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Tsutsugamushi-Fieber in Nepal: Schutz bei Outdooraktivitäten beachten

24.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Nach Fällen von Tsutsugamushi-Fieber in Vietnam und Thailand meldet nun auch Nepal Erkrankungen. Gegen Tsutusgamushi-Fieber gibt es derzeit keine Impfung. Die Infektion erfolgt durch den Stich von Milben. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden in Nepal daher zu Schutz durch Kleidung und Repellents. Für Trekking in abgelegenen Regionen empfiehlt es sich, ein Notfallantibiotikum mitzunehmen.

Seit Juni sind in Nepal landesweit 145 Menschen erkrankt. Tsutsugamushi-Fieber ist im nördlichen Japan, in Südostasien, im Norden Australiens, in China und auf dem indischen Subkontinent verbreitet. Jährlich kommt es schätzungsweise zu einer Mil-lion Erkrankungen. Der Erreger Orientia tsutsugamushi wird durch blutsaugende Milbenlarven von Nagetieren auf den Menschen übertragen. Die Milbenlarven leben auf feuchter Vegetation, beispielsweise auf Sträuchern und Büschen in der Nähe von Flussläufen. “An der Stichstelle bildet sich nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen bei etwa der Hälfte der Infizierten ein Eschar aus, ein schwärzlicher Schorf auf der Haut. Zudem kommt es zu regionalen Lymphknotenschwellungen”, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Im weiteren Verlauf treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Husten. Auch entwickelt sich nach ein paar Krankheitstagen ein knotig-fleckiger Hautausschlag. In wenigen Fällen tritt als Komplikation eine Gehirn- und Hirnhaut-entzündung, eine Herzmuskelentzündung oder eine Lungenentzündung auf. “Um diese Komplikationen und auch mögliche Todesfälle zu verhindern, ist eine frühzeiti-ge Behandlung mit einem Antibiotikum notwendig”, betont Professor Jelinek. Dabei gilt Doxycyclin als das Antibiotikum der ersten Wahl.

Da es derzeit keine Impfung gegen den Erreger des Tsutsugamushi-Fiebers gibt, sollten sich insbesondere Reisende, die Outdooraktivitäten wie Trekking oder Rafting in Nepal planen, vor Ort mit langärmeliger, imprägnierter Bekleidung und Repellents gegen die Milbenstiche schützen. “Wie auch beim Schutz gegen mückenübertragene Erkrankungen sind hier Repellents mit dem Inhaltsstoff DEET (Diethyltoluamid) zu empfehlen”, sagt der Experte. Ebenso sollten Touristen im Land Tierkontakte vermeiden und sich nicht auf den Boden setzen. “Für Trekking und Expeditionen in Nepal ist jetzt wieder Hochsaison”, sagt der Reisemediziner. “Wer über einen längeren Zeitraum in abgelegenen Regionen unterwegs ist, in denen nicht schnell ein Arzt aufgesucht wird, dem empfehlen wir, ein Notfallantibiotikum mitzunehmen.” Wann dies zur Anwendung kommen müsse, dazu sollten sich die Reisenden vorab in der reisemedizinischen Beratung informieren.

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Hepatitis-E in Namibia: Risiko für Schwangere

17.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Namibia meldet seit Mitte Dezember letzten Jahres ausgehend von Windhoek landesweit 3000 Verdachtsfälle auf Hepatitis E. 462 Infektionen wurden bestätigt, 24 Menschen sind daran verstorben. Die Infektion erfolgt meistens über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Reisende sollten sorgfältig auf die Hygiene achten und Schwangere die bekannten Infektionsgebiete meiden, rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Die meisten Erkrankungsfälle mit Hepatitis E stammen aus den informellen Siedlungen der Hauptstadt: Havana, Goreangab, Hakahana, Greenwell Matongo und Ombili im Stadtteil Katutura. Außerdem sind die Regionen Khomas, Omusati, Erongo und Oshana betroffen. Einzelfälle wurden jedoch auch aus allen anderen Regionen gemeldet. “Die Zahl der Neuinfektionen geht zwar seit Mitte August zurück”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, “Reisende in Namibia sollten aber dennoch Vorsichtsmaßnahmen treffen.” Eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus kann zu einer akuten Leberinfektion führen. Zwar verläuft Hepatitis E in der Regel gutartig, aber insbesondere Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Bis zu 20 Prozent der schwangeren Frauen versterben bei einer Erkrankung an Hepatitis E. “Schwangere sollten daher die Ausbruchsgebiete unbedingt meiden”, betont der Reisemediziner.

Da für Hepatitis E ein fäkal-oraler Übertragungsweg besteht, sollten alle Reisenden in Namibia eine gute Handhygiene einhalten und bei der Auswahl von Speisen vorsichtig sein: “Vor jeder Nahrungsaufnahme sollte man die Hände mit Wasser und Seife waschen, ebenso nach jedem Toilettengang, dem Berühren von Türklinken oder Geldscheinen”, führt Professor Jelinek aus. Die Hände sollten mit Einmal-Handtüchern oder Papiertaschentüchern abgetrocknet werden. Auch ein alkoholhaltiges Händedesinfektionsmittel könnten die Reisenden benutzen, wenn es keine Möglichkeit zum Händewaschen gibt.

Auch durch die Vermeidung bestimmter Lebensmittel kann das Risiko oral übertragener Infektionen reduziert werden. “Touristen und Geschäftsreisende sollten rohe, ungeschälte Früchte, rohes Gemüse und Salate meiden, erläutert der Experte. “Auch auf offene Säfte oder Getränke aus nicht original-verschlossenen Flaschen sollte verzichtet werden.” Vom Speisezettel gestrichen werden auch rohe oder nicht durchgegarte Fleisch-, Fisch und Eierspeisen ebenso wie nicht pasteurisierte Milch, Rohmilchprodukte oder offene Eiscreme. “Reisende sollten zudem von Speisen aus dem Straßenverkauf absehen oder von offenen Buffets, bei denen das Essen über längere Zeit ungekühlt bei Umgebungstemperatur aufbewahrt wird.”

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

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Ansteckungsgefahr für Touristen unwahrscheinlich - Südkorea: Geschäftsreisender an MERS-CoV erkrankt

14.09.2018   Meldungen

Düsseldorf, September 2018 – Südkorea meldet derzeit den ersten an MERS-CoV erkrankten Patienten seit dem Ausbruch im Jahr 2015. Der 61-Jährige Geschäftsreisende war am 7. September aus Kuwait über Dubai nach Seoul zurückgekehrt, wo er sich noch vom Flughafen aus ins Krankenhaus begeben hatte. Das südkoreanische Gesundheitsministerium hat alle Maßnahmen ergriffen, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Das CRM Centrum für Reisemedizin hält eine Ansteckung für Reisende in Südkorea für derzeit sehr unwahrscheinlich, wobei Touristen und Geschäftsreisende sich aber vor Abreise und im Land selbst zum aktuellen Stand informieren sollten. Eine Reisewarnung der WHO World Health Organisation liegt derzeit nicht vor.

Der südkoreanische Geschäftsreisende hatte sich von Mitte August bis Anfang September in Kuwait aufgehalten und war via Dubai nach Südkorea zurückgekehrt. Vom Flughafen in Seoul aus begab er sich aufgrund von Durchfall, den er bereits in Kuwait gehabt hatte, sowie Symptomen einer Lungenentzündung direkt ins Siemens Medical Center. Dort diagnostizierten die Ärzte die Infektion mit dem Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus, kurz MERS-CoV genannt und verlegten den Patienten auf eine Isolationsstation des Seoul National University Hospital. Derzeit zeige er keine kritischen Symptome wie Kurzatmigkeit und Blutdruckabfall, stehe aber unter Beobachtung, da nach etwa ein bis zwei Wochen erfahrungsgemäß eine Verschlechterung eintreten könne. “Das Koreanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC) hat gemeldet, dass sich die wenigen Menschen, die zu dem Erkrankten engeren Kontakt hatten – wie beispielswiese Flugbegleiter und medizinisches Personal – derzeit Zuhause in Quarantäne aufhalten”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Zudem würden alle Flüge aus Ländern des Nahen Osten gegenwärtig als Vorsichtsmaßnahme unter Quarantäne gestellt, weil man davon ausgehe, dass der erkrankte Patient sich in Kuwait infiziert habe. “Die Verantwortlichen in Südkorea haben alle Maßnahmen ergriffen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern und einen Ausbruch wie im Jahr 2015 zu vermeiden”, erläutert Jelinek. Damals erkrankten 185 Menschen an MERS-CoV, 38 starben. “Vor dem Hintergrund der derzeit ergriffenen Maßnahmen schätzen wir eine Übertragung auf Touristen und Geschäftsreisende in Südkorea als äußerst unwahrscheinlich ein”, betont der Reisemediziner.

Eine Infektion mit MERS-CoV zeigt sich meist in Form einer Lungenentzündung. Häufige Symptome sind Fieber, Husten und Schwierigkeiten beim Atmen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt drei bis 12 Tage, meisten erkranken die Patienten aber in weniger als sieben Tagen. Erstmals trat MERS-CoV im Jahr 2012 auf. Die meisten Infektionen sind aus sechs Ländern auf oder in der Nähe der Arabischen Halbinsel bekannt: betroffen sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Oman, Kuwait und Jordanien. Mehrere Untersuchungen internationaler Forschungsteams legen die Vermutung nahe, dass Dromedare das Reservoir für das Virus bilden. Dieses kann voraussichtlich auch durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Nach Einschätzungen aus Fachkreisen stellt MERS-CoV aber kein Risiko für die Allgemeinbevölkerung dar, da das Virus bisher nur sporadisch Erkrankungen bei Menschen auslöst, die zumeist an schweren Grunderkrankungen leiden. WHO-Experten sehen daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Grund, von Reisen in die betroffenen Gebiete abzuraten.
Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.

Quelle
http://www.promedmail.org/post/6016517

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Meningokokken: Serotyp W nimmt in westlichen Ländern zu

06.06.2018   Meldungen

*Düsseldorf, Juni 2018 – Meningokokken der Art Neisseria meningitidis – die Erreger gefährlicher Hirnhautentzündungen – kommen weltweit in zwölf unterschiedlichen Serotypen vor. Traditionell herrschen in Europa die Serotypen B und C vor. Im so genannten Meningitis-Gürtel im Afrika südlich der Sahara dominierte bis vor wenigen Jahren der Serotyp A, jetzt überwiegt Typ W deutlich. Seit einiger Zeit kommt es jedoch in verschiedenen Ländern – unter anderem in Australien, Tasmanien, aber auch in europäischen Länder wie den Niederlanden und England – zu einem Anstieg der Infektionen, die durch den Serotyp W verursacht werden. “MenW” zählt zu den Meningokokken-Infektionen, die am häufigsten tödlich verlaufen. Reisende, insbesondere Austauschschüler- und studenten, sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. *

In den Niederlanden sind in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits 57 Personen an Meningitis vom Typ W erkrankt, 11 sind an der Infektion gestorben. Damit liegt die Zahl der durch diesen Erregertyp verursachten Infektionen bereits jetzt über der – ebenfalls schon auffallend hohen – Gesamtzahl im Jahr 2017. Als Reaktion auf diesen Anstieg hat die niederländische Regierung bereits im vergangenen Jahr Reihenimpfungen beschlossen, um Kleinkinder und Grundschüler mit einem Kombinationsimpfstoff gegen die Serotypen ACW und Y zu schützen. “Auch in England, wo sich bereits vor einigen Jahren ein Anstieg dieses Serotyps bemerkbar machte, wurde der Vierfachimpfstoff vor zweieinhalb Jahren in das staatliche Impfprogramm aufgenommen”, sagt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Dort ersetzte er den Einfachimpfstoff gegen Meningokokken vom Typ C. In Deutschland ist weiterhin nur die Impfung gegen Meningokokken vom Typ C im Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorgesehen.

Hierzulande treten vor allem Meningokokken des Typs B und C auf. Die Inzidenz ist seit 2003 zurückgegangen. 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 123 Fälle, bei mehr als 70 Prozent handelte es sich um Infektionen mit Meningokokken B.

Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion – beim Niesen, Husten und Sprechen – über-tragen und können grundsätzlich zwei verschieden Krankheitsbilder verursachen: Die namengebende Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis), die auch gemeinsam auftreten können. “Beide Krankheiten entwickeln sich extrem rasch und können tödlich verlaufen”, sagt Tomas Jelinek. Daher müsse so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht und eine antibiotische Behandlung eingeleitet werden. Problematisch ist dabei, dass die typischen Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Übelkeit eher unspezifisch sind und einer Grippe oder starken Erkältung ähneln können. “Alarmsignale für eine Meningitis sind Nackensteife, starke Lichtempfindlichkeit und manchmal auch Krampfanfälle”, so Jelinek. Eine Sepsis mache sich dagegen mit Gliederschmerzen, einer schnellen, flachen Atmung und einer blassen fleckigen Haut bemerkbar. Die Flecken werden durch kleine Einblutungen verursacht und lassen sich im Gegensatz zu einem normalen Ausschlag nicht “wegdrücken”.

Meningokokken-Infektionen können in jedem Lebensalter auftreten, sind jedoch in zwei Altersgruppen besonders häufig: Meist sind Kinder im 1. und 2. Lebensjahr sowie 15- bis 19-jährige Jugendliche betroffen. Jenseits des 25. Lebensjahres tritt die Erkrankung eher selten auf, wenn nicht besondere Risikofaktoren vorliegen.

Vor allem jüngere Reisende sollten einen möglichst umfassenden Impfschutz gegen Meningokokken haben, rät das CRM Centrum für Reisemedizin. Das Institut empfiehlt den Immunschutz gegen alle derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y. Wichtig ist dieser insbesondere für Reisenden bis zum 25. Lebensjahr, zudem bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung oder Übernachtung in Gemeinschaftsunterkünften. Dazu gehören vor allem Austauschschüler und –studenten. Ihr Risiko, sich mit Meningokokken anzustecken, ist in dieser Gruppe besonders groß.

Quellen:

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Fußball-WM 2018 in Russland - Vor dem Anpfiff: Impfungen und Versicherungsschutz überprüfen

04.06.2018   Meldungen

Düsseldorf, Juni 2018 – Am 14. Juni startet die WM 2018 in Russland. Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt Besuchern angesichts der anstehenden Sportveranstaltungen, auch kurzfristig noch ihren Impfschutz zu überprüfen und ihn gegebenenfalls aufzufrischen. Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist etwa der Immunschutz gegen Hepatitis A sowie FSME empfehlenswert. Zudem sollten Fußballfans eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen.

An den Spielorten Jekaterinburg, Kaliningrad, Kasan, Moskau, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Sankt Petersburg, Samara, Saransk, Sotschi und Wolgograd werden bis zu einer Million ausländischer Besucher zur Fußballweltmeisterschaft 2018 erwartet. “Bei Massenveranstaltungen wie den bevorstehenden WM-Spielen besteht generell immer ein Risiko für alle tröpfchenübertragenen Erkrankungen wie Masern oder Grippe”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Fußball-Touristen sollten daher auf jeden Fall auch kurzfristig noch einen Blick in ihren Impfausweis werfen und den Impfschutz auffrischen.

Zusätzlich zu den in Deutschland üblichen Standardimpfungen ist für Russland auch eine Impfung gegen Hepatitis A empfehlenswert. Das Hepatitis A-Virus wird durch verunreinigte Speisen und Trinkwasser übertragen. Eine Infektion äußert sich zunächst durch Fieber, Erbrechen und schließlich durch eine Gelbfärbung der Haut. “Generell sollte man bei Aufenthalten in Russland auf die Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene achten – also etwa abgefülltes Wasser statt Leitungswasser trinken und auf nicht durchgegarte Fleisch- oder Fischgerichte verzichten”, rät Professor Jelinek. So könnten auch Durchfallerkrankungen vermieden werden, für die landesweit ein Risiko besteht.

WM-Besucher, die planen, sich viel im Freien und in der Natur aufzuhalten – etwa auf Camping- und Zeltplätzen – sollten sich zudem vor Zeckenbissen schützen und sich vor der Reise gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus impfen lassen. “Ein Risiko für FSME ist landesweit zu erwarten, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Besonders betroffen ist der europäische Teil Russlands, in dem auch Spielorte liegen”, erklärt Professor Jelinek. FSME-Viren können Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, eine Form der Hirnhautentzündung. Noch häufiger übertragen die Tiere allerdings Lyme-Borreliose. “Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bislang nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, Zeckenbisse von vornherein zu vermeiden. Wenn man sich in der Natur aufhält, sind geschlossene Kleidung und das Auftragen von Repellents empfehlenswert”, so der Experte für Reisemedizin.

Das CRM Centrum für Reisemedizin empfiehlt WM-Besuchern zudem, eine private Aus-landsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Denn auch in Ländern mit Sozialversicherungsabkommen sind für bestimmte Leistungen zum Teil erhebliche Eigenanteile zu zahlen. Die Kosten für einen krankheits- oder unfallsbedingten Rücktransport sind beispielsweise nur durch eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abgedeckt. Sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet. Die Auslandsreise-Krankenversicherung sollte nach Möglichkeit Beistandsleistungen beinhalten. Dies bedeutet, dass Betroffene im Krankheitsfall über eine Notrufnummer administrative und bei Bedarf auch ärztliche Unterstützung durch die Krankenversicherung erhalten.

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Nipah Virus in Südindien - CRM schätzt Risiko für Touristen als gering ein

25.05.2018   Meldungen

Düsseldorf, Mai 2018 – Seit Mitte Mai sind in Südindien erstmals Infektionen mit dem Nipah Virus aufgetreten, zehn Menschen sind verstorben. Die Infektion erfolgt überwiegend über Baumfrüchte und daraus hergestellten Säften. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Touristen in Indien auf rohe Fruchtsäfte und ungewaschene, angebissene Baumfrüchte vollständig zu verzichten, schätzt das Risiko einer Infektion mit dem Nipah Virus (NiV) für Reisende aber derzeit als gering ein.

Seit 1998 gab es mehrere Nipah-Ausbrüche in Malaysia, Singapur und im indischen Bundesstaat Westbengalen. Der zu den Henipaviren aus der Familie der Paramyxoviridae gehörende Erreger Nipah gilt am Golf von Bengalen als endemisch. Im südindischen Distrikt Kozhikode im Bundesstaat Karela wurden im Mai 18 Verdachtsfälle einer Infektion mit dem Nipah Virus gemeldet. Bei zwölf Betroffenen konnte der Erreger bestätigt werden, zehn Menschen sind bislang verstorben. Es handelt sich um den ersten Ausbruch in Südindien. Natürlicher Wirt des Erregers in Indien sind fruchtfressende Fledermäuse. “Die Infektion erfolgt vorwiegend oral über Baumfrüchte oder daraus hergestellten Säften, die mit Ausscheidungen derartiger Pteropus-Fledermäuse, auch Flughunde genannt, kontaminiert sind,” erklärt der wissenschaftliche Leiter des CRM Professor Tomas Jelinek. “Wir raten Reisenden daher, rohe Säfte wie Dattelpalmensaft und Baumfrüchte, die ungewaschen und angebissen sind, generell zu vermeiden. Die Gefahr einer Infektion ist dann äußerst gering.” Touristen sollten sich vor Abflug zusätzlich aktuelle reisemedizinische Informationen einholen, wie bei sonstigen Reisen auch.

In Südinden werden derzeit rund 100 Personen medizinisch überwacht, die mit den Erkrankten in Kontakt standen. “Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn das Nipah-Virus kann im begrenztem Umfang auch von Mensch zu Mensch übertragen werden”, so der Experte für Reisemedizin. “Dies kommt in der Regel aber nur bei engem persönlichen Kontakt vor, also unter Angehörigen und weiteren Menschen, die in einem Haushalt zusammenleben. Die Übertragung erfolgt wahrscheinlich durch den engen Kontakt mit Sekreten und Ausscheidungen von Erkrankten.”

Das Nipah-Virus hat seinen Namen von Nipah in Malaysia, wo 1998 der erste Aus-bruch dieser Erkrankung beschrieben worden ist. Von diesem waren Haustiere und Menschen betroffen: Schweine waren infiziert, mit denen die ersten erkrankten Men-schen, Schweinehalter, Kontakt hatten. “Neben der Übertragung durch Fledermäuse in Indien kommen also auch Haustiere wie Schweine als Überträger in Betracht, was in Malaysia der Fall war, für Indien aber bislang nicht berichtet wurde, so Professor Jelinek.

Die Nipah-Krankheit führt bei einer Infektion zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Erbrechen. Bei schwerem Verlauf kann es zu einer Enzephalitis, einer Gehirnentzündung kommen, ebenso zu akuten Atemwegserkrankungen oder atypischen Lungenentzündungen. Derzeit gibt es keine Impfstoffe oder spezifischen Medikamente gegen die Nipah-Krankheit, nur eine unterstützende Behandlung. Das Nipah Virus und weitere durch Henipaviren verursachte Krankheiten stehen auf der F&E Blueprint-Liste der World Health Organisation (WHO). Auf diese setzt die WHO Krankheiten und Erreger, die sie für die Forschung und Entwicklung als vorrangig betrachtet, weil sie aufgrund ihres Endemiepotenzials und keiner oder nur unzureichender Gegenmaßnahmen ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen.

Quellen:
http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/nipah-virus
http://www.promedmail.org/post/5812214
http://www.who.int/blueprint/priority-diseases/en/

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Dengue-Fieber in Thailand: Ganzjährig Mückenschutz beachten

24.04.2018   Meldungen

Düsseldorf, April 2018 – In Thailand wurden landesweit seit Anfang des Jahres rund 4.180 Infektionen mit Dengue-Fieber gemeldet, neun Menschen sind verstorben. Besonders betroffen sind die Region um Bangkok und der Süden des Landes. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden dazu, sich vor den überwiegend tagaktiven Stechmücken mit mückenabweisenden Substanzen und entsprechender Kleidung zu schützen.

In Thailand ist es im vergangenen Jahr mit mehr als 50.030 Erkrankungen und 59 Todesfällen zu den höchsten Fallzahlen seit 20 Jahren gekommen. “Die Hauptübertragungszeit für Dengue-Infektionen sind die Monate Juli und August, also die Monate während und nach der Regenzeit. Vor diesem Hintergrund ist auch in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen”, sagt Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter der CRM Centrum für Reisemedizin. “Aber ein Infektionsrisiko besteht in Thailand wie in ganz Südostasien ganzjährig. Wir raten Reisenden in diese Regionen daher immer dazu, sich vor den Überträger-Mücken zu schützen.” Die Übertragung des Dengue-Virus erfolgt durch die tagaktive asiatische Tigermücke.

Sinnvoll ist als Mückenschutz das Tragen heller und möglichst geschlossener Klei-dung. Da Moskitos durch dünne Materialien hindurchstechen können, kann es sinnvoll sein, feines Gewebe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren. Zum Auftragen auf freie Hautstellen eignen sich zudem Mückenschutzmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent. Diese bieten mindestens drei Stunden lang Schutz gegen die meisten stechenden In-sekten. “Wer während oder nach einer Reise in Südostasien trotz Mückenschutz grippeähnliche Symptome aufweist, sollte diese unbedingt bei einem Arzt abklären lassen”, empfiehlt Professor Jelinek.

Denn etwa zwei bis zehn Tage nach einer Infektion mit Dengue-Fieber durch einen Mückenstich tritt eine grippeähnliche Erkrankung auf: Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein Druckschmerz hinter dem Auge sind typische Symp-tome. Oft kommt es zusätzlich zu einer flüchtigen Hautrötung. Obwohl das Fieber und die Schmerzen nach etwa einer Woche abklingen, leiden die Patienten meistens noch mehrere Wochen unter allgemeiner Abgeschlagenheit. “Die erstmalige Erkrankung an Dengue verläuft in aller Regel gutartig”, sagt der Reisemediziner. “Das Tückische an der Krankheit ist jedoch, dass bei einer zweiten oder dritten Infektion die Patienten sehr schwer erkranken können.” Oftmals treten dann innere Blutungen und Schocksymptome auf, obwohl die erste Erkrankung Jahre zurückliegt. Reisende seien davon jedoch sehr selten betroffen, betont der Experte.

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Vorsichtsmaßnahmen beachten! Thailand: Leptospirose-Infektionen nehmen zu

23.10.2017   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2017 – Die Behörden in Thailand haben vor einem Anstieg an Leptospirose-Infektionen gewarnt. Als Grund dafür gelten Überschwemmungen infolge der schweren Unwetter in Ost- und Zentralthailand inklusive Bangkok. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden, den Kontakt mit potenziell infizierten Tieren oder Gewässern zu vermeiden.

In diesem Jahr wurden bereits 2.425 Erkrankungen und 47 Todesfälle aufgrund von Leptospirose in Thailand gemeldet. Nun warnen die Behörden vor einem weiteren Anstieg infolge der schweren Unwetter: in Wasser und Schlamm können die Leptospiren, die Bakterien, die die Leptospirose verursachen, lange überleben. “In die Umwelt gelangen die Bakterien über den Urin infizierter Nagetiere, aber auch von Haus- und Nutztieren wie Hunden, Schweinen und Rinder,” erklärt Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Ihre Infektiosität bleibt vermutlich über Monate hinweg bestehen.” Menschen infizieren sich entweder durch den direkten Kontakt mit erregerhaltigem Urin oder den Kontakt mit einer kontaminierten Umwelt, wobei die Bakterien über Hautläsionen oder die Schleimhäute in den Körper gelangen. “Reisende, insbesondere Rucksacktouristen und Expeditionsteilnehmer, sollten den direkten Kontakt mit Süßwasser-Gewässern und Schlamm in den betroffenen Gebieten unbedingt meiden,” rät Professor Jelinek. Zu einem solchen komme es beispielsweise auch beim Wasserfallklettern oder bei Sportaktivitäten wie Schwimmen. Zudem sollten Touristen sich ebenfalls von Tieren fernhalten.

Der Großteil aller Leptospirose-Erkrankungen verläuft mild: Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen ist das erste Stadium gekennzeichnet durch grippeartige Symptome wie hohes Fieber mit Schüttelfrost und starke Kopf- und Muskelschmerzen. Häufig treten zudem eine Rötung der Schleimhäute und eine Konjunktivitis auf. Im zweiten Stadium können aber teilweise auch Organe betroffen sein: Bei Beteiligung der Leber und Niere und damit einhergehendem
Ikterus, einer Gelbfärbung von Haut, Organen und Körperflüssigkeiten, spricht man von Morbus Weil. Auch andere Organe wie die Lunge oder das Gehirn können betroffen sein, es kann zu einer Bronchitis, einer Meningitis oder einer Meningoenzephalitis kommen. “Dann sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, etwa mit Penicillin G oder Doxycyclin”, erläutert Professor Jelinek. Ohne entsprechende Behandlung verliefen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich. “Je nach Expositionsgefahr für den Reisenden kann auch eine prophylaktische Einnahme von Doxycyclin in Erwägung gezogen“, ergänzt Jelinek. Das müsse man aber im Rahmen einer individuellen reisemedizinischen Beratung gemeinsam besprechen.

Leptospirose tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen auf, besonders nach starken Niederschlägen in der Regenzeit. Zu den Risikogebieten zählen unter anderem die Karibik, Brasilien, China, Indien und Malaysia. Aber auch in den gemäßigten Breiten kommt die Erkrankung vor, hauptsächlich im Sommer und Herbst. Vorwiegend sind bestimmte Berufsgruppen wie Bauern, Kanalarbeiter, Metzger oder Veterinäre betroffen.

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Kinderlähmung ist noch immer nicht ausgerottet: Vor Reisen Polio-Impfschutz prüfen und auffrischen

21.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Die Kinderlähmung als schwere und lebensbedrohliche Viruserkrankung ist aus dem Bewusstsein der Menschen in Deutschland nahezu verschwunden. Denn hierzulande tritt die Erkrankung nicht mehr auf. Doch Polio existiert weiterhin. Regelmäßig kommt die Infektionskrankheit noch in Afghanistan und Pakistan vor, doch auch in einigen Ländern Afrikas und Asiens flammt sie immer wieder auf. Europa galt seit 2002 offiziell als poliofrei, doch 2015 kehrte die Seuche zurück: In der Ukraine erkrankten zwei Kinder an Polio. Fernreisende sollten ihren Polio-Impfschutz prüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Welt-Polio-Tages am 28. Oktober hin.

“Solange das Virus nicht ausgerottet ist, besteht bei unzureichendem Impfschutz in der Bevölkerung immer das Risiko, dass sich Polio auch in bisher nicht betroffenen Regionen – sogar in Europa – wieder ausbreitet”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Deshalb ist ein wirksamer Impfschutz in Deutschland und insbesondere bei Reisen in Verbreitungsgebiete unerlässlich. Zu den Verbreitungsgebieten gehören Süd- und Vorderasien sowie zahlreiche Länder Afrikas. “Jeder Mensch ohne oder mit unvollständigem Impfschutz kann ein Hort für den Erreger sein und diesen weitertragen, auch wenn er selbst nicht daran erkrankt”, betont Jelinek.

In Deutschland werden Kinder in der Regel im ersten und zweiten Lebensjahr in mehreren Dosen gegen Polio geimpft. Eine einmalige Auffrischimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.
Für Reisende in Verbreitungsgebiete gilt: Wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre her ist, sollte vor der Reise ebenfalls eine Auffrischung erfolgen.

Polio-Viren werden von Infizierten mit dem Kot ausgeschieden. Über verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel wird das Virus weiterbreitet. Zunächst löst eine Infektion Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen aus. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem kommt es zur paralytischen Poliomyelitis, also zu Lähmungen. Etwa eine von 200 Polioinfektionen geht mit lebenslangen Lähmungen einher. Fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, wenn die Lähmungen das Zwerchfell betrifft. Weitaus mehr Menschen leiden an den Spätfolgen einer Infektion mit Polio-Viren: Jahrzehnte nach der Erkrankung kann das sogenannte Post-Polio-Syndrom (PPS) auftreten. Zu den Krankheitszeichen der Kinderlähmung zählen zum Beispiel Muskelschwäche, -schwund, -schmerzen und Nervenschmerzen. Polio ist nicht heilbar.

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Neue Lancet-Studie: Tourismus trägt Multiresistenzen in alle Welt

10.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Der weltweite Tourismus hat einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung multiresistenter Erreger, etwa der sogenannten ESBL-bildenden Bakterien. Dies bestätigt erneut eine aktuelle Veröffentlichung in The Lancet Infectious Diseases. Rund 320 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr Länder in Asien, Nordafrika oder im Mittleren Osten. Ein großer Teil der Reisenden, die ein Land mit geringem Hygienestandard besuchen, bringen multiresistente Darmkeime in ihre Heimat mit. Damit erhöht sich auch das Risiko, diese auf Daheimgebliebene zu übertragen.

Die aktuelle Publikation in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases bestätigt, dass internationale Reisen erheblich zur Entstehung und Verbreitung multiresistenter Erreger beitragen. 34 Prozent der international Reisenden, die zuvor frei von ESBL-bildenden Bakterien waren, kehren mit einem Befall dieser Keime in ihre Heimatländer zurück; bei 11,3 Prozent sind sie selbst nach zwölf Monaten in der Heimat noch nachweisbar. In Südostasien, Zentralasien und Nordafrika ist das Risiko, sich ESBL-bildende Keime einzufangen, besonders hoch. Das Risiko erhöhte sich zudem, wenn Reisende unterwegs Antibiotika eingenommen oder an Reisedurchfall gelitten hatten. Auch Menschen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, tragen ein höheres Risiko, auf Reisen multiresistente Keime zu erwerben.

Sie sogenannten ESBL-bildenden Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, müssen nicht per se krank machen. “Für viele Träger werden diese Keime nie zum Problem – es ist bis zu einem gewissen Grad sogar normal, dass wir alle multiresistente Bakterien in uns tragen”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Wenn die Erreger aber auf abwehrgeschwächte, kranke, frisch operierte oder ältere Menschen treffen, können sie zu einem massiven Problem werden.” Bei diesen Personengruppen können sie verschiedene Infektionen auslösen, die wegen der Resistenz des Keims nur schwer zu behandeln sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger von Reiserückkehrern an ein Haushaltsmitglied übertragen werden, liegt bei rund zwölf Prozent, zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung.

“Wir brauchen sowohl bei Ärzten als auch bei Reisenden mehr Bewusstsein für die Problematik der auf Fernreisen erworbenen und hierzulande weiterverbreiteten multiresistenten Erreger”, sagt Jelinek. International Reisende sollten etwa während und nach der Reise auf besonders sorgfältige Hygiene achten. “Die meisten Keime werden über die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt gefährdete Personen im Umfeld bis zu einem gewissen Grad”, betont Jelinek. Aber auch die Vermeidung von Reisedurchfall durch sorgfältige Lebensmittelhygiene auf Reisen sei wichtig. Falls nach der Reise ein Arzt- oder Klinikbesuch ansteht, sollten Reiserückkehrer die Ärzte proaktiv darauf hinweisen, dass und wann sie im Ausland waren.
“Doch auch Ärzte sind gefragt: Bei der Aufklärung von Reisewilligen über Risikofaktoren, aber auch bei der Berücksichtigung möglicher importierter Resistenzen bei Reiserückkehrern. Diese müssen sowohl bei der Behandlung der Reisenden selbst, als auch als potentielle Gefahr für andere Patienten – etwa bei Krankenhausaufenthalten – mehr in den Blick rücken”, so Jelinek.

Literatur:

  • Arcilla et al. Import and spread of extended-spectrum β-lactamase-producing Enterobacteriaceae by interna-tional travellers (COMBAT study): a prospective, multicentre cohort study.
  • Lancet Infect Dis 2016. Published Online October 14, 2016. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1473-3099(16)30319-X)30319-X.

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