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Masern als "Reisesouvenir": CRM rät vor allem Erwachsenen vor Auslandsreisen Impflücken zu schließen

09.12.2019   Meldungen

Düsseldorf, Dezember 2019 – Maserninfektionen sind weltweit auf dem Vormarsch. Besonders betroffen sind einige afrikanische Länder wie die Demokratische Republik Kongo und Nigeria, aber auch beliebte Fernreiseziele wie Thailand oder Neuseeland. Auch in Europa ist die Verbreitung der Masern zum Teil besorgniserregend: So ist beispielsweise in der Ukraine die Zahl der Maserninfektionen seit Ende Dezember letzten Jahres auf etwa 58.800 gestiegen, 20 Menschen sind verstorben. Vermeintlich harmlose Kinderkrankheiten betreffen oft auch Erwachsene. Gerade bei den nach 1970 Geborenen gibt es Lücken beim Masernimpfschutz. Experten vom CRM Centrum für Reisemedizin raten dringend, Reisen ob beruflich oder privat als Anlass zu nehmen, den Masernimpfstatus prüfen zu lassen und Impflücken zu schließen.

Masern sind hochansteckend – und zwar schon drei bis fünf Tage bevor ein Erkrankter Symptome der Infektion zeigt. Typisch für Masern ist ein Ausschlag mit roten Flecken, auch makulopapulöses Exanthem genannt. “Eine Maserninfektion kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen einen schweren Verlauf nehmen. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündung können auftreten”, betont Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

In Deutschland treten derzeit fast die Hälfte der Maserninfektionen bei Erwachsenen auf. Das Robert Koch-Institut verzeichnete 2018 insgesamt 543 Masernfälle in Deutschland. Von allen Masernerkrankungen traten 31 Prozent der Erkrankungen in der Altersgruppe der 0- bis 9-Jährigen und 23 Prozent bei den 10- bis 19-Jährigen auf. 36 Prozent fielen auf die Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen. Rund sieben Prozent waren zwischen 40 und 49 Jahre alt und vier Prozent der an Masern Erkrankten waren über 50 Jahre alt.

“Vor Auslandsreisen sollte jede und jeder den Impfstatus aller impfpräventablen Er-krankungen prüfen lassen”, betont Jelinek. “Da Masernviren besonders ansteckend sind, ist dringend geraten, spätestens 15 Tage vor der Reise eine eventuell fehlende Masernimpfung nachzuholen”, so der Experte. Ein vollständiger Masernimpfschutz besteht nach zweimaliger Impfung. Der Impfkalender der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die erste Masernimpfung für Kinder im Alter von 11 bis14 Monaten und die zweite zwischen 15 bis 23 Monaten. Geimpft wird mit einem Lebendimpfstoff. Da derzeit in Deutschland kein Monoimpfstoff gegen Masern zugelassen ist, wird mit einer gegen drei oder vier Erkrankungen gleichzeitig wirkenden Vakzine geimpft: MMR (Mumps, Masern, Röteln) beziehungsweise MMRV (Mumps, Masern, Röteln und Windpocken).

Masern können ausgerottet werden. Dafür müssten 95 Prozent der Bevölkerung immun sein – entweder durch eine Impfung oder weil sie eine Masernerkrankungen durchgemacht haben. Das ist in Deutschland noch nicht der Fall.

Das Mitte November vom Bundestag verabschiedete Masernschutzgesetz soll die Durchimpfungsquote bei Kindern verbessern. Es sieht vor, dass alle Kinder beim Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule beide von der STIKO empfohlenen Masernimpfungen oder eine Immunität durch eine durchlebte Maserninfektion vorweisen müssen. Die Nachweispflicht gilt aber auch für bestimmte Erwachsene: sches Personal, Erzieher, Lehrer sowie Tagepflegepersonen, die nach 1970 geboren sind. “Wichtig ist jetzt, dass sämtliche Erwachsene ermuntert werden, ihren Masern-impfschutz überprüfen zu lassen. Jede Reise ist dafür ein guter Anlass, fasst Jelinek zusammen.

Quellen:
Infektionsepidemiologisches Jahrbuch für 2018. Robert Koch-Institut. 1. August 2019.
https://www.who.int/news-room/detail/05-12-2019-more-than-140-000-die-from-measles-as-cases-surge-worldwide

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Größter dokumentierter Ausbruch von Dengue-Fieber in Mittel- und Südamerika

25.11.2019   Meldungen

Düsseldorf, November 2019 – Mittel- und Südamerika sowie die Karibik erleben derzeit einen massiven Ausbruch von Dengue-Fieber. Bis Mitte Oktober wurden nach Angaben der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) mehr als 2,7 Millionen Fälle registriert, es kam zu rund 1.200 Todesfällen. Es ist der bislang größte dokumentierte Ausbruch von Dengue-Fieber in der Region. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden, sich vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken mit mückenabweisenden Substanzen und passender Kleidung zu schützen.

Die PAHO geht aktuell von 2.733.635 Fällen von Dengue-Fieber seit Jahresbeginn bis Mitte Oktober aus. Darunter sind rund 22.000 schwere Fälle, 1206 Betroffene sind verstorben. Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Brasilien verzeichnen derzeit die höchsten Fallzahlen.

Dengue-Fieber wird durch Viren ausgelöst, welche durch tagaktive Stechmücken auf den Menschen übertragen werden. Derzeit gibt es noch keine für Reisende zugelassene Impfung gegen die vier verschiedenen Virustypen des Dengue-Fiebers. “Deshalb sollten Reisende in Verbreitungsregionen sich stets sorgfältig vor Mückenstichen schützen”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Das CRM empfiehlt Reisenden, helle und möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und dünne Stoffe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren, da Moskitos durch feine Gewebe hindurchstechen können. Auf freie Hautstellen sollte ein Mückenschutzmittel
mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens
30 Prozent aufgetragen werden. Diese Repellents schützen mindestens drei Stunden lang gegen die meisten stechenden Insekten; danach müssen sie erneut aufgetragen werden. Auch wenn die Überträgermücke des Dengue-Fiebers überwiegend tagsüber und in der Dämmerung aktiv ist, empfiehlt es sich zusätzlich, nachts unter Moskitonetzen zu schlafen.

Eine Infektion mit dem Dengue-Virus verläuft in vielen Fällen asymptomatisch. Treten Symptome auf, so sind diese grippeähnlich: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Druckschmerz hinter den Augen; oft kommt es auch zu einem vorübergehenden Hautausschlag. “Wer während oder nach einer Reise in tropische oder subtropische Regionen grippeähnliche Symptome hat, sollte unmittelbar einen Arzt aufsuchen”, rät Professor Jelinek.

Eine erste Infektion mit dem Dengue-Virus verläuft oftmals mild, daher sind Reisende selten von schweren Krankheitsverläufen betroffen. Nach der Infektion ist man gegen den verursachenden Virus-Typ resistent. Bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Virustyp kann die Krankheit allerdings schwerer verlaufen. “Wir empfehlen deshalb, sich bei einer weiteren Reise in ein Dengue-Gebiet besonders vorsichtig zu verhalten”, betont Jelinek.

Quellen:
PAHO Epidemiological Update Dengue 11. November 2019.

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CRM rät Reisenden zu Schutz vor Dengue-Fieber in Lateinamerika und Karibik

21.08.2019   Meldungen

Düsseldorf, August 2019 – In Lateinamerika und der Karibik grassiert das Dengue-Fieber 2019 wieder stärker als in den letzten beiden Jahren. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden dringend, sich vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken mit mückenabweisenden Substanzen und entsprechender Kleidung zu schützen.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in Lateinamerika und in der Karibik mehr als zwei Millionen Menschen an Dengue-Fieber erkrankt und mehr als 700 sind daran gestorben. “Wir raten Reisenden in diese Regionen daher immer, sich vor den Überträger-Mücken zu schützen”, sagt Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Vor allem Brasilien, Mexico, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Belize, Kolumbien, El Salvador, Paraguay und Venezuela melden hohe Erkranungszahlen. Alleine in Brasilien gab es bisher schon weit mehr als 800 000 bestätigte Dengue-Fälle. An das Robert-Koch-Institut in Berlin wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 643 Dengue-Infektionen gemeldet. Die meisten Reisenden haben sich zwar in Thailand infiziert, aber auch Touristen aus Süd- und Mittelamerika sind betroffen: Sie haben sich vor allem in Brasilien, auf Kuba oder in Mexiko angesteckt.

Das Dengue-Fieber wird durch ein Virus ausgelöst, das mit Hilfe einer tagaktiven Stechmücke übertragen wird. Im Moment gibt es noch keine für Reisende zugelassene Impfung gegen die vier verschiedenen Virustypen. Deshalb empfiehlt das CRM allen Reisenden in diese Länder, helle und möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und dünne Stoffe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren, da Moskitos durch feine Gewebe hindurchstechen können. Auf freie Hautstellen soll eines der Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent aufgetragen werden. Diese Repellents schützen mindestens drei Stunden lang gegen die meisten stechenden Insekten; danach müssen sie erneut aufgetragen werden. Die Reisemediziner raten zudem, zur Sicherheit unter Moskitonetzen zu schlafen.

Kommt es doch zu einer Infektion, treten nach einigen Tagen grippeähnliche Symptome auf wie hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und Druckschmerz hinter den Augen; oft kommt es auch zu einem vorübergehenden Hautausschlag. “Wer während oder nach einer Reise in Lateinamerika oder in der Karibik grippeähnliche Symptome empfindet, sollte unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen”, rät Professor Jelinek. Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung der Symptome kann ein schwerer Verlauf bei einer ersten Infektion meist verhindert werden.

Nach Infektion mit einem der vier Virus-Typen ist man gegen diesen resistent. Bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Virustyp könnte die Krankheit allerdings schwerer verlaufen. “Wir empfehlen deshalb, sich bei einer weiteren Reise in ein Dengue-Gebiet besonders vorsichtig zu verhalten, betont der Experte.

Quellen:
https://www.paho.org/hq/index.php?option=com_content&view=article&id=15365:paho-warns-of-the-complex-situation-of-dengue-in-latin-america-and-the-caribbean&Itemid=135&lang=en

https://www.paho.org/hq/index.php?option=com_docman&view=download&category_slug=dengue-2217&alias=49619-9-august-2019-dengue-epidemiological-update-1&Itemid=270&lang=en

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Resistenter Typhus-Erreger in Pakistan: Für Reisende ist Prävention wichtig

16.01.2019   Meldungen

Düsseldorf, Januar 2019 – Seit November 2016 sind in der pakistanischen Provinz Sindh 5372 Menschen an arzneimittelresistentem XDR-Typhus erkrankt, davon wurden mehr als 4530 Infektionen im vergangenen Jahr registriert. Bei diesem Stamm von Salmonella Typhi erzielen die meisten Antibiotika zur Behandlung von Typhus keine Wirkung. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden daher auf sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene zu achten und empfiehlt eine Impfung.

Die meisten Infektionen mit XDR-Typhus wurden in der Provinzhauptstadt Karachi verzeichnet. Auch in der alten Hauptstadt Hyderabad wurde Anfang 2018 erstmals ein Ausbruch von antibiotikaresistenten Typhuserregern gemeldet. “Auch Ceftriaxon, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine der dritten Generation, ist hier inzwischen nicht mehr wirksam”, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. “Im vergangenen Jahr wurde die Infektion mit dem resistenten Typhus-Erreger auch bei einem britischen und fünf amerikanischen Touristen bestätigt.”

Das CRM rät Touristen und Geschäftsreisenden daher nachdrücklich zur Impfung gegen Typhus: “Uns stehen für die Behandlung erkrankter Reiserückkehrer nur wenige Antibiotika zu Verfügung, deren Anzahl sich durch die sich entwickelnden Resistenzen weiter verringert, sagt Professor Jelinek. Deshalb sei die Prävention besonders wichtig. Wer in Typhus-Verbreitungsgebiete wie aktuell Pakistan reist, sollte sich impfen lassen. Dafür stehen eine Schluckimpfung und ein durch Injektion verabreichter Impfstoff zu Verfügung. Beide gelten als gut verträglich, müssen aber regelmäßig aufgefrischt werden. Ihre Schutzdauer beträgt drei Jahren.

Die Impfung kann allerdings nicht jede Infektion verhindern, ihre Schutzrate liegt bei etwa 50 bis 70 Prozent. Deshalb sind weitere präventive Maßnahmen sinnvoll. Typhuserreger werden über Wasser und Nahrungsmittel übertragen. Das Trinkwasser sollte in Endemiegebieten deshalb immer abgefüllt gekauft werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Flaschen original verschlossen sind. Auf Eiswürfel in Getränken, die oft aus Leitungswasser hergestellt werden, sollte man verzichten. Auch rohe oder nicht ausreichend erhitzte Speisen wie Salate, Meeresfrüchte, ungeschältes Obst oder Säfte können mit den Erregern kontaminiert sein.

Typhus ist eine schwere Systemerkrankung, die durch Salmonellen hervorgerufen wird und in weiten Teilen Asiens, Nordafrikas und Südamerikas auftritt. Es wird unterschieden zwischen Typhus abdominalis und Paratyphus. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen entwickelt sich bei Typhus abdominalis hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Verstopfung. Im zweiten Stadium treten Hautveränderungen, die sogenannten Roseolen, auf. Leber und Milz vergrößern sich stark. Komplikationen wie Darmdurchbruch und Bauchfellentzündung können tödlich verlaufen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-, Lungen-, Herz- und Knochen-Entzündungen. Beim “Paratyphus” handelt es sich um verwandte Erreger, die ein ähnliches, etwas milderes Krankheitsbild hervorrufen. Die Diagnose ist aus dem Blut, später aus dem Stuhl zu sichern. An dem weiter verbreiteten Typhus abdominalis erkranken jedes Jahr weltweit etwa 20 Millionen Menschen, geschätzt 200 000 sterben. An Paratyphus erkranken schätzungsweise 5,5 Millionen Menschen.

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Tsutsugamushi-Fieber in Nepal: Schutz bei Outdooraktivitäten beachten

24.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Nach Fällen von Tsutsugamushi-Fieber in Vietnam und Thailand meldet nun auch Nepal Erkrankungen. Gegen Tsutusgamushi-Fieber gibt es derzeit keine Impfung. Die Infektion erfolgt durch den Stich von Milben. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden in Nepal daher zu Schutz durch Kleidung und Repellents. Für Trekking in abgelegenen Regionen empfiehlt es sich, ein Notfallantibiotikum mitzunehmen.

Seit Juni sind in Nepal landesweit 145 Menschen erkrankt. Tsutsugamushi-Fieber ist im nördlichen Japan, in Südostasien, im Norden Australiens, in China und auf dem indischen Subkontinent verbreitet. Jährlich kommt es schätzungsweise zu einer Mil-lion Erkrankungen. Der Erreger Orientia tsutsugamushi wird durch blutsaugende Milbenlarven von Nagetieren auf den Menschen übertragen. Die Milbenlarven leben auf feuchter Vegetation, beispielsweise auf Sträuchern und Büschen in der Nähe von Flussläufen. “An der Stichstelle bildet sich nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen bei etwa der Hälfte der Infizierten ein Eschar aus, ein schwärzlicher Schorf auf der Haut. Zudem kommt es zu regionalen Lymphknotenschwellungen”, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Im weiteren Verlauf treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten. Auch entwickelt sich nach ein paar Krankheitstagen ein knotig-fleckiger Hautausschlag. In wenigen Fällen tritt als Komplikation eine Gehirn- und Hirnhaut-entzündung, eine Herzmuskelentzündung oder eine Lungenentzündung auf. “Um diese Komplikationen und auch mögliche Todesfälle zu verhindern, ist eine frühzeiti-ge Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig”, betont Professor Jelinek. Dabei gilt Doxycyclin als das Antibiotikum der ersten Wahl.

Da es derzeit keine Impfung gegen den Erreger des Tsutsugamushi-Fiebers gibt, sollten sich insbesondere Reisende, die Outdooraktivitäten wie Trekking oder Rafting in Nepal planen, vor Ort mit langärmeliger, imprägnierter Bekleidung und Repellents gegen die Milbenstiche schützen. “Wie auch beim Schutz gegen mückenübertragene Erkrankungen sind hier Repellents mit dem Inhaltsstoff DEET (Diethyltoluamid) zu empfehlen”, sagt der Experte. Ebenso sollten Touristen im Land Tierkontakte vermeiden und sich nicht auf den Boden setzen. “Für Trekking und Expeditionen in Nepal ist jetzt wieder Hochsaison”, sagt der Reisemediziner. “Wer über einen längeren Zeitraum in abgelegenen Regionen unterwegs ist, in denen nicht schnell ein Arzt aufgesucht wird, dem empfehlen wir, ein Notfallantibiotikum mitzunehmen.” Wann dies zur Anwendung kommen müsse, dazu sollten sich die Reisenden vorab in der reisemedizinischen Beratung informieren.

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Hepatitis-E in Namibia: Risiko für Schwangere

17.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Namibia meldet seit Mitte Dezember letzten Jahres ausgehend von Windhoek landesweit 3000 Verdachtsfälle auf Hepatitis E. 462 Infektionen wurden bestätigt, 24 Menschen sind daran verstorben. Die Infektion erfolgt meistens über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Reisende sollten sorgfältig auf die Hygiene achten und Schwangere die bekannten Infektionsgebiete meiden, rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Die meisten Erkrankungsfälle mit Hepatitis E stammen aus den informellen Siedlungen der Hauptstadt: Havana, Goreangab, Hakahana, Greenwell Matongo und Ombili im Stadtteil Katutura. Außerdem sind die Regionen Khomas, Omusati, Erongo und Oshana betroffen. Einzelfälle wurden jedoch auch aus allen anderen Regionen gemeldet. “Die Zahl der Neuinfektionen geht zwar seit Mitte August zurück”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, “Reisende in Namibia sollten aber dennoch Vorsichtsmaßnahmen treffen.” Eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus kann zu einer akuten Leberinfektion führen. Zwar verläuft Hepatitis E in der Regel gutartig, aber insbesondere Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Bis zu 20 Prozent der schwangeren Frauen versterben bei einer Erkrankung an Hepatitis E. “Schwangere sollten daher die Ausbruchsgebiete unbedingt meiden”, betont der Reisemediziner.

Da für Hepatitis E ein fäkal-oraler Übertragungsweg besteht, sollten alle Reisenden in Namibia eine gute Handhygiene einhalten und bei der Auswahl von Speisen vorsichtig sein: “Vor jeder Nahrungsaufnahme sollte man die Hände mit Wasser und Seife waschen, ebenso nach jedem Toilettengang, dem Berühren von Türklinken oder Geldscheinen”, führt Professor Jelinek aus. Die Hände sollten mit Einmal-Handtüchern oder Papiertaschentüchern abgetrocknet werden. Auch ein alkoholhaltiges Händedesinfektionsmittel könnten die Reisenden benutzen, wenn es keine Möglichkeit zum Händewaschen gibt.

Auch durch die Vermeidung bestimmter Lebensmittel kann das Risiko oral übertragener Infektionen reduziert werden. “Touristen und Geschäftsreisende sollten rohe, ungeschälte Früchte, rohes Gemüse und Salate meiden, erläutert der Experte. “Auch auf offene Säfte oder Getränke aus nicht original-verschlossenen Flaschen sollte verzichtet werden.” Vom Speisezettel gestrichen werden auch rohe oder nicht durchgegarte Fleisch-, Fisch und Eierspeisen ebenso wie nicht pasteurisierte Milch, Rohmilchprodukte oder offene Eiscreme. “Reisende sollten zudem von Speisen aus dem Straßenverkauf absehen oder von offenen Buffets, bei denen das Essen über längere Zeit ungekühlt bei Umgebungstemperatur aufbewahrt wird.”

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Ansteckungsgefahr für Touristen unwahrscheinlich - Südkorea: Geschäftsreisender an MERS-CoV erkrankt

14.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Südkorea meldet derzeit den ersten an MERS-CoV erkrankten Patienten seit dem Ausbruch im Jahr 2015. Der 61-Jährige Geschäftsreisende war am 7. September aus Kuwait über Dubai nach Seoul zurückgekehrt, wo er sich noch vom Flughafen aus ins Krankenhaus begeben hatte. Das südkoreanische Gesundheitsministerium hat alle Maßnahmen ergriffen, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Das CRM Centrum für Reisemedizin hält eine Ansteckung für Reisende in Südkorea für derzeit sehr unwahrscheinlich, wobei Touristen und Geschäftsreisende sich aber vor Abreise und im Land selbst zum aktuellen Stand informieren sollten. Eine Reisewarnung der WHO World Health Organisation liegt derzeit nicht vor.

Der südkoreanische Geschäftsreisende hatte sich von Mitte August bis Anfang September in Kuwait aufgehalten und war via Dubai nach Südkorea zurückgekehrt. Vom Flughafen in Seoul aus begab er sich aufgrund von Durchfall, den er bereits in Kuwait gehabt hatte, sowie Symptomen einer Lungenentzündung direkt ins Siemens Medical Center. Dort diagnostizierten die Ärzte die Infektion mit dem Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus, kurz MERS-CoV genannt und verlegten den Patienten auf eine Isolationsstation des Seoul National University Hospital. Derzeit zeige er keine kritischen Symptome wie Kurzatmigkeit und Blutdruckabfall, stehe aber unter Beobachtung, da nach etwa ein bis zwei Wochen erfahrungsgemäß eine Verschlechterung eintreten könne. “Das Koreanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC) hat gemeldet, dass sich die wenigen Menschen, die zu dem Erkrankten engeren Kontakt hatten – wie beispielswiese Flugbegleiter und medizinisches Personal – derzeit Zuhause in Quarantäne aufhalten”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Zudem würden alle Flüge aus Ländern des Nahen Osten gegenwärtig als Vorsichtsmaßnahme unter Quarantäne gestellt, weil man davon ausgehe, dass der erkrankte Patient sich in Kuwait infiziert habe. “Die Verantwortlichen in Südkorea haben alle Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern und einen Ausbruch wie im Jahr 2015 zu vermeiden”, erläutert Jelinek. Damals erkrankten 185 Menschen an MERS-CoV, 38 starben. “Vor dem Hintergrund der derzeit ergriffenen Maßnahmen schätzen wir eine Übertragung auf Touristen und Geschäftsreisende in Südkorea als äußerst unwahrscheinlich ein”, betont der Reisemediziner.

Eine Infektion mit MERS-CoV zeigt sich meist in Form einer Lungenentzündung. Häufige Symptome sind Fieber, Husten und Schwierigkeiten beim Atmen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt drei bis 12 Tage, meisten erkranken die Patienten aber in weniger als sieben Tagen. Erstmals trat MERS-CoV im Jahr 2012 auf. Die meisten Infektionen sind aus sechs Ländern auf oder in der Nähe der Arabischen Halbinsel bekannt: betroffen sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Kuwait und Jordanien. Mehrere Untersuchungen internationaler Forschungsteams legen die Vermutung nahe, dass Dromedare das Reservoir für das Virus bilden. Dieses kann voraussichtlich auch durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Nach Einschätzungen aus Fachkreisen stellt MERS-CoV aber kein Risiko für die Allgemeinbevölkerung dar, da das Virus bisher nur sporadisch Erkrankungen bei Menschen auslöst, die zumeist an schweren Grunderkrankungen leiden. WHO-Experten sehen daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Grund, von Reisen in die betroffenen Gebiete abzuraten.
Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Quelle
http://www.promedmail.org/post/6016517

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Meningokokken: Serotyp W nimmt in westlichen Ländern zu

06.06.2018   Meldungen

*Düsseldorf, Juni 2018 – Meningokokken der Art Neisseria meningitidis – die Erreger gefährlicher Hirnhautentzündungen – kommen weltweit in zwölf unterschiedlichen Serotypen vor. Traditionell herrschen in Europa die Serotypen B und C vor. Im so genannten Meningitis-Gürtel im Afrika südlich der Sahara dominierte bis vor wenigen Jahren der Serotyp A, jetzt überwiegt Typ W deutlich. Seit einiger Zeit kommt es jedoch in verschiedenen Ländern – unter anderem in Australien, Tasmanien, aber auch in europäischen Länder wie den Niederlanden und England – zu einem Anstieg der Infektionen, die durch den Serotyp W verursacht werden. “MenW” zählt zu den Meningokokken-Infektionen, die am häufigsten tödlich verlaufen. Reisende, insbesondere Austauschschüler- und studenten, sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. *

In den Niederlanden sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits 57 Personen an Meningitis vom Typ W erkrankt, 11 sind an der Infektion gestorben. Damit liegt die Zahl der durch diesen Erregertyp verursachten Infektionen bereits jetzt über der – ebenfalls schon auffallend hohen – Gesamtzahl im Jahr 2017. Als Reaktion auf diesen Anstieg hat die niederländische Regierung bereits im vergangenen Jahr Reihenimpfungen beschlossen, um Kleinkinder und Grundschüler mit einem Kombinationsimpfstoff gegen die Serotypen ACW und Y zu schützen. “Auch in England, wo sich bereits vor einigen Jahren ein Anstieg dieses Serotyps bemerkbar machte, wurde der Vierfachimpfstoff vor zweieinhalb Jahren in das staatliche Impfprogramm aufgenommen”, sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Dort ersetzte er den Einfachimpfstoff gegen Meningokokken vom Typ C. In Deutschland ist weiterhin nur die Impfung gegen Meningokokken vom Typ C im Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorgesehen.

Hierzulande treten vor allem Meningokokken des Typs B und C auf. Die Inzidenz ist seit 2003 zurückgegangen. 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 123 Fälle, bei mehr als 70 Prozent handelte es sich um Infektionen mit Meningokokken B.

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion – beim Niesen, Husten und Sprechen – über-tragen und können grundsätzlich zwei verschieden Krankheitsbilder verursachen: Die namengebende Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis), die auch gemeinsam auftreten können. “Beide Krankheiten entwickeln sich extrem rasch und können tödlich verlaufen”, sagt Tomas Jelinek. Daher müsse so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht und eine antibiotische Behandlung eingeleitet werden. Problematisch ist dabei, dass die typischen Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Übelkeit eher unspezifisch sind und einer Grippe oder starken Erkältung ähneln können. “Alarmsignale für eine Meningitis sind Nackensteife, starke Lichtempfindlichkeit und manchmal auch Krampfanfälle”, so Jelinek. Eine Sepsis mache sich dagegen mit Gliederschmerzen, einer schnellen, flachen Atmung und einer blassen fleckigen Haut bemerkbar. Die Flecken werden durch kleine Einblutungen verursacht und lassen sich im Gegensatz zu einem normalen Ausschlag nicht “wegdrücken”.

Meningokokken-Infektionen können in jedem Lebensalter auftreten, sind jedoch in zwei Altersgruppen besonders häufig: Meist sind Kinder im 1. und 2. Lebensjahr sowie 15- bis 19-jährige Jugendliche betroffen. Jenseits des 25. Lebensjahres tritt die Erkrankung eher selten auf, wenn nicht besondere Risikofaktoren vorliegen.

Vor allem jüngere Reisende sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. Wichtig ist dieser insbesondere für Reisenden bis zum 25. Lebensjahr, zudem bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung oder Übernachtung in Gemeinschaftsunterkünften. Dazu gehören vor allem Austauschschüler und –studenten. Ihr Risiko, sich mit Meningokokken anzustecken, ist in dieser Gruppe besonders groß.

Quellen:

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Fußball-WM 2018 in Russland - Vor dem Anpfiff: Impfungen und Versicherungsschutz überprüfen

04.06.2018   Meldungen

Düsseldorf, Juni 2018 – Am 14. Juni startet die WM 2018 in Russland. Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Besuchern angesichts der anstehenden Sportveranstaltungen, auch kurzfristig noch ihren Impfschutz zu überprüfen und ihn gegebenenfalls aufzufrischen. Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist etwa der Immunschutz gegen Hepatitis A sowie FSME empfehlenswert. Zudem sollten Fußballfans eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen.

An den Spielorten Jekaterinburg, Kaliningrad, Kasan, Moskau, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Sankt Petersburg, Samara, Saransk, Sotschi und Wolgograd werden bis zu einer Million ausländischer Besucher zur Fußballweltmeisterschaft 2018 erwartet. “Bei Massenveranstaltungen wie den bevorstehenden WM-Spielen besteht generell immer ein Risiko für alle tröpfchenübertragenen Erkrankungen wie Masern oder Grippe”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Fußball-Touristen sollten daher auf jeden Fall auch kurzfristig noch einen Blick in ihren Impfausweis werfen und den Impfschutz auffrischen.

Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist für Russland auch eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert. Das Hepatitis A-Virus wird durch verunreinigte Speisen und Trinkwasser übertragen. Eine Infektion äußert sich zunächst durch Fieber, Erbrechen und schließlich durch eine Gelbfärbung der Haut. “Generell sollte man bei Aufenthalten in Russland auf die Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene achten – also etwa abgefülltes Wasser statt Leitungswasser trinken und auf nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte verzichten”, rät Professor Jelinek. So könnten auch Durchfallerkrankungen vermieden werden, für die landesweit ein Risiko besteht.

WM-Besucher, die planen, sich viel im Freien und in der Natur aufzuhalten – etwa auf Camping- und Zeltplätzen – sollten sich zudem vor Zeckenbissen schützen und sich vor der Reise gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus impfen lassen. “Ein Risiko für FSME ist landesweit zu erwarten, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Besonders betroffen ist der europäische Teil Russlands, in dem auch Spielorte liegen”, erklärt Professor Jelinek. FSME-Viren können Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, eine Form der Hirnhautentzündung. Noch häufiger übertragen die Tiere allerdings Lyme-Borreliose. “Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bislang nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, Zeckenbisse von vornherein zu vermeiden. Wenn man sich in der Natur aufhält, sind geschlossene Kleidung und das Auftragen von Repellents empfehlenswert”, so der Experte für Reisemedizin.

Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt WM-Besuchern zudem, eine private Aus-landsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Denn auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen. Die Kosten für einen krankheits- oder unfallsbedingten Rücktransport sind beispielsweise nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet. Die Auslandsreise-Krankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Betroffene im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

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Nipah Virus in Südindien - CRM schätzt Risiko für Touristen als gering ein

25.05.2018   Meldungen

Düsseldorf, Mai 2018 – Seit Mitte Mai sind in Südindien erstmals Infektionen mit dem Nipah Virus aufgetreten, zehn Menschen sind verstorben. Die Infektion erfolgt überwiegend über Baumfrüchte und daraus hergestellten Säften. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Touristen in Indien auf rohe Fruchtsäfte und ungewaschene, angebissene Baumfrüchte vollständig zu verzichten, schätzt das Risiko einer Infektion mit dem Nipah Virus (NiV) für Reisende aber derzeit als gering ein.

Seit 1998 gab es mehrere Nipah-Ausbrüche in Malaysia, Singapur und im indischen Bundesstaat Westbengalen. Der zu den Henipaviren aus der Familie der Paramyxoviridae gehörende Erreger Nipah gilt am Golf von Bengalen als endemisch. Im südindischen Distrikt Kozhikode im Bundesstaat Karela wurden im Mai 18 Verdachtsfälle einer Infektion mit dem Nipah Virus gemeldet. Bei zwölf Betroffenen konnte der Erreger bestätigt werden, zehn Menschen sind bislang verstorben. Es handelt sich um den ersten Ausbruch in Südindien. Natürlicher Wirt des Erregers in Indien sind fruchtfressende Fledermäuse. “Die Infektion erfolgt vorwiegend oral über Baumfrüchte oder daraus hergestellten Säften, die mit Ausscheidungen derartiger Pteropus-Fledermäuse, auch Flughunde genannt, kontaminiert sind,” erklärt der wissenschaftliche Leiter des CRM Professor Tomas Jelinek. “Wir raten Reisenden daher, rohe Säfte wie Dattelpalmensaft und Baumfrüchte, die ungewaschen und angebissen sind, generell zu vermeiden. Die Gefahr einer Infektion ist dann äußerst gering.” Touristen sollten sich vor Abflug zusätzlich aktuelle reisemedizinische Informationen einholen, wie bei sonstigen Reisen auch.

In Südinden werden derzeit rund 100 Personen medizinisch überwacht, die mit den Erkrankten in Kontakt standen. “Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn das Nipah-Virus kann im begrenztem Umfang auch von Mensch zu Mensch übertragen werden”, so der Experte für Reisemedizin. “Dies kommt in der Regel aber nur bei engem persönlichen Kontakt vor, also unter Angehörigen und weiteren Menschen, die in einem Haushalt zusammenleben. Die Übertragung erfolgt wahrscheinlich durch den engen Kontakt mit Sekreten und Ausscheidungen von Erkrankten.”

Das Nipah-Virus hat seinen Namen von Nipah in Malaysia, wo 1998 der erste Aus-bruch dieser Erkrankung beschrieben worden ist. Von diesem waren Haustiere und Menschen betroffen: Schweine waren infiziert, mit denen die ersten erkrankten Men-schen, Schweinehalter, Kontakt hatten. “Neben der Übertragung durch Fledermäuse in Indien kommen also auch Haustiere wie Schweine als Überträger in Betracht, was in Malaysia der Fall war, für Indien aber bislang nicht berichtet wurde, so Professor Jelinek.

Die Nipah-Krankheit führt bei einer Infektion zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Erbrechen. Bei schwerem Verlauf kann es zu einer Enzephalitis, einer Gehirnentzündung kommen, ebenso zu akuten Atemwegserkrankungen oder atypischen Lungenentzündungen. Derzeit gibt es keine Impfstoffe oder spezifischen Medikamente gegen die Nipah-Krankheit, nur eine unterstützende Behandlung. Das Nipah Virus und weitere durch Henipaviren verursachte Krankheiten stehen auf der F&E Blueprint-Liste der World Health Organisation (WHO). Auf diese setzt die WHO Krankheiten und Erreger, die sie für die Forschung und Entwicklung als vorrangig betrachtet, weil sie aufgrund ihres Endemiepotenzials und keiner oder nur unzureichender Gegenmaßnahmen ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen.

Quellen:
http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/nipah-virus
http://www.promedmail.org/post/5812214
http://www.who.int/blueprint/priority-diseases/en/

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