilt auch nur eine Frist von 48 Stunden. Wir datieren unsere Zertifikate zu dem Zeitpunkt, an dem das Testergebnis vorliegt und die Bescheinigung versendet werden kann.

Wann muss ich nach meiner Rückkehr in Quarantäne?

Sie müssen in Quarantäne, wenn Sie sich innerhalb von 14 Tagen vor Ihrer Rückkehr nach Deutschland in einem Risikogebiet nach Definition des Robert-Koch-Instituts aufgehalten habt. Die tagesaktuelle Liste der internationalen Risikogebiete finden Sie auf der Webseite des RKI.
Entscheidend ist einzig, ob das Land am Tag Ihrer Rückkehr nach Deutschland auf der Liste steht. Sie müssen also auch in Quarantäne, wenn das Land zwischen Ihrem Aufenthalt und der Rückkehr nach Deutschland auf die Liste gesetzt wurde. Das ist besonders bei Rundreisen zu beachten. Andersherum bleibt die Quarantäne-Pflicht aber bestehen, wenn das Land nach Ihrer Rückkehr von Liste gestrichen wird. Die Quarantäne kann durch Vorlage eines negativen Corona-Tests abgekürzt werden.

Was bedeutet Quarantäne?

Quarantäne bedeutet, dass Sie sich nach Ihrer Ankunft unverzüglich für 14 Tage nach Hause oder in eine andere passende Unterkunft (z.B. Ferienwohnung) begeben müssen. Die genauen Quarantäne-Bestimmungen hängen vom jeweiligen Bundesland ab. In der Regel dürfen Sie für diesen Zeitraum Ihre Unterkunft nicht verlassen und auch keinen Besuch empfangen. Zudem sind Sie verpflichtet, das lokale Gesundheitsamt kontaktieren und auf Ihre Einreise hinzuweisen.

Welche Ausnahmen von den Quarantäne-Auflagen gibt es?

Einreise nach Corona-Test

Die wohl derzeit einfachste Möglichkeit der Quarantäne zu entgehen, ist sich vor der Einreise auf Covid-19 testen zu lassen. Wer einen molekularbiologischen Test (PCR-Test) aus einem akkreditierten Labor nachweisen kann, der höchsten 48-72 Stunden vor der Einreise durchgeführt wurde, ist von sämtlichen Quarantäne-Vorschriften befreit. Zudem kann nach Rückkehr nach Deutschland ebenfalls ein Test durchgeführt werden, der dann von der Quarantänen-Pflicht entbindet, sobald ein negatives Ergebnis vorliegt.

Länderspezifische Ausnahmen

Die Quarantäne-Vorschriften werden von den Bundesländern erlassen. Das heißt, es gibt 16 verschiedene Verordnungen. Diese werden zwar harmonisiert, sind aber nicht zwangsläufig identisch. Zeitweise musste man beispielsweise bei der Rückreise aus Schweden in Bayern in Quarantäne, nicht aber in Nordrhein-Westfalen, da in letzterem eine Ausnahme für EU-Länder bestand.
Weitere Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht gibt es für bestimmte Gruppen von Reisenden, wie zum Beispiel Geschäftsreisenden, medizinisches Personal und Reisende, welche sich nur kurzfristig im Ausland aufgehalten haben. Touristische Reisen in Risikogebiete gehören jedoch nicht dazu.

Was ist eine Reisewarnung?

Eine Reisewarnung ist ein dringender Appell des Auswärtigen Amtes auf Reisen in ein Land oder Teile eines Landes zu verzichten. Sie wird nur ausgesprochen, wenn im Reiseland eine akute Gefahr für Leib und Leben von Reisenden besteht. Im Falle einer Reisewarnung werden deutsche Staatsbürger im betroffenen Gebiet zudem zur Ausreise aufgefordert und gegebenenfalls evakuiert. Ist das Risiko geringer, wird lediglich ein Reise- oder Sicherheitshinweis ausgesprochen. Insgesamt sind solche Warnungen relativ selten. Vor der Coronakrise wurden Reisewarnungen vor allem für Länder ausgesprochen, in denen man durch Krieg und Gewalt als Ausländer um sein Leben fürchten muss, wie beispielsweise Afghanistan, Somalia und Syrien.
Es ist nicht ganz ersichtlich, ob sich das Auswärtige Amt in der Coronakrise an die eigenen Begriffsdefinitionen hält. Derzeit besteht eine Covid-19-Reisewarnung für die meisten außereuropäischen Länder, auch für solche mit sehr geringen Fallzahlen. Es ist schwer verständlich, wieso in Ländern mit guten Gesundheitssystemen und niedrigen Infektionszahlen wie Neuseeland und Taiwan eine akute Gefahr für Leib und Leben bestehen soll. Vielmehr scheint die Motivation hinter der Warnung zu sein, zu verhindern, dass Deutsche im Ausland stranden, sollten im Falle eines Anstiegs der Fallzahlen die Grenzen wieder geschlossen werden. Ein zweiter Grund dürfte sein, die Verbreitung des Virus durch unnötiges Reisen zu unterbieten.

Darf ich in ein Land mit Reisewarnung reisen?

Selbstverständlich. Eine Reisewarnung stellt, lediglich eine Warnung, aber kein Reiseverbot dar. Es besteht kein Risiko auf eine Strafe, wenn man sich nicht an eine Reisewarnung hält. Das wurde auch durch den zuständigen Minister klargestellt.
Grundsätzlich kann der Staat die Reisefreiheit von Staatsbürgern nur einschränken, wenn durch die geplanten Reisen „die innere oder äußere Sicherheit (…) der Bundesrepublik gefährdet wird“ (§ 7 PassG). In diesem Fall muss aber den Reisewilligen aktiv von Seiten der Behörden der Reisepass entzogen werden. Es ist bisher kein Fall bekannt, in welchem dies aufgrund des Coronavirus geschehen ist.

Bin ich versichert, wenn ich trotz Reisewarnung reise?

Reisewarnungen werden meist wohlbedacht und mit gutem Grund ausgesprochen. Sie werden von Experten im Auswärtigen Amt und den deutschen Auslandsvertretungen erstellt und bieten eine gute Orientierung für die jeweilige Sicherheitslage vor Ort. Die meisten Reiseversicherungen schließen den Versicherungsschutz für Ziele mit Reisewarnung aus. Entscheidend ist, ob eine Reisewarnung bei Einreise besteht. Das bedeutet üblicherweise: Auf Reisen in Gebiete, für die zum Zeitpunkt Ihrer Einreise eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland besteht, sind Sie nicht versichert. Wenn Sie sich bei Bekanntgabe einer Reisewarnung bereits vor Ort befinden, endet der Versicherungsschutz 14 Tage nach Bekanntgabe der Reisewarnung. Wenn Sie die Reise nicht beenden können aus Gründen, die Sie nicht zu vertreten haben, sind Sie über diesen Zeitraum hinaus versichert.

Wir bieten in Zusammenarbeit mit unseren Labordienstleistern sowohl Antikörpertests als auch Abstrichtests zum Ausschluss einer akuten Erkrankung in all unseren Reisepraxen an!
Bei akuten Symptomen wenden Sie sich bitte an die vorgesehenen behördlichen Stellen, damit Sie sich an einer Teststelle der Gesundheitsämter umsonst testen lassen können.

BCRT - Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin ist eine Firmierung der Praxis Prof. Dr. Jelinek an den jeweiligen Standorten der Reisepraxen. Der Behandlungsvertrag kommt ausschliesslich mit Prof. Dr. Jelinek zustande.