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Meningokokken: Serotyp W nimmt in westlichen Ländern zu

06.06.2018   Meldungen

*Düsseldorf, Juni 2018 – Meningokokken der Art Neisseria meningitidis – die Erreger gefährlicher Hirnhautentzündungen – kommen weltweit in zwölf unterschiedlichen Serotypen vor. Traditionell herrschen in Europa die Serotypen B und C vor. Im so genannten Meningitis-Gürtel im Afrika südlich der Sahara dominierte bis vor wenigen Jahren der Serotyp A, jetzt überwiegt Typ W deutlich. Seit einiger Zeit kommt es jedoch in verschiedenen Ländern – unter anderem in Australien, Tasmanien, aber auch in europäischen Länder wie den Niederlanden und England – zu einem Anstieg der Infektionen, die durch den Serotyp W verursacht werden. “MenW” zählt zu den Meningokokken-Infektionen, die am häufigsten tödlich verlaufen. Reisende, insbesondere Austauschschüler- und studenten, sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. *

In den Niederlanden sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits 57 Personen an Meningitis vom Typ W erkrankt, 11 sind an der Infektion gestorben. Damit liegt die Zahl der durch diesen Erregertyp verursachten Infektionen bereits jetzt über der – ebenfalls schon auffallend hohen – Gesamtzahl im Jahr 2017. Als Reaktion auf diesen Anstieg hat die niederländische Regierung bereits im vergangenen Jahr Reihenimpfungen beschlossen, um Kleinkinder und Grundschüler mit einem Kombinationsimpfstoff gegen die Serotypen ACW und Y zu schützen. “Auch in England, wo sich bereits vor einigen Jahren ein Anstieg dieses Serotyps bemerkbar machte, wurde der Vierfachimpfstoff vor zweieinhalb Jahren in das staatliche Impfprogramm aufgenommen”, sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Dort ersetzte er den Einfachimpfstoff gegen Meningokokken vom Typ C. In Deutschland ist weiterhin nur die Impfung gegen Meningokokken vom Typ C im Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorgesehen.

Hierzulande treten vor allem Meningokokken des Typs B und C auf. Die Inzidenz ist seit 2003 zurückgegangen. 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 123 Fälle, bei mehr als 70 Prozent handelte es sich um Infektionen mit Meningokokken B.

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion – beim Niesen, Husten und Sprechen – über-tragen und können grundsätzlich zwei verschieden Krankheitsbilder verursachen: Die namengebende Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis), die auch gemeinsam auftreten können. “Beide Krankheiten entwickeln sich extrem rasch und können tödlich verlaufen”, sagt Tomas Jelinek. Daher müsse so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht und eine antibiotische Behandlung eingeleitet werden. Problematisch ist dabei, dass die typischen Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Übelkeit eher unspezifisch sind und einer Grippe oder starken Erkältung ähneln können. “Alarmsignale für eine Meningitis sind Nackensteife, starke Lichtempfindlichkeit und manchmal auch Krampfanfälle”, so Jelinek. Eine Sepsis mache sich dagegen mit Gliederschmerzen, einer schnellen, flachen Atmung und einer blassen fleckigen Haut bemerkbar. Die Flecken werden durch kleine Einblutungen verursacht und lassen sich im Gegensatz zu einem normalen Ausschlag nicht “wegdrücken”.

Meningokokken-Infektionen können in jedem Lebensalter auftreten, sind jedoch in zwei Altersgruppen besonders häufig: Meist sind Kinder im 1. und 2. Lebensjahr sowie 15- bis 19-jährige Jugendliche betroffen. Jenseits des 25. Lebensjahres tritt die Erkrankung eher selten auf, wenn nicht besondere Risikofaktoren vorliegen.

Vor allem jüngere Reisende sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. Wichtig ist dieser insbesondere für Reisenden bis zum 25. Lebensjahr, zudem bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung oder Übernachtung in Gemeinschaftsunterkünften. Dazu gehören vor allem Austauschschüler und –studenten. Ihr Risiko, sich mit Meningokokken anzustecken, ist in dieser Gruppe besonders groß.

Quellen:

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Fußball-WM 2018 in Russland - Vor dem Anpfiff: Impfungen und Versicherungsschutz überprüfen

04.06.2018   Meldungen

Düsseldorf, Juni 2018 – Am 14. Juni startet die WM 2018 in Russland. Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Besuchern angesichts der anstehenden Sportveranstaltungen, auch kurzfristig noch ihren Impfschutz zu überprüfen und ihn gegebenenfalls aufzufrischen. Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist etwa der Immunschutz gegen Hepatitis A sowie FSME empfehlenswert. Zudem sollten Fußballfans eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen.

An den Spielorten Jekaterinburg, Kaliningrad, Kasan, Moskau, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Sankt Petersburg, Samara, Saransk, Sotschi und Wolgograd werden bis zu einer Million ausländischer Besucher zur Fußballweltmeisterschaft 2018 erwartet. “Bei Massenveranstaltungen wie den bevorstehenden WM-Spielen besteht generell immer ein Risiko für alle tröpfchenübertragenen Erkrankungen wie Masern oder Grippe”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Fußball-Touristen sollten daher auf jeden Fall auch kurzfristig noch einen Blick in ihren Impfausweis werfen und den Impfschutz auffrischen.

Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist für Russland auch eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert. Das Hepatitis A-Virus wird durch verunreinigte Speisen und Trinkwasser übertragen. Eine Infektion äußert sich zunächst durch Fieber, Erbrechen und schließlich durch eine Gelbfärbung der Haut. “Generell sollte man bei Aufenthalten in Russland auf die Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene achten – also etwa abgefülltes Wasser statt Leitungswasser trinken und auf nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte verzichten”, rät Professor Jelinek. So könnten auch Durchfallerkrankungen vermieden werden, für die landesweit ein Risiko besteht.

WM-Besucher, die planen, sich viel im Freien und in der Natur aufzuhalten – etwa auf Camping- und Zeltplätzen – sollten sich zudem vor Zeckenbissen schützen und sich vor der Reise gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus impfen lassen. “Ein Risiko für FSME ist landesweit zu erwarten, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Besonders betroffen ist der europäische Teil Russlands, in dem auch Spielorte liegen”, erklärt Professor Jelinek. FSME-Viren können Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, eine Form der Hirnhautentzündung. Noch häufiger übertragen die Tiere allerdings Lyme-Borreliose. “Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bislang nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, Zeckenbisse von vornherein zu vermeiden. Wenn man sich in der Natur aufhält, sind geschlossene Kleidung und das Auftragen von Repellents empfehlenswert”, so der Experte für Reisemedizin.

Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt WM-Besuchern zudem, eine private Aus-landsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Denn auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen. Die Kosten für einen krankheits- oder unfallsbedingten Rücktransport sind beispielsweise nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet. Die Auslandsreise-Krankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Betroffene im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

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Nipah Virus in Südindien - CRM schätzt Risiko für Touristen als gering ein

25.05.2018   Meldungen

Düsseldorf, Mai 2018 – Seit Mitte Mai sind in Südindien erstmals Infektionen mit dem Nipah Virus aufgetreten, zehn Menschen sind verstorben. Die Infektion erfolgt überwiegend über Baumfrüchte und daraus hergestellten Säften. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Touristen in Indien auf rohe Fruchtsäfte und ungewaschene, angebissene Baumfrüchte vollständig zu verzichten, schätzt das Risiko einer Infektion mit dem Nipah Virus (NiV) für Reisende aber derzeit als gering ein.

Seit 1998 gab es mehrere Nipah-Ausbrüche in Malaysia, Singapur und im indischen Bundesstaat Westbengalen. Der zu den Henipaviren aus der Familie der Paramyxoviridae gehörende Erreger Nipah gilt am Golf von Bengalen als endemisch. Im südindischen Distrikt Kozhikode im Bundesstaat Karela wurden im Mai 18 Verdachtsfälle einer Infektion mit dem Nipah Virus gemeldet. Bei zwölf Betroffenen konnte der Erreger bestätigt werden, zehn Menschen sind bislang verstorben. Es handelt sich um den ersten Ausbruch in Südindien. Natürlicher Wirt des Erregers in Indien sind fruchtfressende Fledermäuse. “Die Infektion erfolgt vorwiegend oral über Baumfrüchte oder daraus hergestellten Säften, die mit Ausscheidungen derartiger Pteropus-Fledermäuse, auch Flughunde genannt, kontaminiert sind,” erklärt der wissenschaftliche Leiter des CRM Professor Tomas Jelinek. “Wir raten Reisenden daher, rohe Säfte wie Dattelpalmensaft und Baumfrüchte, die ungewaschen und angebissen sind, generell zu vermeiden. Die Gefahr einer Infektion ist dann äußerst gering.” Touristen sollten sich vor Abflug zusätzlich aktuelle reisemedizinische Informationen einholen, wie bei sonstigen Reisen auch.

In Südinden werden derzeit rund 100 Personen medizinisch überwacht, die mit den Erkrankten in Kontakt standen. “Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn das Nipah-Virus kann im begrenztem Umfang auch von Mensch zu Mensch übertragen werden”, so der Experte für Reisemedizin. “Dies kommt in der Regel aber nur bei engem persönlichen Kontakt vor, also unter Angehörigen und weiteren Menschen, die in einem Haushalt zusammenleben. Die Übertragung erfolgt wahrscheinlich durch den engen Kontakt mit Sekreten und Ausscheidungen von Erkrankten.”

Das Nipah-Virus hat seinen Namen von Nipah in Malaysia, wo 1998 der erste Aus-bruch dieser Erkrankung beschrieben worden ist. Von diesem waren Haustiere und Menschen betroffen: Schweine waren infiziert, mit denen die ersten erkrankten Men-schen, Schweinehalter, Kontakt hatten. “Neben der Übertragung durch Fledermäuse in Indien kommen also auch Haustiere wie Schweine als Überträger in Betracht, was in Malaysia der Fall war, für Indien aber bislang nicht berichtet wurde, so Professor Jelinek.

Die Nipah-Krankheit führt bei einer Infektion zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Erbrechen. Bei schwerem Verlauf kann es zu einer Enzephalitis, einer Gehirnentzündung kommen, ebenso zu akuten Atemwegserkrankungen oder atypischen Lungenentzündungen. Derzeit gibt es keine Impfstoffe oder spezifischen Medikamente gegen die Nipah-Krankheit, nur eine unterstützende Behandlung. Das Nipah Virus und weitere durch Henipaviren verursachte Krankheiten stehen auf der F&E Blueprint-Liste der World Health Organisation (WHO). Auf diese setzt die WHO Krankheiten und Erreger, die sie für die Forschung und Entwicklung als vorrangig betrachtet, weil sie aufgrund ihres Endemiepotenzials und keiner oder nur unzureichender Gegenmaßnahmen ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen.

Quellen:
http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/nipah-virus
http://www.promedmail.org/post/5812214
http://www.who.int/blueprint/priority-diseases/en/

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Dengue-Fieber in Thailand: Ganzjährig Mückenschutz beachten

24.04.2018   Meldungen

Düsseldorf, April 2018 – In Thailand wurden landesweit seit Anfang des Jahres rund 4.180 Infektionen mit Dengue-Fieber gemeldet, neun Menschen sind verstorben. Besonders betroffen sind die Region um Bangkok und der Süden des Landes. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden dazu, sich vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken mit mückenabweisenden Substanzen und entsprechender Kleidung zu schützen.

In Thailand ist es im vergangenen Jahr mit mehr als 50.030 Erkrankungen und 59 Todesfällen zu den höchsten Fallzahlen seit 20 Jahren gekommen. “Die Hauptübertragungszeit für Dengue-Infektionen sind die Monate Juli und August, also die Monate während und nach der Regenzeit. Vor diesem Hintergrund ist auch in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen”, sagt Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter der CRM Centrum für Reisemedizin. “Aber ein Infektionsrisiko besteht in Thailand wie in ganz Südostasien ganzjährig. Wir raten Reisenden in diese Regionen daher immer dazu, sich vor den Überträger-Mücken zu schützen.” Die Übertragung des Dengue-Virus erfolgt durch die tagaktive asiatische Tigermücke.

Sinnvoll ist als Mückenschutz das Tragen heller und möglichst geschlossener Klei-dung. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurchstechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Zum Auftragen auf freie Hautstellen eignen sich zudem Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent. Diese bieten mindestens drei Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden In-sekten. “Wer während oder nach einer Reise in Südostasien trotz Mückenschutz grippeähnliche Symptome aufweist, sollte diese unbedingt bei einem Arzt abklären lassen”, empfiehlt Professor Jelinek.

Denn etwa zwei bis zehn Tage nach einer Infektion mit Dengue-Fieber durch einen Mückenstich tritt eine grippeähnliche Erkrankung auf: Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Druckschmerz hinter dem Auge sind typische Symp-tome. Oft kommt es zusätzlich zu einer flüchtigen Hautrötung. Obwohl das Fieber und die Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. “Die erstmalige Erkrankung an Dengue verläuft in aller Regel gutartig”, sagt der Reisemediziner. “Das Tückische an der Krankheit ist jedoch, dass bei einer zweiten oder dritten Infektion die Patienten sehr schwer erkranken können.” Oftmals treten dann innere Blutungen und Schocksymptome auf, obwohl die erste Erkrankung Jahre zurückliegt. Reisende seien davon jedoch sehr selten betroffen, betont der Experte.

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Vorsichtsmaßnahmen beachten! Thailand: Leptospirose-Infektionen nehmen zu

23.10.2017   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2017 – Die Behörden in Thailand haben vor einem Anstieg an Leptospirose-Infektionen gewarnt. Als Grund dafür gelten Überschwemmungen infolge der schweren Unwetter in Ost- und Zentralthailand inklusive Bangkok. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden, den Kontakt mit potenziell infizierten Tieren oder Gewässern zu vermeiden.

In diesem Jahr wurden bereits 2.425 Erkrankungen und 47 Todesfälle aufgrund von Leptospirose in Thailand gemeldet. Nun warnen die Behörden vor einem weiteren Anstieg infolge der schweren Unwetter: in Wasser und Schlamm können die Leptospiren, die Bakterien, die die Leptospirose verursachen, lange überleben. “In die Umwelt gelangen die Bakterien über den Urin infizierter Nagetiere, aber auch von Haus- und Nutztieren wie Hunden, Schweinen und Rinder,” erklärt Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Ihre Infektiosität bleibt vermutlich über Monate hinweg bestehen.” Menschen infizieren sich entweder durch den direkten Kontakt mit erregerhaltigem Urin oder den Kontakt mit einer kontaminierten Umwelt, wobei die Bakterien über Hautläsionen oder die Schleimhäute in den Körper gelangen. “Reisende, insbesondere Rucksacktouristen und Expeditionsteilnehmer, sollten den direkten Kontakt mit Süßwasser-Gewässern und Schlamm in den betroffenen Gebieten unbedingt meiden,” rät Professor Jelinek. Zu einem solchen komme es beispielsweise auch beim Wasserfallklettern oder bei Sportaktivitäten wie Schwimmen. Zudem sollten Touristen sich ebenfalls von Tieren fernhalten.

Der Großteil aller Leptospirose-Erkrankungen verläuft mild: Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen ist das erste Stadium gekennzeichnet durch grippeartige Symptome wie hohes Fieber mit Schüttelfrost und starke Kopf- und Muskelschmerzen. Häufig treten zudem eine Rötung der Schleimhäute und eine Konjunktivitis auf. Im zweiten Stadium können aber teilweise auch Organe betroffen sein: Bei Beteiligung der Leber und Niere und damit einhergehendem
Ikterus, einer Gelbfärbung von Haut, Organen und Körperflüssigkeiten, spricht man von Morbus Weil. Auch andere Organe wie die Lunge oder das Gehirn können betroffen sein, es kann zu einer Bronchitis, einer Meningitis oder einer Meningoenzephalitis kommen. “Dann sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, etwa mit Penicillin G oder Doxycyclin”, erläutert Professor Jelinek. Ohne entsprechende Behandlung verliefen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich. “Je nach Expositionsgefahr für den Reisenden kann auch eine prophylaktische Einnahme von Doxycyclin in Erwägung gezogen“, ergänzt Jelinek. Das müsse man aber im Rahmen einer individuellen reisemedizinischen Beratung gemeinsam besprechen.

Leptospirose tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen auf, besonders nach starken Niederschlägen in der Regenzeit. Zu den Risikogebieten zählen unter anderem die Karibik, Brasilien, China, Indien und Malaysia. Aber auch in den gemäßigten Breiten kommt die Erkrankung vor, hauptsächlich im Sommer und Herbst. Vorwiegend sind bestimmte Berufsgruppen wie Bauern, Kanalarbeiter, Metzger oder Veterinäre betroffen.

Bei Abdruck Beleg erbeten.

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Kinderlähmung ist noch immer nicht ausgerottet: Vor Reisen Polio-Impfschutz prüfen und auffrischen

21.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Die Kinderlähmung als schwere und lebensbedrohliche Viruserkrankung ist aus dem Bewusstsein der Menschen in Deutschland nahezu verschwunden. Denn hierzulande tritt die Erkrankung nicht mehr auf. Doch Polio existiert weiterhin. Regelmäßig kommt die Infektionskrankheit noch in Afghanistan und Pakistan vor, doch auch in einigen Ländern Afrikas und Asiens flammt sie immer wieder auf. Europa galt seit 2002 offiziell als poliofrei, doch 2015 kehrte die Seuche zurück: In der Ukraine erkrankten zwei Kinder an Polio. Fernreisende sollten ihren Polio-Impfschutz prüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Welt-Polio-Tages am 28. Oktober hin.

“Solange das Virus nicht ausgerottet ist, besteht bei unzureichendem Impfschutz in der Bevölkerung immer das Risiko, dass sich Polio auch in bisher nicht betroffenen Regionen – sogar in Europa – wieder ausbreitet”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Deshalb ist ein wirksamer Impfschutz in Deutschland und insbesondere bei Reisen in Verbreitungsgebiete unerlässlich. Zu den Verbreitungsgebieten gehören Süd- und Vorderasien sowie zahlreiche Länder Afrikas. “Jeder Mensch ohne oder mit unvollständigem Impfschutz kann ein Hort für den Erreger sein und diesen weitertragen, auch wenn er selbst nicht daran erkrankt”, betont Jelinek.

In Deutschland werden Kinder in der Regel im ersten und zweiten Lebensjahr in mehreren Dosen gegen Polio geimpft. Eine einmalige Auffrischimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.
Für Reisende in Verbreitungsgebiete gilt: Wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre her ist, sollte vor der Reise ebenfalls eine Auffrischung erfolgen.

Polio-Viren werden von Infizierten mit dem Kot ausgeschieden. Über verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel wird das Virus weiterbreitet. Zunächst löst eine Infektion Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen aus. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem kommt es zur paralytischen Poliomyelitis, also zu Lähmungen. Etwa eine von 200 Polioinfektionen geht mit lebenslangen Lähmungen einher. Fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, wenn die Lähmungen das Zwerchfell betrifft. Weitaus mehr Menschen leiden an den Spätfolgen einer Infektion mit Polio-Viren: Jahrzehnte nach der Erkrankung kann das sogenannte Post-Polio-Syndrom (PPS) auftreten. Zu den Krankheitszeichen der Kinderlähmung zählen zum Beispiel Muskelschwäche, -schwund, -schmerzen und Nervenschmerzen. Polio ist nicht heilbar.

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Neue Lancet-Studie: Tourismus trägt Multiresistenzen in alle Welt

10.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Der weltweite Tourismus hat einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung multiresistenter Erreger, etwa der sogenannten ESBL-bildenden Bakterien. Dies bestätigt erneut eine aktuelle Veröffentlichung in The Lancet Infectious Diseases. Rund 320 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr Länder in Asien, Nordafrika oder im Mittleren Osten. Ein großer Teil der Reisenden, die ein Land mit geringem Hygienestandard besuchen, bringen multiresistente Darmkeime in ihre Heimat mit. Damit erhöht sich auch das Risiko, diese auf Daheimgebliebene zu übertragen.

Die aktuelle Publikation in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases bestätigt, dass internationale Reisen erheblich zur Entstehung und Verbreitung multiresistenter Erreger beitragen. 34 Prozent der international Reisenden, die zuvor frei von ESBL-bildenden Bakterien waren, kehren mit einem Befall dieser Keime in ihre Heimatländer zurück; bei 11,3 Prozent sind sie selbst nach zwölf Monaten in der Heimat noch nachweisbar. In Südostasien, Zentralasien und Nordafrika ist das Risiko, sich ESBL-bildende Keime einzufangen, besonders hoch. Das Risiko erhöhte sich zudem, wenn Reisende unterwegs Antibiotika eingenommen oder an Reisedurchfall gelitten hatten. Auch Menschen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, tragen ein höheres Risiko, auf Reisen multiresistente Keime zu erwerben.

Sie sogenannten ESBL-bildenden Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, müssen nicht per se krank machen. “Für viele Träger werden diese Keime nie zum Problem – es ist bis zu einem gewissen Grad sogar normal, dass wir alle multiresistente Bakterien in uns tragen”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Wenn die Erreger aber auf abwehrgeschwächte, kranke, frisch operierte oder ältere Menschen treffen, können sie zu einem massiven Problem werden.” Bei diesen Personengruppen können sie verschiedene Infektionen auslösen, die wegen der Resistenz des Keims nur schwer zu behandeln sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger von Reiserückkehrern an ein Haushaltsmitglied übertragen werden, liegt bei rund zwölf Prozent, zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung.

“Wir brauchen sowohl bei Ärzten als auch bei Reisenden mehr Bewusstsein für die Problematik der auf Fernreisen erworbenen und hierzulande weiterverbreiteten multiresistenten Erreger”, sagt Jelinek. International Reisende sollten etwa während und nach der Reise auf besonders sorgfältige Hygiene achten. “Die meisten Keime werden über die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt gefährdete Personen im Umfeld bis zu einem gewissen Grad”, betont Jelinek. Aber auch die Vermeidung von Reisedurchfall durch sorgfältige Lebensmittelhygiene auf Reisen sei wichtig. Falls nach der Reise ein Arzt- oder Klinikbesuch ansteht, sollten Reiserückkehrer die Ärzte proaktiv darauf hinweisen, dass und wann sie im Ausland waren.
“Doch auch Ärzte sind gefragt: Bei der Aufklärung von Reisewilligen über Risikofaktoren, aber auch bei der Berücksichtigung möglicher importierter Resistenzen bei Reiserückkehrern. Diese müssen sowohl bei der Behandlung der Reisenden selbst, als auch als potentielle Gefahr für andere Patienten – etwa bei Krankenhausaufenthalten – mehr in den Blick rücken”, so Jelinek.

Literatur:

  • Arcilla et al. Import and spread of extended-spectrum β-lactamase-producing Enterobacteriaceae by interna-tional travellers (COMBAT study): a prospective, multicentre cohort study.
  • Lancet Infect Dis 2016. Published Online October 14, 2016. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1473-3099(16)30319-X)30319-X.

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Zika-Virus in Brasilien: Verschiebung von Olympia bringt keinen Vorteil

30.05.2016   Meldungen

Düsseldorf/Stuttgart, Mai 2015 – In Süd- und Mittelamerika setzt sich der Ausbruch des Zika-Virus weiter fort. Der kanadische Jurist Amir Attaran und verschiedene Wissenschaftler haben die Weltgesundheitsorganisation WHO nun in einem offenen Brief aufgefordert, sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele einzusetzen, die in diesem Sommer in Rio de Janeiro stattfinden sollen. Die WHO sieht hierzu derzeit keinen Anlass. Das CRM Centrum für Reisemedizin teilt die Einschätzung der WHO. “Es ist nicht ersichtlich, dass der Reise- und Tourismusverkehr im Zusammenhang mit Olympia einen wesentlichen Einfluss auf die Erkrankungszahlen oder die weltweite Ausbreitung des Zika-Virus haben wird”, so Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

“Zum einen finden die Olympischen Spiele im August und damit im brasilianischen Winter statt. In dieser Jahreszeit ist die Aedes-Mücke, die das Virus überträgt, am wenigsten aktiv”, erklärt Professor Jelinek. “Des Weiteren macht der Reiseverkehr rund um Olympia insgesamt nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Handels- und Tourismus-Verkehr in Mittel- und Südamerika aus, wo das Virus verbreitet ist.” Eine Verschiebung der Olympischen Spiele bliebe daher ohne wesentliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Fallzahlen und die weltweite Ausbreitung des Virus, so die Einschätzung des Berliner Infektiologen.

Das CRM Centrum für Reisemedizin weist zudem darauf hin, dass eine Ansteckung mit dem Zika-Virus in dem überwiegenden Teil der Fälle sehr mild verläuft und von alleine ausheilt. Bei einem sehr kleinen Anteil von Patienten sind aufsteigende Lähmungen der Gliedmaßen, das sogenannte Guillan Barré Syndrom, beobachtet worden. Wie genau diese Erkrankung mit einer Infektion mit Zika-Viren zusammenhängt, wird derzeit noch untersucht. Die Lähmungen sind in den meisten Fällen vorübergehend und bilden sich von allein wieder zurück.

Riskant ist eine Infektion mit dem Zika-Virus vor allem für Schwangere und deren ungeborene Kinder, da das Virus zu Missbildungen beim Fötus führen kann. “Deshalb sollten Schwangere und Frauen mit aktuellem Kinderwunsch – also bei einer möglichen Schwangerschaft – nicht in Verbreitungsgebiete des Zika-Virus reisen und auf einen Besuch der Olympischen Spiele verzichten”, rät Jelinek. Männer, die aus einem Verbreitungsgebiet zurückgekehrt sind und eine schwangere Partnerin haben, sollten sich auf das Virus testen lassen und vorsorglich etwa ein halbes Jahr nach der Rückkehr beim Geschlechtsverkehr ein Kondom verwenden.

Der Überträger des Zika-Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, ist tagsüber und in der Dämmerung aktiv. Um sich vor Mückenstichen zu schützen, empfiehlt das CRM Centrum Reisenden, helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent. Eine Übersicht zum richtigen Mückenschutz finden Reisende auf der Website des CRM Centrum für Reisemedizin im Flyer Krankheitsübertragene Insekten

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Was tun bei starker Luftverschmutzung auf Reisen? Megacities versinken im Smog: Körperliche Belastung im Freien vermeiden

07.12.2015   Meldungen

Düsseldorf, Dezember 2015 – Derzeit melden chinesische Behörden erneut Rekordwerte bei der Feinstaubbelastung, stark betroffen ist vor allem die Hauptstadt Peking. Eine längerfristige starke Feinstaubbelastung kann Herz- und Lungenkrankheiten auslösen oder bereits vorhandene Erkrankungen verschlechtern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass allein im Jahr 2012 die Verschmutzung der Außenluft rund 3,7 Millionen vorzeitiger Todesfälle weltweit verursacht hat. Bei Aufenthalten in stark smogbelasteten Metropolen sollten Reisende körperliche Anstrengungen im Freien meiden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die an einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung leiden, sowie für Kinder, Ältere und Schwangere.

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Partikel in der Luft, die vor allem durch Abgase und Industrieemissionen, aber auch durch natürliche Prozesse wie Bodenerosion in die Luft gelangen. Unterschieden wird zwischen Feinstaub mit Partikeln bis maximal 10 Mikrometern (PM 10) und ultrafeinem Feinstaub, bei dem die meisten Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer sind (PM 2,5). Je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher. Während gröbere Partikel in Nase und Rachen hängenbleiben, dringen ultrafeine Partikel tief in das Lungengewebe ein und gelangen bis in die Blutbahn. Sie lösen Entzündungsprozesse in den Lungen aus, beeinflussen die Blutgerinnung und die Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems. Die gesundheitlichen Folgen reichen von lokalen Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und Bronchien bis hin zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenkrebs.

“Gesunde Menschen können sich nach einer kurzfristigen starken Feinstaubbelastung normalerweise rasch regenerieren”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Problematisch ist die Wirkung von Feinstaub vor allem für Menschen, die sich längerfristig in einer stark belasteten Region aufhalten oder für Menschen, die bereits an einer Herz- oder Lungenkrankheit leiden. Ihre Erkrankung kann sich auch bei kurzen Aufenthalten durch den Smog verschlechtern.”

Wenn möglich, sollten Reisende nur kurze Aufenthalte in stark smogbelasteten Metropolen einplanen und sich dort viel in Innenräumen aufhalten. Körperliche Anstrengungen und Sport im Freien sollten sie vermeiden. Vor allem bei längeren Stadtaufenthalten kann in Innenräumen der Einsatz von Luftfiltern mit HEPA-Filterfunktion sinnvoll sein. Wichtig ist die regelmäßige Wartung dieser Geräte. “Für den Aufenthalt im Freien gilt: Einfache Hygienemasken bieten keinerlei Schutz vor Feinstaub”, so Jelinek. “Eine Schutzfunktion bieten Atemmasken mit Filterfunktion, sogenannte N95-Respiratoren. Wie gut sie schützen, hängt jedoch erheblich davon ab, ob sie korrekt angewendet werden.” So müssen die Masken beispielsweise sehr dicht am Gesicht anliegen. Eine Einschränkung von Atemmasken mit Filterfunktion besteht darin, dass sie nur begrenzte Zeit getragen werden können, da sie das Atmen anstrengend machen. Reisende sollten bei der Nutzung die Anwendungshinweise der Hersteller beachten.

Wegen der gesundheitlichen Risiken des Einatmens von Feinstaub gibt die WHO Grenzwerte vor. So liegt der Grenzwert für Feinstaub PM10 bei 20 µg/m³ im Jahresmittel. Eine Zusammenstellung der WHO zeigt, dass diese Grenzwerte in vielen Städten der Welt regelmäßig um ein Vielfaches überschritten werden. Besonders betroffen sind Ballungsräume in China, der Mongolei, Indien, Brasilien sowie in einigen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas. Im Zeitraum 2008 bis 2012 lagen die Jahresmittelwerte für PM10 in Delhi bei 280 µg/m³, in Peking bei 125 µg/m³ und in Abu Dhabi bei 170 µg/m³. Zum Vergleich: In europäischen Städten wie Rom und Warschau lag der Jahresmittelwert bei etwa 35 bis 40 µg/m³.

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Brasilien ruft wegen Fällen von Mikrozephalie Gesundheitsnotstand aus - Offenbar Zusammenhang mit Zika-Virus: Mückenschutz beachten

20.11.2015   Meldungen

Düsseldorf, November 2015 – Wegen einer Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen hat das brasilianische Gesundheitsministerium einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bei Mikrozephalie handelt es sich um eine Fehlbildung des Schädels, bei der dieser im Vergleich zum Normalzustand zu klein ist. In diesem Jahr verzeichnete das Land bislang 399 Fälle von Mikrozephalie in sieben Bundesstaaten, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Wahrscheinlich stehen die Ereignisse in Zusammenhang mit dem dem aktuellen Ausbruch von Zika-Virus-Erkrankungen in Brasilien. Bei mehreren Schwangeren war das Zika-Virus nachgewiesen worden, eine Untersuchung des Fruchtwassers zeigte,, dass ihre Föten an Mikrozephalie leiden. Weitere Untersuchungen zum Zusammenhang beider Erkrankungen laufen derzeit, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium mit. Reisende, insbesondere Schwangere, sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.

Die aktuellen Fälle von Mikrozephalie bei Neugeborenen wurden schwerpunktmäßig im Nordosten des Landes registriert: Die meisten Erkrankungen traten im Bundesstaat Pernambuco auf, gefolgt von Sergipe, Rio Grande do Norte, Paraíba, Piauí, Ceará und Bahia. Mikrozephalie ist eine Fehlbildung des Schädels und gekennzeichnet durch einen verminderten Kopfumfang. Die Erkrankung geht mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten geistigen Behinderung einher. Ursache können genetische Defekte oder fruchtschädigende Einflüsse während der Schwangerschaft, etwa Alkoholmissbrauch oder Infektionen bei der Mutter, sein.

Parallel zum Anstieg der Fälle von Mikrozephalie ereignet sich in Brasilien seit Frühjahr 2015 ein Ausbruch von Zika-Virus-Infektionen. Infektionen mit dem Zika-Virus wurden Anfang 2015 erstmals in Brasilien registriert, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seither hat sich das Virus in 14 brasilianische Bundesstaaten ausgebreitet. Mitte Oktober 2015 bestätigte auch Kolumbien erste Erkrankungsfälle. Der Erreger, der durch Stechmücken übertragen wird, wurde vermutlich während der Fußballweltmeisterschaft importiert.

“Charakteristisch für eine Infektion mit Zika-Viren ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “lebensbedrohliche Verläufe dieser Erkrankung sind bislang nicht bekannt, allerdings ist das Virus noch wenig erforscht und in vielen Aspekten noch nicht vollständig verstanden.” Bis 2007 wurden nur einzelne Fälle von Zika-Virus-Infektionen in Afrika und Südostasien registriert. Seit seiner zunehmenden Ausbreitung in den letzten Jahren ist das Virus von der WHO als “Emerging Infectious Disease” klassifiziert.

Weil der Überträger des Zika-Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, auch andere Erkrankungen wie Dengue- und Chikungunya-Fieber verbreitet, sollten Reisende auf konsequenten Mückenschutz achten – nicht nur in Südamerika, sondern in allen tropischen und subtropischen Regionen. Eine Impfung gegen Dengue-, Chikungunya oder Zika-Viren gibt es nicht. Um Mücken fern zu halten, empfiehlt das CRM Centrum für Reisenden helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent, Schwangere sollten Produkte mit dem Wirkstoff Icaridin verwenden.

Quellen:

http://portalsaude.saude.gov.br/index.php/o-ministerio/principal/secretarias/svs/noticias-svs/20807-saude-divulga-dados-sobre-microcefalia

http://www.paho.org/hq/index.php?option=com_topics&view=article&id=427&Itemid=41484&lang=fr

http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/zika_virus_infection/Pages/index.aspx

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