Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin - zur Startseite

Glossar

Anmeldung

Eine Anmeldung für unsere Reisepraxen ist grundsätzlich nicht notwendig. Sie können jederzeit während der Öffnungszeiten in unseren einzelnen Reisepraxen spontan vorbeikommen. In unserer Zentrale in Berlin- Mitte bieten wir den Service einer festen Terminvereinbarung für die Reisepraxis Berlin- Mitte unter 030- 960 609 40 an.

Termine für Tropentauglichkeitsuntersuchungen nach G35 oder Tropenrückkehruntersuchungen bieten wir Ihnen in unserem Zentrum in Berlin- Mitte sehr zeitnah an unter 030-960 609 40 oder anmeldung@bctropen.de.

Termin für Konsultationen im Rahmen der Borreliose- & Zeckensprechstunde müssen ebenfalls über unserer Anmeldung vereinbart werden.

Termine für Höhentauglichkeitstests und Höhentraining werden zentral vergeben über die Hotline: 030- 960 609 40

Bilharziose / Schistosomiasis

Bilharziose eine Wurminfektion mit akuter und chronischer Phase. Sie kommt in Afrika, Asien, Südamerika und einigen karibische Inseln endemisch vor. Wasserschnecken sind Zwischenwirt der Übertragung wenn deren Lebensraum Süßwasser durch die Ausscheidungen infizierter Personen verunreinigt ist. Die WHO geht von ca. 200 Millionen Menschen in 74 tropischen und subtropischen Ländern aus, die mit Schistosomiasis infiziert sind und von jährlich 20.000 Todesfällen. Damit ist diese Krankheit nach Malaria die zweithäufigste parasitäre Tropenkrankheit.

Durch menschliche Ausscheidungen gelangt das Ei ins Wasser, wo es heranreift und eine Larve freigibt. Diese infizieren spezifische Schnecken, die sich in stehenden Gewässern aufhalten. In der Schnecke durchlaufen die sie eine Entwicklung zu Zerkarien. Diese werden in großer Anzahl ins Wasser freigegeben. Zerkarien sind, bei einer Größe von unter einem Millimeter, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie sind in der Lage, intakte Haut und Schleimhäute nach kurzer Expositionszeit zu durchdringen. Nach Eindringen in den menschlichen Körper entwickeln sich Zerkarien zu Schistosomen, die durch das menschliche Gewebe zur Leber und Pfortader wandern. Die Würmer beginnen mit der Eiproduktion 3-7 Wochen nach Eindringen in den menschlichen Körper und setzen diese 3-8 Jahre lang fort. Diese Eier führen zu Gewebsveränderungen und chronischen Erkrankung. Die Inkubationszeit der chronischen Manifestation kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Nicht selten treten Ösophagusvarizenblutungen als Erstsymptom erst 10-15 Jahre nach der Erstinfektion auf.

Klinische Manifestationen

  1. Zerkariendermatitis:
    Die juckende Hautreizung wird wenige Minuten bis zu 24 Stunden nach Exposition durch Zerkarien ausgelöst.
  2. Akute Schistosomiasis:
    Wird auch als Katayamafieber bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Reaktion, die zwischen 4 und 87 Tagen nach der Infektion auftritt. Das Katayamafieber verläuft akut mit Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Kopfschmerz und Durchfall.
  3. Chronische Schistosomiasis:
    Bezeichnet einen Zustand von chronisch-entzündlichen Veränderungen mit Gewebsvernarbung, der durch Schistosomen hervorgerufen wird. Verläuft häufig ohne Symptome. Fieber, Müdigkeit, Abdominalschmerzen und Durchfall können aber auftreten. Langfristig können schwere Schäden an Leber, Lunge, Herz, Darm und Gehirn auftreten.

Behandlung
Praziquantel (Biltricide® Tbl. à 600 mg) 40 mg/kgKG als Einmaldosis oder verteilt in Intervallen von 4-6 Stunden. Die Erfolgsrate liegt bei 80%. Daher ist es von Vorteil, die Behandlung nach 3-6 Monaten zu wiederholen.

Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zecken übertragen wird. Diese kann man therapieren. Wir bieten in unserem Zentrum in Berlin zur Diagnose & Therapie der Borrreliose eine Spezialsprechstunde durch unsere Infektiologen an. Informationen & Termine hierzu bekommen Sie unter anmeldung@bctropen.de oder 030/ 960 609 40

Borrelioseimpfung

An einem Impfstoff gegen Borreliose wird aktuell geforscht. Ein vielversprechendes Produkt befindet sich bereits in fortgeschittener klinischer Prüfung – das BCRT ist als Studienzentrum beteiligt. Mit einer Zulassung bis Anfang 2014 ist zu rechnen.

Chinin

Malariamedikament zur Behandlng der komplizierten Malaria tropica. Siehe auch Malaria

Chloroquin

Malariamedikament. Siehe auch Malaria

Cholera

Die Cholera ist eine bakterielle Durchfallerkrankung. In der Regel bleibt der Reisende davon verschont. Die vorhandene Schluckimpfung wird aber gerne als Reiseimpfung gegen den Reisedurchfall eingesetzt.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber ist eine Arbovirusinfektion die, wie auch Gelbfieber, von Aedes Mücken übertragen wird. Die weibliche Mücke sticht vorwiegend in den frühen Morgenstunden und in den späten Nachmittagsstunden unmittelbar vor Sonnenuntergang, ist jedoch auch während der restlichen Tag- und Nachstunden aktiv .

Der Stich ist schmerzlos aber im Gegensatz zum Stich der Malariamücke (Anopheles) oft juckend. Es gibt vier Serotypen des Dengue-Virus: Dengue 1, 2, 3 und 4, die alle dasselbe klinische Bild hervorrufen. Das Virus gehört zur Gruppe der Flaviviren. Es steht in enger Verwandtschaft zum Gelbfiebervirus und dem Japanischen Enzephalitisvirus. Das Dengue-Virus ruft Dengue-Fieber und hämorrhagisches Dengue-Fieber (DHF) hervor. Die Enstehung von DHF ist nicht vollständig geklärt.

Neben einer gewissen Häufung von Serotyp 2 scheint vor allen der Prozess des “Immune Enhancement” eine Rolle zu spielen. Hierbei verläuft die Erstinfektion mit einem beliebigen Serotyp zunächst unkompliziert und hinterlässt eine lebenslange, vor allem humorale Immunität. Bei einer Infektion mit einem weiteren Serotypen bilden die bereits vorhandenen IgG-Antikörper jedoch Immunkomplexe mit den neuen Viren. Dies fördert das Fortschreiten der Infektion und kann letztlich zu hämorrhagischen Komplikationen bis hin zum Dengue Schock Syndrom führen.

Diphtherie

Diphtherie ist eine Infektionskrankheit der oberen Atemwege mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae. Das Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, meist kommt es zu einem Befall der Mandeln oder des Rachens. Gefürchtet ist das von diesen Erregern abgesonderte Toxin, welches zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Spätfolgen führen kann, so kann es z.B. Herz, Niere oder Leber befallen. Der Erreger ist weltweit verbreitet, insbesondere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen und findet normalerweise im Säuglingsalter statt. Alle 10 Jahre ist, unabhängig von Fernreisen eine aktive Auffrischimpfung (Boosterung) erforderlich.

Doxycyclin

Antibiotikum, das auch als Malariamedikament eingesetzt werden kann. Siehe auch Malaria

Dukoral

Impfstoff gegen Cholera, auch effektiv gegen wichtigsten Erreger des Reisedurchfalls, enterotoxicogene Escherichia coli (ETEC).
Siehe auch Cholera
Siehe auch Reisedurchfall

Engerix B

Impfstoff gegen Hepatitis B.
Siehe auch Hepatitis B

Eurartesim

Malariamedikament. Kombinationspräparat aus Dihydroartemisinin und Piperaquin. Siehe auch Malaria

Facebook

Das BCRT ist auch auf Facebook vertreten. Hier machen wir in erster Linie auf unsere laufenden Studien aufmerksam um neue Probanden zu interessieren. ‘Liken’ Sie uns auf www.facebook.com/BCRT.Studien.

Flugreisen

Flugreisen werden immer beliebter. Damit Sie diese ohne Beschwerden gut überstehen, beraten wir Sie gerne zu Themen wie Thromboseprophylaxe, Nikotinpflaster, Dauermedikation & Zeitverschienung.

FSME

FSME ist die Abkürzung für „Früh- Sommer- Meningo- Enzephalitis“. Das ist eine Viruserkrankung die durch Zecken übertragen wird. Die FSME breitet sich zunehmend aus. Es gibt eine sehr zuverlässige Impfung gegen die FSME, die in einem bestimmten Abstand 3x verabreicht werden muss. Nähere Informationen und die Impfung bekommen Sie ohne Voranmeldung in unseren Reisepraxen.

Gelbfieber

Gelbfieber in eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Die Mücken sind tagaktiv und das Virus kommt insbesondere in Südamerika und Afrika vor. Die Inkubationszeit beträgt 3-6 Tage , die Sterberate liegt bei 30-50%. Wirksamer Schutz ist eine Schutzimpfung mit der Lebendvaccine, die einen 10 jährigen Schutz gewährt. Zahlreiche Länder verlangen den Nachweis einer Gelbfieberimpfung bei der Einreise. Diese muss im Impfausweis mit dem gesonderte Siegel dokumentiert werden. In unseren Reisepraxen werden Sie bei Bedarf genauestens informiert. Die Gelbfieberimpfung kann bei uns in den Reisepraxen Berlin, Frankfurt, München & Köln durchgeführt werden. In Dresden & Hamburg arbeiten wir mit Kooperationsparntern zusammen, da das Impfen der Gelbfieberimpfung an eine Zulassung durch die örtlichen Behörden geknüpft ist, die uns in diesen beiden Städten bisher noch nicht vorliegt.

Gutscheine

Gutscheine für Reiseberatungen, Höhentrainingstunden oder andere Leistungen unseres BCRT können Sie jederzeit über unsere Zentrale in Berlin bekommen. anmeldung@bctropen.de oder 030/ 960 609 40

HAVpur

Impfstoff gegen Hepatitis A.
Siehe auch Hepatitis A

Havrix

Impfstoff gegen Hepatitis A.
Siehe auch Hepatitis A

HBVaxpro

Impfstoff gegen Hepatitis B.
Siehe auch Hepatitis B

Hepatitis A

Die Hepatitis A ist eine Leberentzündung die man sich durch verunreinigte Lebensmittel & Trinkwasser holen kann. Zur Vorbeugung gibt es eine sehr gut verträgliche Impfung. Die Hepatitis-A-Impfung empfiehlt sich für alle Reisenden unabhängig von der Dauer der Reise oder des Reiseziels außerhalb von Europa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan. In Europa empfiehlt sich die Impfung bei Reisen nach Albanien, Rumänien, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien, bei längeren Aufenthalten in den Baltischen Ländern, in Polen, Ungarn, der Tschechei und Slowakien.

Die Hepatitis A Impfung kann auch noch unmittelbar vor der Abreise geimpft werden. Eine Auffrischung nach 6-12 Monaten garantiert einen Impfschutz von ca 25 – 30 Jahren.

In unseren Reisepraxen ist der Impfstoff gegen Hepatitis A stets verfügbar. Kommen Sie vorbei!

Hepatitis B

Wie die Hepatitis A, ist auch die Hepatitis B weltweit verbreitet. Sie ist jedoch wesentlich seltener als erstere. Die Erkrankung wird über alle Körperflüssigkeiten, vor allem jedoch Blut und Sperma, übertragen. Sie wird nicht über Nahrungsmittel aufgenommen und ist somit auch keine typische Reisekrankheit. Besondere Risikogruppen sind Empfänger von ungetesteten Blutkonserven und anderen Plasmaprodukten, medizinisches Personal, Homosexuelle, Drogenabhängige, Prostituierte und ihre Kunden.
Reisende, die einer entsprechenden Risikogruppe angehören, sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und eine Impfung ernsthaft erwägen, da eine Infektion mit Hepatitis B-Virus chronisch verlaufen und zur Leberzirrhose führen kann. Darüber hinaus sollten alle Tropenreisenden jede Prozedur, die zu einer Verletzung der Haut führt (Tätowierung, Ohrloch stechen, Akupunktur, Injektionen) unter dubiosen hygienischen Bedingungen vermeiden. Hepatitis B ist in großen Teilen Afrikas, Südostasiens und Südamerikas hyperendemisch. Bei einem längeren Aufenthalt in diesen Gebieten ist die Impfung für Kinder und Erwachsene, die in engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung stehen, z.B. medizinisches Personal, zu empfehlen.

Seit 1995 ist die Hepatitis B Impfung in Deutschland, wie von der WHO empfohlen, Teil der Grundimmunisierung im Kindesalter.

In unseren Reisepraxen ist der Impfstoff gegen Hepatitis B stets vorhanden.

Hepatyrix

Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Typhus.
Siehe auch Hepatitis A
Siehe auch Typhus

Herpes Zoster / Gürtelrose

Herpes Zoster, umgangssprachlich meist Gürtelrose genannt, ist eine Viruserkrankung, die hauptsächlich durch einen schmerzhaften, streifenförmigen Hautausschlag mit Blasen auf einer Körperseite in Erscheinung tritt. Dieser entsteht dadurch, dass die Entzündung von einem Nerv auf das umliegende Hautgebiet übergreift.

Die Krankheit wird durch das Herpesvirus Varizella-Zoster beim erwachsenen Menschen ausgelöst und tritt meist bei älteren Menschen oder solchen mit einem geschwächten Immunsystem auf.

Die Erstinfektion mit dem Varicella-zoster-Virus erfolgt meist im Kindesalter und äußert sich als stark juckende Windpocken. Da diese Viren sehr infektiös sind, ist auch die Durchseuchungsrate sehr hoch: nach dem 11. Lebensjahr haben >90 Prozent der Bevölkerung diese Infektion durchgemacht.

Die Windpocken verschwinden nach überstandener Erkrankung jedoch nicht vollständig aus dem Körper. Einige bleiben – sozusagen “schlafend” und vom Immunsystem in Schach gehalten – lebenslang in den Ganglienzellen der Nervenbahnen. Unter bestimmten Bedingungen können die Viren wieder aktiviert werden und zum unangenehmen und gefährlichen Herpes zoster führen. Je nachdem welche Nervenbahnen betroffen sind, zieht sich die Zosterinfektion halbseitig von der Wirbelsäule um den Körper, daher auch der Name Gürtelrose.

Die Ursache einer Reaktivierung der Viren ist normalerweise unbekannt. Es ist jedoch bekannt, dass mit zunehmendem Alter oder z. B. bei starkem Stress der Immunstatus herabgesetzt wird – das Virus kann dann entlang der Nervenbahnen in die Haut zurückwandern. Dort macht sich die Infektion zunächst als brennende, juckende oder stechende Schmerzen bemerkbar. Der typische Hautausschlag erscheint erst später – etwa 1 bis 3 Tage nachdem das Virus die Haut erreicht hat. Dieser Ausschlag besteht aus roten Flecken auf der Haut und kleinen Bläschen, die eine virusbelastete, infektiöse Flüssigkeit enthalten. Nach weiteren 3 bis 5 Tagen brechen die Bläschen auf und bilden allmählich Krusten, die nach 2 bis 3 Wochen abfallen.

Meistens tritt Zoster im Bereich des Brustkorbes auf. Gelegentlich können auch Rücken, Arme oder Beine betroffen sein. Bei Zoster ophthalmicus sind Gesicht und Augen betroffen, es kann durch Hornhautvernarbung teilweise oder vollständige Erblindung die Folge sein. Bei Befall der Gesichtsnerven kann es zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen, Verlust des Geschmackssinns oder Befall des Gehörgangs kommen. Mögliche Folgen sind hier neben den Zoster-typischen starken Schmerzen Schwerhörigkeit und Störungen des Gleichgewichtssinnes. Unbehandelt können dauerhafte Hörbeeinträchtigungen oder Taubheit die Folge sein.

Seit 2007 ist in Europa mit Zostavax® ein neuer Impfstoff zum Schutz vor Herpes-Zoster für Personen >50 Jahren zugelassen. In einer großangelegten Studie, an der mehr als 38.000 Personen teilnahmen, konnte gezeigt werden, dass durch die Impfung die Häufigkeit der Gürtelrose um 51 Prozent reduziert wird. Die Probanden, die trotz Impfung an der Gürtelrose erkrankten, hatten deutlich weniger Schmerzen und Komplikationen als die Patienten aus der Placebo-Gruppe. Auch reduzierte die Zoster-Impfung die Anzahl der Fälle der (PZN) um 67 Prozent. Der Impfstoff wurde generell gut vertragen. Die Impfung wird subkutan (unter die Haut) als Einmalgabe verabreicht. Momentan ist der Impfstoff jedoch ausschlisslich in den USA verfügbar – in Europa wird er nicht vor Ende 2013 zur Verfügung stehen.

HIV

Das humane Imunschwächevirus (HIV) befällt den zentralen Teil des Immunsystems, die CD4-Helferzellen. Über einen Zeitraum von 5-10 Jahren führt dies zu einem schweren Defekt des Immunsystems, dem erworbenen Immunschwächesyndrom (AIDS), das sich mit dem Auftreten einer Vielzahl opportunistischer Infektionen manifestiert. Seit 1980 hat sich eine HIV-Pandemie entwickelt, deren Auswirkungen vor allem Entwicklungsländer schwer treffen. Es existiert nahezu kein Land mehr auf der Erde, das nicht von der Krankheit betroffen ist. Die größten Auswirkungen finden sich im südlichen Afrika.

Risiko für Reisende
HIV wird weder über normale Sozialkontakte noch über Insekten übertragen! Das Virus weist nur eine geringe Umweltstabilität auf und ist daher nahezu ausschließlich durch Weitergabe von Körperflüssigkeiten mittels Sex, Nadelstichen oder Übertragung von Blut und Blutprodukten infektiös.
Das wichtigste Risiko auf Reisen sind sexuelle Kontakte. Dies schließt heterosexuellen, homosexuellen, analen, vaginalen und oralen Verkehr ein. In großen Städten wie Nairobi oder Bangkok sind deutlich mehr als 50% der Prostituierten infiziert. Ebenso hat die Zahl der HIV-positiven Prostituierten in Osteuropa erheblich zugenommen. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass zufällige sexuelle Kontakte außerhalb fester Partnerschaften unabhängig vom Geschlecht bei bis zu 60% der westlichen Reisenden vorkommen!

Höhenkrankheit

Selbst vollständig gesunde Personen können Symptome einer Höhenkrankheit bei einem raschen Aufstieg in Höhen von über 2.000 m entwickeln. Ernstere Symptome können bei Höhen über 2.500 m auftreten. Ursächlich hierfür ist der Sauerstoffmangel. Flüssigkeitsmangel oder ein erniedrigtes Herz-Zeit-Volumen haben eine Minderdurchblutung zur Folge.
Symptome der mildesten Form der akuten Höhenkrankheit (Akute Mountain Sickness, AMS) sind ein leichter „Hangover”: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Appetitlosigkeit sowie leichtere Atemnot. Die Symptome beginnen allgemein 4 bis 12 Stunden nach dem Aufstieg und erreichen ihr Maximum innerhalb der ersten 1 bis 2 Tage. Nach 2 bis 3 Tagen nehmen sie als Zeichen der Akklimatisation ab. Die Behandlung besteht darin, nicht weiter aufzusteigen und sofern die Symptome in der Ruhephase anhalten, abzusteigen.

Die schwere akute Höhenkrankheit äußert sich durch Verschlechterung der Symptome trotz Ruhephase, mit zunehmender Atemnot und Husten woraus sich schrittweise ein Lungenödem entwickeln kann. Dieser Zustand wird schon in Höhen von 2.500 m beobachtet und stellt sich bei ca. 1 bis 2% bei einem Aufstieg über 4.000 m ein. Ein Hirnödem tritt entweder gleichzeitig oder alleine auf. Symptome sind hier langsam zunehmende Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Trägheit. Sehr charakteristisch sind Gleichgewichtsstörungen, schwallartiges Erbrechen und Bewusstseinseintrübung. Die Behandlung besteht in einem unverzüglichen Abstieg. Steht Sauerstoff zur Verfügung, sollten 4 bis 5 l/min gegeben werden.

Wie gut sich einzelne Menschen an die Höhe anpassen ist genetisch vorgegeben. Diese Fähigkeit kann man durch den sog. Höhentauglichkeitstest ermitteln.

Höhentauglichkeits-Test

Der Höhentauglichkeits- Test dient der

  • Beurteilung der Hypoxieverträglichkeit
  • Beurteilung der Höhentauglichkeit
  • Evaluierung von Trainingsresultaten

Für die individuelle Höhentauglichkeit sind weitgehend genetische Faktoren verantwortlich. Das Auftreten einer Höhenkrankheit hängt weder mit dem Alter noch mit dem Geschlecht, noch der körperlichen Fitness zusammen. Der Höhentest ermittelt die individuelle Höhenverträglichkeit (begründet durch die in der Höhe gegebene Hypoxie = verminderter Sauerstoffgehalt des Blutes) und der damit verbundenen Belastung des Herz-Kreislaufsystems.

Der Test läuft unter medizinischer Aufsicht ab. Nach einer entsprechenden Voruntersuchung wird ein dosiertes sauerstoffreduziertes Luftgemisch über eine definierte Zeit per Atemmaske eingeatmet. Mit einem Pulsoxymeter (Fingerclip) wird Ausmaß und Geschwindigkeit der Veränderungen der Blutsauerstoffsättigung gemessen. Die Veränderungen der Sauerstoffsättigung und der Pulsrate geben Aufschluss über die möglichen Probleme und Reaktionen in der Höhe. Auch die Geschwindigkeit, mit der die Sauerstoffsättigung nach Abschluss des Tests wieder den Ausgangswert erreicht, gibt wichtige Aufschlüsse über die individuelle Hypoxietoleranz (= Höhentauglichkeit). Ein am Ende des Test angefertigtes EKG (Elektrokardiogramm) zeigt, ob der Herzrhythmus durch die Hypoxie verändert wurde.

Mit dem Höhentauglichkeitstest lässt sich beurteilen, ob eine durchschnittliche, eine über- oder eine unterdurchschnittliche Höhenverträglichkeit besteht. Dies stellt für eine geplante Berg- oder Trekkingtour eine sehr wichtige Information dar.

Einen Höhentauglichkeitstest können Sie bei uns in Berlin und München durchführen lassen. Die Terminvergabe erfolgt über unsere Zentrale Hotline 030/ 960 609 40

Höhentraining

Als Höhentraining bezeichnet man den Versuch, durch natürliche oder simulierte Höhe einen Trainingseffekt zu erzielen. Da die Akklimatisation an den Sauerstoffmangel (Hypoxie) aufgrund des in großer Höhe abnehmenden Luftdrucks der wichtigste Faktor bei dieser Trainingsform ist, spricht man häufig auch von Hypoxietraining. Die Wirksamkeit des Höhenanpassungstrainings ist insbesondere für Ausdauersportarten gut belegt.

Besonders beim Training in natürlicher Höhe wird meist nach dem Konzept Live High-Train High (LHTH) gearbeitet. Dies bedeutet, dass der Sportler eine gewisse Zeit in großer Höhe lebt und auch dort trainiert. Durch die leichtere Erreichbarkeit von Höhentrainingszentren und die Verfügbarkeit von Höhenkammern wurden in den letzten Jahren jedoch alternative Verfahren entwickelt, da so ein schneller Wechsel zwischen verschiedenen Höhenlagen möglich ist. Insbesondere das Konzept Living Low-Training High (LLTH), wobei der Sportler im Tiefland lebt, aber zum Training die Höhe aufsucht, setzt sich aktuell zunehmend durch.

Welche Art von Höhentraining in welcher Intensität am besten als Trainingsmethode geeignet ist, hängt stark von der geplanten Aktivität bzw. der fraglichen Sportart ab, aber auch vom jeweiligen Sportler, da Unterschiede in der individuellen Eignung für Höhentraining gesehen werden.

Wahl der Höhenstufe beim Höhentraining

Höhe Anpassung
Meereshöhe – 2.000m problemlos
2.000m Reaktionsschwelle
2.000m – 3.000m volle Kompensation
3.000m – 4.000m Störungsschwelle
4.000m – 6.000m ungenügende Kompensation
ca. 6.000m kritische Schwelle
6.000m – 8.000m kritische Zone
ca. 8.000m Todesschwelle

Im sportlichen Training wird meist auf relativ niedriger Höhe trainiert, häufig im Bereich zwischen 1.900m und 2.500m. Im Alpinismus, insbesondere im Höhenbergsteigen, kann hingegen Akklimatisation auf wesentlich größeren Höhen sinnvoll und notwendig sein, da hier üblicherweise geringere Belastungsintensitäten auftreten und eine Akklimatisation an Höhen notwendig ist, die im Wettkampfsport nie auftreten.

Bei der Wahl der richtigen Höhe werden auch individuelle Eigenschaften des Sportlers wie z.B. seine bisherige Hypoxieerfahrung berücksichtigt.

Häufigkeit und Dauer
Meist werden für sinnvolles Höhentraining Zeiträume von mehreren, mindestens jedoch 2 Wochen empfohlen. Häufig werden Wiederholungen des Hypoxietrainings als günstig betrachtet.

Aktives und passives Training
Studien haben gezeigt, dass insbesondere beim Konzept „live low-train high“ der wesentliche Effekt in der Gewöhnung des Körpers an den Sauerstoffentzug besteht. Der Stoffwechsel passt sich an, die Muskulatur lernt, mit weniger Sauerstoff zu arbeiten. Hierbei ist eine Trainingsbelastung während der Hypoxiephase offenbar von nur geringer Relevanz. Dieselben Effekte wie unter Belastung können auch beim passiven Höhentraining, also beim reinen Atmen der Höhenluft ohne körperliche Bewegung, beobachtet werden.

In unserem Zentrum in Berlin können Sie sowohl einen Höhentauglichkeitstest als auch ein Höhentraining durchführen. Termine vereinbaren Sie bitte unter: 030/ 960 609 40. In unserer Reisepraxis in München bieten wir eine Höhentauglichkeitstestung an, die u.a. notwendig ist, um in der Höhenkammer von Globetrotter Ausrüstung München ein Höhentraining durchzuführen. Termin auch hier über unsere zentrale Telefonnummer: 030/ 960 609 40

Gutscheine
Bei uns kann man jederzeit Gutscheine für eine Reiseberatung, Höhentraining oder einen Höhentauglichkeitstest erwerben. Auch für all unsere anderen Leistungen können Sie Gutscheine bekommen.

Hotline

Das BCRT verfügt über eine Hotline, die in unserer Zentrale in Berlin geschaltet ist. Hier können alle Fragen beantwortet und Termine vereinbart werden.
Die Hotline ist täglich von 9-19 Uhr und samstags von 12-17 Uhr erreichbar. Telefonnummer: 030/ 960 609 40

Impfpass

Der internationale Impfpass ist ein mehrsprachiges Dokument, in dem alle erhaltenen Impfungen eingetragen werden sollten. So ist gut erkennbar, welche Impfungen vorhanden sind, welche aufgefrischt werden muessen und welche noch durchgeführt werden sollten. Im Impfpass gibt es spezielle Seiten für vorgeschriebene Impfungen. So erfordert z.B. die Gelbfieberimpfung zusätzlich ein spezielles Siegel zur Dokumentation. Dieses ist nur in Gelbfieber-Impfstellen verfügbar. Der Impfpass ist ein Dokument und sollte bei Reisen mitgeführt werden.

Sollten Sie keinen Impfpass besitzen bekommen Sie in unseren Reisepraxen einen neuen ausgestellt.

Impfplan

Bei jeder reisemedizinischen Beratung bekommt der Reisenden von unseren Ärzten einen individuellen Impfplan erstellt. In diesem sind die bereits vorhandenen Impfungen aufgeführt sowie alle von uns empfohlenen Impfungen und ihre benötigten Zeitabstände. Diesen Impfplan sollte der Reisende zu allen Impfungen wieder mit in die Reisepraxis bringen.

Impfungen
  • Lebendimpfstoffe wie Impfstoff gegen Gelbfieber und die orale Impfstoffe gegen Typhus und Polio sollten, über die in den Schemata angeführten Kontraindikationen hinaus, nicht bei Personen mit Immundefekt (inklusive AIDS-Patienten) angewandt werden. Zur Impfung von Personen mit Immundefekt sollten Lebendimpfstoffe durch inaktivierte Impfstoffe, z.B. inaktivierter Polio und Typhim-Vi ersetzt werden.
  • Alle Impfungen können gleichzeitig gegeben werden, allerdings als separate Injektionen. Mittlerweile ist eine ganze Reihe von Kombinationsimpfstoffen im Handel, die die Applikation insbesondere bei Kindern sehr erleichtern.
  • Wenn Impfungen nicht gleichzeitig gegeben werden, kann die nachfolgende Impfung mit einem Totimpfstoff, wie Diphtherie, Tetanus, parenterale Polio (IPV), Hämophilius influenza (Hib), Japanische Enzephalitis (JE), Hepatitis A (HAV), Hepatitis B (HBV), Cholera, oral Cholera WC/rBS, Meningokokken A + C, Rabies, parenterale Typhus, Pneumokokken oder Influenza zu einem beliebigen Zeitpunkt appliziert werden, ohne dass es zu Störungen der Immunantwort oder einer Zunahme möglicher Impfreaktionen käme.
  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen (Gelbfieber, MMR) sollten frühestens 4 Wochen nach der Impfung mit anderen Lebendimpfstoffen gegeben werden. Bei der Impfung mit Lebendimpfstoffen bildet der Körper natürliche Interferone, die eine Virusvermehrung in den folgenden 3 bis 4 Wochen erschweren.
  • Neben der Kontraindikationen, die für jede einzelne Impfung genannt werden, sind Lebendimpfungen wie gegen Gelbfieber oder Masern bei Reisenden mit manifester Immunschwäche kontraindiziert. Für diese Gruppe sollten nach Möglichkeit nur Totimpfstoffe genutzt werden.
  • Zeitabstände zwischen Impfungen sollten in der Regel nicht verkürzt werden. Auf der anderen Seite ist eine Verlängerung von Impfabständen ohne Probleme möglich. Es ist daher nicht notwendig, mit einer einmal unterbrochene Grundimmunisierung erneut von vorne zu beginnen.
  • Die Applikationsart ist von herausragender Bedeutung. Insbesondere Impfstoffe, für die eine strikt intramuskuläre Applikation empfohlen wird wie Hepatits A, B, A+B, Typhus, Tollwut sollte immer der Oberarmmuskel gewählt werden.
  • Bei akuten, insbesondere fieberhaften Erkrankungen sollten Impfungen nicht appliziert werden, da einerseits die Immunantwort geschwächt sein kann, andererseits Krankheitssymtome als Impfreaktionen mißinterpretiert werden können.
  • Bestandteile von Impfstoffen können allergische Reaktionen bei empfindlichen Individuen auslösen. Verantwortlich sein können Tierproteine (z. Bsp. Hühnereiweß in Gelbfieber- und Influenzaimpstoffen), Konservierungsstoffe (Thiomersal in Hepatitis A, B oder A+B Impfstoffen), Neomycin (MMR) oder Stabilisatoren (Gelatine).
  • Alle Impfstoffe können Impfreaktionen auslösen. Meist äußern sich diese in milden grippalen Symptomen mit oder ohne Fieber, die innerhalb von 24h nach der Impfung auftreten. Dies schließt weitere Impfungen keineswegs aus.
  • Ist eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis oder Hepatitis B Bestandteil des Impfplans, sollte spätestens 3 Wochen, besser 4 Wochen vor Abreise begonnen werden. Ansonsten sind auch kurzfristige Termine möglich.

Impfungen bei Immundefekt

Schwere Immundefekte können angeboren sein. Fortgeschrittene HIV-Infektion (AIDS), Leukämie, Lymphomen, generalisierte Krebserkrankungen und die Behandlung mit hohen Dosen Kortikosteroiden ( >20 mg / Tag), Zytostatika, Strahlentherapie führen ebenfalls zu Immundefekten. Personen mit Immundefekten sollen nicht mit Lebendimpfstoffen geimpft werden. Dies gilt auch für Personen, die mit immundefekten Personen zusammenwohnen, da Geimpfte oft große Virusmengen ausscheiden und immundefekte Personen infizieren können. Es ist anzunehmen, dass HIV-Infizierte, die mit oder ohne Behandlung eine CD4-Zahl von mehr als 200 Zellen/Mikroliter haben, ohne größeres Risiko mit Lebendimpfstoffen geimpft werden können. Es liegen bislang aber kaum Erfahrungen vor. Deshalb ist weiterhin anzuraten, die Lebendimpfstoffe soweit wie möglich durch Totimpfstoffe zu ersetzen. MMR-Impfungen stellen nach unserer Auffassung kein größeres Risiko dar. Bei HIV-infizierten Kindern wird dasselbe Impfprogramm wie bei anderen Kindern empfohlen. Inaktivierter Impfstoff kann ebenso bei immundefekten Personen angewandt werden.

Impfungen bei Kindern

Die Grundregel ist: Kinder benötigen die gleichen Impfungen wie Erwachsene!

Ab einem Alter über 12-15 Monaten, wenn der Schutz durch mütterliche Antikörper gegen einige Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln nachläßt, haben Kinder mindestens das gleich Risiko einer Infektion wie Erwachsene. Bei einigen Erkrankungen, wie FSME, Polio, Typhus, Meningitis, und Hepatitis B erscheint das Erkrankungsrisiko von älteren Kindern gegenüber Erwachsenen sogar deutlich erhöht.

Dies gilt besonders für solche Kinder, die ihre Großeltern im Heimatland besuchen oder sich für längere Zeit im Ausland aufhalten. Diese Kinder haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Wasser-assoziierten Infektionen, wie Hepatitis A / E, Typhus oder Rotavirus zu erkranken. Enger Kontakt zu einheimischen Kindern erhöht das Risiko für Meningitis, Hepatitis B, Tuberkulose und Diphtherie. Reisende Kinder erwartet außerdem eine sehr starke Exposition von Erregern der klassischen Kinderkrankheiten, insbesondere Masern, und macht ein vom Impfkalender abweichendes frühes Impfen ratsam.

Wir haben spezielle Impfstoffe für Kinder in unseren Reisepraxen.

Impfungen bei Schwangeren

Generell sollte bei Bestehen einer Schwangerschaft überlegt werden, ob die Reise in die Tropen nicht bis nach Ende der Schwangerschaft verschoben werden kann.

Impfstoffe, die lebende, abgeschwächte Mikroorganismen enthalten (Gelbfieber, BCG, oral Typhusimpfung, oral Polio, oral Cholera (CVD 103), oder MMR), dürfen bei Schwangeren überhaupt nicht oder nur nach strenger Abwägung der Risiken angewendet werden. Werden diese Impfstoffe bei unerkannter Schwangerschaft gegeben, ist ein Schwangerschaftsabbruch aus diesem Grund jedoch nicht notwendig. Eine Schwangere zu impfen, kann zB bei Aufenthalt in Gebieten mit hohem Risiko der Gelbfieberübertragung notwendig sein. Totimpfstoffe können nach Abwägung der Infektionsrisiken auf der Reise gegeben werden.

Bei einer Reise in die Tropen/Subtropen sollte das Risiko durch passende Wahl der Unterkunft, durch ein Moskitonetz und durch entsprechende Vorkehrungen beim Essen minimiert werden. Eine Änderung des Reiseziels sollte erwogen werden, wenn ein hohes Infektionsrisiko zB durch Malaria besteht. In einigen Situationen kann es notwendig sein, Schwangere vor einer Auslandsreise gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Diphtherie und Tetanus (wenn sie nicht die Erstimpfung erhalten haben), Japanische Enzephalitis, Typhus (parenteraler Impfstoff), Meningokokken, Poliomyelitis sowie Gelbfieber zu impfen.

In der Mehrzahl der Produktinformationen für Impfstoffe in Deutschland ist angegeben, daß keine ausreichende Erfahrungen während der Stillzeit vorliegen. Auch wenn keine Hinweise beständen, daß eine Impfung in dieser Zeit schädlich sei, sollte eine individuelle Risikoabwägung erfolgen. Seitens der WHO und der CDC besteht keine Kontraindikation für die Gabe von Imfpungen während der Stillzeit.

Influenza/ Grippe

Influenza-Epidemien treten alljährlich von Dezember-April auf der nördlichen Halbkugel und von April bis Oktober auf der Südhalbkugel auf. In tropischen Regionen kann Influenza das ganze Jahr über auftreten.

Virus:
Influenza-Erkrankungen können beim Menschen durch 2 Typen verursacht werden: Typ A und Typ B. Beide menschenpathogenen Influenza-Typen haben ihr Reservoir bei Tieren (Geflügel, Schweine). Wie bei anderen RNA-Viren besteht bei Influenza A eine hohe Mutationsrate. Nicht nur durch das Auftreten neuer Influenza-Stämme besteht das Risiko einer Erkrankung. Auch durch das Nachlassen der typenspezifischen Immunität bei Erkrankten innerhalb von Jahren sowie bei Geimpften innerhalb von Monaten wird es nötig, sich jedes Jahr im September/Oktober erneut impfen zu lassen, um über eine hohen Antikörper-Titer während der Influenza Saison zu verfügen. Kreuzimmunität zwischen ähnlichen Stämmen vermindert zwar die Schwere der Erkrankung, kann sie aber oft nicht ganz verhindern. Bei einer Epidemie ist die Gefahr einer Erkrankung bei Kinder höher als bei Erwachsenen, aber die Schwere des Verlaufes und die Häufigkeit von Komplikationen nimmt mit dem Alter deutlich zu. Die Schutzwirkung der Impfung hängt primär vom Alter und der Immunkompetenz des Geimpften, aber auch von der Antigenität des Virus ab. Bei Personen unter 60 Jahren ist mit einem 70-90%-igen Schutz durch die Impfung zu rechnen, bei älteren Personen sinkt der allgemeine Schutz durch die Impfung auf 30-70%. Gegen schwere Verläufe mit Todesfolge ist jedoch in 80% ein Schutz zu erwarten. Immunität besteht 14 Tage nach Impfung. Da es mehr als 6 Monate dauert, um einen neuen Impfstoff zu produzieren, können die neuen Virus-Varianten der anderen Halbkugel nicht bei der Herstellung des neuen Impfstoffs berücksichtigt werden.

Impfindikation

  • Personen ab 65 Jahre
  • Bewohner von Pflegeeinrichtungen
  • Personen mit chronischen Lungen- bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Personen mit chronischer Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), Niereninsuffizienz oder Immunsuppression
  • Alle Personen in Berufen mit viel Kundenverkehr
  • Medizinisches Personal (um eine Ansteckung von Hochrisikogruppen zu verhindern)
  • Schwangere

Impfstoffe:

Eine „allgemeine Grippeimpfung“ gibt es nicht! Es werden ganz unterschiedliche Impfstoffe produziert. Relevante Unterschiede sind:

  • Subunit- oder Spaltimpfstoffe ohne weitere Besonderheiten:
    Schützt gegen die 3 häufigsten, aktuell zirkulierenden Influenzastämme
    Vor allem sinnvoll für Kinder und gesunde Erwachsene bis zum 60. LJ.
  • Spaltimpfstoff aus Zellkultur (frei von Hühnereiweiß):
    Vor allem sinnvoll bei Allergie gegen Hühnereiweiß, bietet aber auch einen etwas breiteren Schutz gegen weitere Influenzastämme
  • Adjuvantierter Spaltimpfstoff:
    Seit mehr als 10 Jahren erfolgreich in Verwendung, führt zu einem deutlich verbessertem Schutz.
    Vor allem sinnvoll bei chronisch Kranken und Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr.
  • Virosomaler Impfstoff, ohne Adjuvans:
    Führt zu einem deutlich verbessertem Schutz, vergleichbar mit adjuvantiertem Impfstoff.
    Vor allem sinnvoll bei chronisch Kranken und Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr.
    In den Reisepraxen des BCRT stehen alle wesentlichen Impfstofftypen zur Auswahl.
Reisende: Das Expositionsrisiko für Influenza während einer Reise hängt sehr von der Jahreszeit und dem Ort ab. In den Tropen kann über das ganze Jahr Influenza auftreten. Wenn auch Influenza in den gemäßigten Klimazonen während der Wintermonate eine wesentlich größere Bedeutung hat, so sind eine Reihe von Influenza-Ausbrüchen, insbesondere unter Gruppenreisenden bekannt geworden. Diese gingen aus von einer oder mehreren Personen aus Teilen der Welt in denen gerade das Influenza-Virus kursierte. Zentrale Klimaanlagen in Hotels, Bussen, Zügen, Flugzeugen und Schiffen führen zur Verbreitung der Erkrankung.

Für folgende Reisende sollte daher eine Influenza-Impfung erwogen werden:

  • Reisende in die Tropen unabhängig von der Jahreszeit
  • Reisende auf die Südhalbkugel in den Monaten April-September
  • Gruppenreisende, die gemeinsam mit Personen aus Epidemiegebieten reisen.

In unseren Reisepraxen haben wir verschiedene Grippe- Schutzimpfungen, die wir Ihnen je nach Alter & Indikation anbieten können.

Insektenschutz

Beim Aufenthalt in Malariagebieten ist es in zunehmendem Maße wichtig, sich vor dem Stich der Anophelesmücke zu schützen. Die Mücke sticht weit überwiegend nach Anbruch der Dämmerung bis zum Morgengrauen bzw. in dunklen Räumen. Häufig wird das Risiko einer Malaria am Vorkommen von Moskitos abgeschätzt. Dieses wiederum beurteilen viele Reisende nach dem hörbaren Summen von Mücken und der Menge an spürbaren Stichen. Im Gegensatz zu vielen einheimischen Mücken fliegen Vektoren der Malaria (Anopheles-Moskitos) kaum hörbar. Darüber hinaus ruft ihr Stich keine oder nur eine minimale Reaktion hervor. Somit wird die Gefahr der Übertragung häufig unterschätzt. Abgesehen von der Malaria wird eine ganze Reihe anderer tropenspezifischer Infektionskrankheiten (z.B. Dengue, Japanische Enzephalitis, Schlafkrankheit, etc.) durch Insekten übertragen. Daher ist ein konsequenter Insektenschutz bei jeder Tropenreisen unbedingt empfehlenswert.

Für detailierte Informationen stehen wir Ihnen während der reisemedizinischen Beratung gerne zur Verfügung.

Ixiaro

Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis.
Siehe auch Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis

Japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Virusinfektion, die ausschließlich in Asien vorkommt. Unter Enzephalitis versteht man eine Entzündung des Gehirns. Es handelt sich um die häufigste Virusenzephalitis Asiens. Das natürliche Reservoir des Japanische Enzephalitis Virus bilden Vögel, insbesondere Wasservögel, und Schweine. Die Übertragung erfolgt durch Culex-Moskitos, die vor allem nachtaktiv sind und in Ställen sowie bei menschlichen Behausungen in ländlichen Gebieten brüten. In Asien sind v.a. auch Reisfelder für die Vermehrung der Mücken relevant. Einige Länder Asiens (zB China, Vietnam) haben Pflichtimpfungen für die Bevölkerung eingeführt, u die Erkrankungszahlen zu senken.

Insgesamt ist die Erkrankung eine seltene Komplikation in der Folge einer Auslandsreise. Allerdings ist klar hervorzuheben, dass es sich bei der Japanischen Enzephalitis um eine der ernstesten Enzephalitisformen mit einer Letalität von ca. einem Drittel der Erkrankten handelt. Ein weiteres Drittel der Patienten behält lebenslange Folgeschäden. Eine spezifische Therapie ist zurzeit nicht verfügbar, daher wird rein symptomatisch und intensivmedizinisch behandelt.

Seit 2009 ist mit Ixiaro® ein in Europa produzierter Totimpfstoff zugelassen, der einen sehr guten Schutz bietet. Relevante Nebenwirkungen sind im Gegensatz zu den in Asien verwendeten Impfstoffen nicht zu erwarten: in den Zulassungsstudien war die Nebenwirkungsrate und –schwere gleich hoch wie in der Placebogruppe. Eine weite wichtige Maßnahme ist der Schutz vor Mückenstichen durch die Benutzung von Moskitonetz und Repellentien.

Impfindikation:
Bei Aufenthalt in ländlichen Gebieten Asiens, unabhängig von der Zeitdauer.

Dosis:
0,5ml intramuskulär, wiederholt nach 4 Wochen. Eine dritte Dosis sollte nach 1-2 Jahren gegeben werden. Die Dauer des Langzeitschutzes liegt vermutlich in der Größenordnung von 10 Jahren.

Keuchhusten / Pertussis

Pertussis oder auch Keuchhusten ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöste Infektionskrankheit. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Die Bordetellen haben eine außerordentlich hohe Infektiosität. Der Erreger kommt weltweit vor, in Deutschland gibt es auf Grund einer sinkenden Durchimpfungsrate steigende Erkrankungszahlen. Nach einem uncharakteristischen Beginn mit erkältungsartigem Husten, treten anfallsartig typische stakkatoartige Hustenattacken auf. Die Attacken werden häufig von Hochwürgen von glasigem Schleim und Erbrechen begleitet. Die Erkrankung hat meist einen langwierigen Verlauf von 2-3 Monaten. Bei Säuglingen können lebensbedrohliche Atemstillstände auftreten. Daher sollten Personen mit engem Kontakt zu Säuglingen (Eltern, Großeltern, Geschwister, etc.) geimpft sein. Eine einmal durchgemachte Infektion führt nicht zu einer lebenslangen Immunität! Da es z. Z. keinen monovalenten Impfstoff in Deutschland gibt, ist eine Impfung ausschließlich mit Kombinationsimpfstoffen möglich, die gleichzeitig gegen Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie und, wenn nötig, auch gegen Polio schützen. Impfung und durchgemachte Infektion bieten 10-jährigen Schutz.

Kinderlähmung / Polio

Die Poliomyelitis, kurz Polio oder auch Kinderlähmung ist eine von Polioviren hervorgerufene Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befallen und zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Überwiegend, jedoch nicht ausschließlich sind Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren. Das Virus ist sehr ansteckend und wird unter schlechten hygienischen Bedingungen fäkal-oral durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen. Durch die konsequente Durchführung von Impfmaßnahmen gelang es das Poliovirus in vielen Regionen der Welt bereits auszurotten. In einigen Ländern Afrikas und Südasiens (v.a. Indien, Pakistan und Afghanistan) ist das Poliovirus jedoch noch verbreitet. Reisende in diese Regionen sollten alle 10 Jahre eine Auffrischungsimpfung durchführen.

Lariam

Malariamedikament. Substanz: Mefloquin.
Siehe auch Malaria

Leishmaniasis

Erkrankung und Infektionsweg
Leishmanien sind Einzeller (Protozoen), die ein breites Spektrum von Erkrankungen beim Menschen auslösen können. Zwei wichtige Formen sind die kutane (Haut-) Leishmaniasis und die Mukokutane (Schleimhaut-) Leishmaniasis. Während erstere zur sogenannten Orientbeule, einem chronischen Geschwür der Haut führt, kann letztere Form zu schweren, zum Teil verstümmelnden Geschwüren im Gesicht führen (z.Bsp. sog. Chiclero-Geschwür, Espundia u.a.). Die Infektion erfolgt durch den Stich infizierter Schmetterlingsmücken (Phlebotomen, engl.: sandflies), die vor allem während der Dämmerung im Freien aktiv sind. Als Reservoir für die Erkrankung dienen vor allem Nagetiere, Hunde und in manchen Gegenden (Indien) auch Menschen.

Vorkommen/Häufigkeit
Leishmaniasis ist weltweit in tropischen und subtropischen Klimazonen (außer Australien) verbreitet, wobei der Mittelmeerraum die wichtigste Infektionsquelle für deutsche Reisende darstellt. Die WHO geht bei der kutanen und mukokutanen Leishmaniasis weltweit von 11 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr aus.

Beschwerdebild
Bei der kutanen Leishmaniasis beträgt die Inkubationszeit, d.h. die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung 1-2 Monate. In der Folge bilden sich an der Einstichstelle zunächst Hautknötchen aus, die in zur Blutung neigende Hautgeschwüre mit lokaler Lymphknotenschwellung übergehen. Eine Spontanheilung nach einigen Monaten ist möglich, es treten aber auch chronische Geschwüre mit entstellender Narbenbildung auf. Bei 5-10% der Patienten kommt es zu Rückfällen, besonders im Gesicht.
Die mukokutane Leishmaniasis ist häufig nach einer kutanen Leishmaniasis durch südamerikanische Arten (Leishmania braziliensis) zu finden. Sie fällt vor allem durch Nasenbluten, eine Schwellung der Nase und Lippen und entstellende Vernarbungen oder zerstörende Geschwüre zwischen Oberlippe und Nase oder im Nasen-Rachen-Raum auf. Neben den entstehenden kosmetischen Problemen sind vor allem bakterielle Infektionen der Geschwürareale gefährlich.

Diagnose
Die Diagnose wird meist durch den mikroskopischer Nachweis von Leishmanien aus Randbereichen des Hautgeschwüres gestellt.

Behandlung
Wie auch die Diagnosestellung, sollte die Behandlung der Leishmaniasis immer durch einen mit dieser Erkrankung erfahrenen Arzt erfolgen.
Substanzen zur Behandlung sind unter anderem: Pentostam, Glucantim, Pentamidine, Amphotericin B (vorzugsweise liposomal), Fluconazol (Diflucan®) 200 mg täglich für 6 Wochen (scheint bei der Therapie von L. major genauso effektiv zu sein) und Miltefosin .

Prophylaxe

  • Geeignete Kleidung (lange Ärmel!)
  • Mückenschutzmittel
  • Verwendung von feinmaschigen, mit Permethrin© imprägnierten Schutznetzen kann einen gewissen Schutz gegen den Stich von Schmetterlingsmücken bieten.

Malaria

Die Malaria ist eine der häufigsten und bedeutsamsten Tropenkrankheiten. Sie wird durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursacht, diese werden durch den Stich der Anophelesmücke übertragen. Diese Mückenart ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv ist.

Leitsymptom der Malaria ist Fieber, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen mit starkem Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und Schweißausbrüchen. Es gibt verschiedene Formen von Malaria, die gefährlichste Form, die Malaria tropica, wird durch Plasmodium falciparum verursacht. Die Symptome treten nach einer Inkubationszeit von mindestens 7 Tagen auf. Es kann rasch zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma und Multiorganversagen kommen. Vor allem die cerebrale Malaria, d.h. wenn die Parasiten das Gehirn befallen, kann innerhalb weniger Tage zum Tod führen. Eine frühstmögliche adäquate Behandlung ist notwendig, um die Infektion zu heilen. Unbehandelt sterben über 20%, durch Behandlung kann diese Rate auf ca. 1% gesenkt werden.

Die nur selten lebensbedrohlich verlaufenden Formen, die Malaria tertiana und quartana, werden durch Plasmodium vivax, P. ovale und P. malariae verursacht. Sie haben längere Inkubationszeiten. Ein Auftreten von Fieber auch Wochen nach Rückkehr von einer Reise aus einem Risikogebiet kann daher noch Malaria sein. Auch spätere Erkrankungsrückfälle kommen bei diesen Formen vor, wenn sie nicht zu Beginn entsprechend behandelt wurden. Es muss nicht unbedingt ein typischer Fieberrhythmus vorliegen, auch unregelmäßige Fieberverläufe sind möglich und daher kein Ausschlusskriterium der Erkrankung.

In den letzten Jahren wurden in Südostasien auch vermehrt Malariaerkrankungen bei Menschen durch Plasmodium knowlesi verursacht. Durch diese Plasmodienart erkranken sonst überwiegend Tiere. Die Erkrankung verläuft ähnlich schwer wie die Malaria tropica.
Die Diagnose wird während der akuten Erkrankung durch den mikroskopischen Parasitennachweis im Blut gesichert, nachträglich kann sie noch durch spezielle Antikörperuntersuchungen geführt werden.

Eine detailierte Beratung zur Malariaprophylaxe und das für Sie am besten geeignete Medikament bekommen Sie in unserer Reisepraxis. Ebenso können wir Ihnen dann das entsprechende Rezept ausstellen.

Malaria "stand-by-Therapie"

Eine Chemoprophylaxe ist bei Reisen in Malariagebiete mit hohem Übertragungspotential grundsätzlich empfehlenswert und kann das Risiko auch in Regionen mit multiresistenten Malaria tropica-Erregern nach wie vor wesentlich reduzieren. Wenn in Gebieten mit niedrigem Malariarisiko keine regelmäßige Chemoprophylaxe durchgeführt wird, sollte die therapeutische Dosis eines Reservemittels mitgeführt werden, das bei malariaverdächtigen Symptomen und nicht erreichbarer ärztlicher Hilfe eingenommen wird (notfallmäßige Selbstbehandlung oder “Standby”). Dies sollte jedoch nur eine Notfallmaßnahme bis zum Erreichen ärztlicher Hilfe darstellen.

Malaria-Schnelltest

Zum Nachweis der Malaria tropica sind Schnelltests entwickelt worde, die mittlerweile eine recht hohe Nachweisgenauigkeit haben. Bei entsprechender Vorbereitug können diese auch auf eine Reise mitgenommen werden. Informationen hierzu erhalten Sie in unseren Reisepraxen.

Malariaprophylaxe bei Kindern

Kinder sind für Malaria anfällig und bedürfen einer besonderen Vorsorge von Geburt an. Durch die Muttermilch wird nicht genug an aktivem Wirkstoffen übertragen, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Symptome der Malaria sind bei Kindern oft weniger ausgeprägt, da sie im ersten halben Lebensjahr eine geringere Fieberreaktion haben. Malaria kann aufgrund der blockierten Mikrozirkulation in Lunge und Darm oft mit Symptomen wie Husten oder Durchfall beginnen. Eltern sollten darüber informiert werden, daß ganz kleine Kinder nur in Ausnahmefällen mit auf eine Ferienreise in Malariagebiete genommen werden sollten. Es ist schwierig kleine Kinder zu schützen. Die klinischen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.
Besondere Sorgfalt sollte daher auf den Schutz vor Mücken verwendet werden!

Detailierte Empfehlungen bekommen Sie bei uns in den Reisepraxen!

Malariaprophylaxe bei Schwangeren

Schwangere gehen ein besonderes Risiko ein, wenn sie sich dem Risiko einer Malaria-Infektion aussetzen. Das liegt vermutlich an einer gewissen Immunsuppression in der Schwangerschaft sowie einer Präferenz der Malariaerreger für den Platzentakreislauf. Malaria in der Schwangerschaft hat eine besonders ernste Prognose für die Mutter und das ungeborene Kind. Primärer Schutz gegen den Stich der Anophelesmücke durch ein imprägniertes Moskitonetz und Auftragen von Repellentien auf die Haut ist darum besonders wichtig.

Malariamittel in der Schwangerschaft

  • Chloroquin und Proguanil können im Verlauf der gesamten Schwangerschaft (zur Malariaprophylaxe und -therapie) eingenommen werden. Folsäure sollte vermutlich zusätzlich bei Anwendung von Proguanil über eine längere Periode genommen werden. Jedoch bietet die Kombination in den meisten Risikogebieten keinen wirksamen Schutz mehr, da zahleiche Resistenzen aufgekommen sind.
  • Eine Schwangerschaft sollte bis zu 3 Monaten nach Anwendung von Mefloquin vermieden werden. Mefloquin sollte auch nicht im ersten Trimenon einer Schwangerschaft gegeben werden. Bei Mefloquin sind jedoch laut WHO-Informationen bislang keine embryotoxischen oder teratogenen Nebenwirkungen nachgewiesen worden. Die Substanz kann daher als Malariaprophylaxe nach dem ersten Trimenon (bei Reisen in Hoch-Endemiegebieten und strenger Risiko-Abwägung auch während der gesamten Schwangerschaft) angewandt werden. Eine Schwangerschaft, die während oder innerhalb von drei Monaten nach der Behandlung mit Mefloquin auftritt, stellt keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch dar.
  • Doxyzyklin ist in der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert. Doxyzyklin muss eine Woche vor einer möglichen Schwangerschaft abgesetzt werden.
  • Malarone©‚ ist während der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.

Stillperiode

  • Die Konzentration von Mefloquin, Chloroquin und Proguanil in der Muttermilch ist so gering, dass sie als harmlos für das Kind angesehen wird. Hieraus kann man aber auch schließen, dass keine effektive Prophylaxe über die Muttermilch erfolgt.
  • Doxyzyklin ist laut WHO und CDC während der Stillzeit kontraindiziert. Dem hingegen sehen einzelne nationale Stellen z. Bsp. in Schweden keine Probleme in der Doxyzyklineinnahme durch stillende Mütter.
  • Aufgrund der unsicheren Datenlage ist Malarone© derzeit noch kontraindiziert.

Schlussfolgerungen

Reisen in Gebiete mit starker Verbreitung von Malaria tropica sind während der Schwangerschaft keine gute Idee! Wenn die Reise unumgänglich ist, sollte sich die Reisende unbedingt konsequent vor Mückenstichen schützen und umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn der Verdacht auf Malaria besteht.

Malarone

Malariamedikament, Kombinationspräparat aus Atovaquon und Proguanil.
Siehe auch Malaria

Meningokokken

Meningokokken sind kapseltragende Bakterien und werden durch gesunde Träger mittels Tröpfchen oder Kontakt übertragen. Das Krankheitsbild ist eine Meningitis mit oder ohne Sepsis. Die Erkrankung tritt in Deutschland häufig bei jungen Menschen unter 20 Jahren auf und hat in Deutschland bei ca. 5% einen tödlichen Verlauf, meistens weil die Diagnose zu spät gestellt wird. Die Erkrankung gilt als sehr ansteckend. Das generelle Risiko für Reisende an einer Meningokokkeninfektion zu erkranken, ist nicht bekannt. Es wird mit 0,4/100.000/Monat Aufenthalt als sehr gering eingeschätzt. In Europa und Nordamerika wird die Erkrankung zu 40 bis 70% von Meningokokken der Gruppe B und zu 20 bis 40% von Meningokokken der Gruppe C verursacht. In den Tropen geht das Infektionsrisiko von den Serogruppen A und C aus, seltener von den Serogruppen Y oder W135.

Bei einem Aufenthalt in diesen endemischen Gebieten wird eine Impfung gegen Meningokokken angeraten. Insbesondere bei Kontakt mit vielen Einheimischen, Übernachtung in Schlafsälen oder unter einfachen Bedingungen und Reisen in Gebiete mit aktuellem Ausbruch von Meningitis ist die Impfung wichtig.

Den Impfstoff gegen Meningokokken-Menigitis haben wir in unseren Reisepraxen vorrätig, Die Impfung wird einmalig verimpft und hat einen Impfschutz von 5-10 Jahren.

Menveo

Impfstoff gegen Meningokokken.
Siehe auch Meningokokken

Nimenrix

Impfstoff gegen Meningokokken.
Siehe auch Meningokokken

Pneumokokken

Diplococcus pneumoniae. Umkapselte Bakterien, die Lungenentzündungen und andere schwere Infektionen hervorrufen. Ein deutlich erhöhtes Risiko besteht ab dem 60. Lebensjahr bzw. bei Abwehrschwäche. Zudem sind Pneumokokken die häufigsten Verursacher der Mittelohrentzündung beim Kleinkind. Für Kinder und Erwachsene sind unterschiedliche Impfstoffe auf dem Markt, die zum Teil einen sehr guten Schutz bieten.

Prevenar13

Impfstoff gegen Pneumokokken.
Siehe auch Pneumokokken

Pulsoxymetrie

Die Pulsoxymetrie oder Pulsoximetrie ist ein Verfahren zur nicht invasiven Ermittlung der arteriellen Sauerstoffsättigung. Ein Pulsoxymeter ist ein medizinisches Gerät, das zur Messung des Pulses und der Sauerstoffsättigung im kapillären Blut verwendet wird.

Pulsfrequenz und Sauerstoffsättigung sind zwei wichtige Parameter, die im Rahmen von Rettungsdienst- oder Notarzteinsätzen und in kritischen Situationen in der Intensivmedizin oder auch zur Sicherheit bei ambulanten internistischen Eingriffen überwacht werden. Mit dem Pulsoxymeter ist eine kontinuierliche und einfache Überwachung möglich. Auch im Bereich des Höhenbergsteigens werden immer öfter Pulsoxymeter verwendet, um frühzeitig Hinweise auf eine drohende Höhenkrankheit zu erhalten.

Das Pulsoximeter ist ein kleines Gerät in Form eines Clips, der an einen Finger angebracht wird (es können auch andere gut zugängliche Körperteile wie z.B. das Ohrläppchen, Zehen oder bei Neugeborenen Ferse etc. verwendet werden). Das Anbringen und Tragen des Clips ist für den Patienten schmerzlos und völlig ungefährlich. Der Clip bei einem Pulsoximeter besteht im wesentlichen aus zwei Teilen: Auf der einen Seite aus einer Lichtquelle, auf der anderen Seite aus einem Lichtsensor. Die Lichtquelle sendet Infrarot-Lichtwellen aus, die den Finger durchdringen. Auf der gegenüberliegenden Seite misst der Sensor, welche Lichtanteile absorbiert wurden. Durch die unterschiedliche Färbung des mit Sauerstoff gesättigten Hämoglobins entsteht für das durchstrahlende Rotlicht eine unterschiedliche Absorption, die der Fotosensor misst. Über den Clip oder Klebesensor wird neben der Sättigung auch der Puls in den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) erfasst. Die Messung erfasst das pulsierend durchströmende Blut und nicht das Gewebe und die Gefäße.

Die Pulsoximetrie ist nur ein indirektes Verfahren und daher potentiell fehleranfällig. Das Verfahren ist im üblichen Messbereich (Sättigung zwischen 80 und 100%) relativ exakt, kann jedoch verfälscht werden durch:

  • Lichtreflexion an lackierten oder künstlichen Fingernägeln oder bei Nagelpilz
  • mangelnder Kapillardurchblutung bei Schockpatienten oder unterkühlten Patienten mit ungenügender peripherer Durchblutung
  • bei Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung (hier ist das Hb 100% gesättigt – jedoch nicht mit Sauerstoff!)
  • Bei mechanischem Stoß, z. B. bei einer Fahrt über unebenes Gelände, treten Fehler durch Veränderung der Messanordnung auf.

Eine normale Sauerstoffsättigung ist keine Garantie für eine ungestörte Ventilation. Die direkte Bestimmung der O2-Sättigung im Blut kann jedoch nur mit einer Blutgasanalyse aus einer Blutprobe erfolgen. Daher bietet die Pulsoxymetrie eine gute und vor allem einfache Möglichkeit, frühe Störungen in der Sauerstoffversorgung zu entdecken.

Bei Aktivitäten in sehr großer Höhe bietet die Mitnahme eines Pulsoxymeters die Möglichkeit, die Anpassung an den erniedrigten Sauerstoffpartialdruck engmaschig zu kontrollieren. Hierbei sind einzelne Messwerte nie ausschlaggebend. Wichtig sind der Verlauf der Werte und die Anpassung über mehrer Stunden, z.B. über Nacht. Hinweise hierzu bietet bereits ein Höhentauglichkeitstest vor der Reise.

Rabipur

Impfstoff gegen Tollwut.
Siehe auch Tollwut

Reiseapotheke

Insbesondere bei Reisen in abgelegene Gebiete kann eine gut ausgestattete Reiseapotheke sehr wichtig werden. Um bisher unbekannte Medikamente richtig einschätzen zu können, ist zumindest das genaue Durchlesen des Beipackzettels unerlässlich, besser ist eine ärztliche Beratung. An frühere bewährte oder unverträgliche Medikamente sollte vor dem Zusammenstellen der Reiseapotheke gedacht werden. Chronische Kranke müssen ihre Tabletten mitnehmen und einen eventuellen Mehrbedarf berücksichtigen. Es ist zu beachten, dass im heißen Klima die Verfallszeit verkürzt sein kann, Medikamente in flüssiger Form schneller eintrocknen, Wirkstoffe verdampfen, Zäpfchen weich werden. Die Mitnahme steriler Einmalspritzen und Nadeln kann günstig sein, da daran in entlegenen Krankenhäusern oft Mangel herrscht oder die Sterilisation ungenügend ist. Als Faustregel sollten zwei Nadeln (Nadeln zur intramuskulären Injektion sind am vielseitigsten verwendbar) pro Spritze mitgenommen werden, da eine Nadel zum Aufziehen des Medikamentes benötigt wird. Es sollte aber beachtet werden, dass die Zollbehörden vor allem im südostasiatischen Raum mittlerweile über ausgedehnte Erfahrungen mit mitteleuropäischen Drogenabhängigen verfügen. Bei der Durchsuchung des Gepäckes eventuell auftretende Verdächtigungen können äußerst unangenehm werden.

Das BCRT hat eine modulare Reiseapotheke entwickelt, die den Anforderungen der meisten Aktivitäten bei Fernreisen gerecht werden soll. Die Module können in unseren Reisepraxen entsprechend rezeptiert werden. Die Zusammenstellung ist selbstverständlich nur als Vorschlag gedacht. Vor der Einnahme der Medikamente ist unbedingt der Beipackzettel zu konsultieren.

Reisedurchfall

Reisedurchfall ist ein Krankheitsbild mit plötzlich auftretendem, nicht blutigem, oft dünnflüssigem, wässerigem Durchfall bei Reisenden. Reidedurchfall beginnt typisch sehr plötzlich nach einer Inkubationszeit von 4 bis 8 Tagen und hält durchschnittlich 3 bis 4 Tage an. In 10 % der Fälle dauert der Zustand nicht länger als eine Woche. Ernstere Infektionen mit blutigem Durchfall, einer Dauer von mehr als 14 Tagen oder bei Temperaturerhöhung von über 38,5°C sollten ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Hinweise und Tips zur Vorbeugung und Behandlung des Reisedurchfalles bekommen Sie in unseren Reisepraxen.

Siehe auch Cholera

Reiseklinik

Siehe Reisepraxis

Reisepraxis

Reisemedizinische Beratungsstelle des BCRT – Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, besetzt mit erfahrenen Reisemedizinern. Reisepraxen finden Sie in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Stuttgart. Nähere Informationen erhalten Sie auch über unsere zentrale Hotline: 030-96060940

Reiserückkehruntersuchung

Nach längerem Aufenthalt in den Tropen/Subtropen sowie bei besonders risikoreichen kürzeren Aufenthalten ist es vorteilhaft, ein Screening für die üblichen in den Tropen vorkommende Infektionskrankheiten durchzuführen. Bei Symptomen von einem oder mehreren Organsystemen, sollte zusätzlich zum übliche Screening die Untersuchung entsprechend darauf abgestimmt werden.

Wie bieten in unsere Zentrale in Berlin die Möglichkeit der Durchführung einer Tropenrückkehruntersuchung an. Termine vereinbaren Sie bitte unter 030 / 960 609 40

Resochin

Malariamedikament, Wirkstoff Chloroquin. Siehe auch Malaria

Riamet

Malariamedikament, international auch unter dem Namen Coartem im Handel.. Kombinationspräparat aus Artemether und Lumefantrin. Siehe auch Malaria

Schlafkrankheit

Erkrankung und Infektionsweg
Schlafkrankheit wird durch eine Infektion mit dem Einzeller Trypanosoma brucei gambiense (westafrikanische Form) oder Trypanosoma brucei rhodesiense (ostafrikanische Form) hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt durch den Stich einer infizierten Tse-Tse-Fliege.

Vorkommen/Häufigkeit
Schätzungen der WHO geben 50.000 Todesfälle und etwa das zehnfache an Infizierten pro Jahr an. In den letzten Jahren sind Ausbrüche von Schlafkrankheit in Uganda, der demokratischen Republik Kongo, Angola, dem Sudan und der Zentralafrikanischen Republik aufgetreten. Schlafkrankheit ist zu einem ernsten Gesundheitsproblem in einigen afrikanischen Ländern geworden. Da sich die Ausbrüche überwiegend auf entlegene Landesteile und Flüchtlingslager konzentrieren, sind Touristen nur äußerst selten betroffen. Jedoch wurden in den letzten Jahren Infektionen bei einigen Touristen beobachtet, die zuvor die Serengeti in Ostafrika besucht hatten. Herbei kam es zu einem Todesfall aufgrund von Therapieversagen. Jäger sind in Ostafrika einem besonders hohen Risiko ausgesetzt.

Beschwerdebild
Westafrikanische Form: Im ersten Stadium 2 bis 3 Wochen nach dem Stich bei 5-20% entzündliche Schwellung mit zentralen, nicht eiternden Bläschen an der Einstichstelle (sog. Trypanosomen-Schanker). Danach akute Allgemeininfektion mit Fieber und Schüttelfrost und Anschwellen der Lymphknoten, typischerweise vor allem im Nacken (sog. Winterbottom´sches Zeichen). Nach einer weitgehend beschwerdefreien Phase, die Wochen bis Monate dauern kann, kommt es zum Auftreten von Kopfschmerz, Fieber, Wassereinlagerung, Empfindungsstörungen und Herzrasen. Dieses Stadium geht über in eine langsam fortschreitende Entzündung des Gehirns, die sich durch Apathie und schließlich Koma und Tod äußert.

Ostafrikanische Form:
Bei dieser Form der Schlafkrankheit ist die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung generell kürzer, sie kann wenige Tage betragen. Bei 50% der Infizierten tritt ein sog. “Trypanosomen-Schanker” als direkte Reaktion auf den Biß der Tse-Tse-Fliege auf, hierbei handelt es sich um eine schmerzlose, gerötete Beule der Haut, die infektiöse Flüßigkeit enthält. In der Folge kommt es häufig zu akuten Fieberschüben, Schüttelfrost, ausgeprägter Wassereinlagerung im Gewebe und Herzrhythmusstörungen. Akutes Herzversagen ist eine häufige Todesursache, ansonsten schreitet die Erkrankung schnell mit Ausbildung von zunehmender Apathie und schließlich Koma und Tod voran.

Prophylaxe

  • Der beste Schutz besteht im strikten Vermeiden von Gebieten mit starkem Auftreten von Tsetse-Fliegen. Solche Foci sind lokal meist sehr gut bekannt.
  • Eine Impfung ist nicht verfügbar. Eine medikamentöse Prophylaxe mit der Substanz Pentamidin oder Suramin ist prinzipiell möglich, wird jedoch aufgrund potentieller Medikamentennebenwirkungen und eines komplizierten Einnahmeschemas nicht empfohlen.
  • Das Aufbringen von Repellentien auf die Haut hat keinen Schutzeffekt gegen Tsetse-Fliegen.
  • Reisende in Risikogebiete sollten sich mit möglichst dichter. heller Kleidung schützen, die zudem mit Permethrin ® imprägniert sein sollte.
  • Tsetse-Fliegen suchen dunkle Objekte auf (z. Bsp. Autos). Hütten und Fahrzeuge sollten regelmäßig abgesucht werden
  • Stiche von Tsetse-Fliegen sind schmerzhaft – sie sind nahezu immer gut erinnerlich. Reisende mit einer Anamnese solcher Stiche und Fieber oder anderen Symptomen einer Trypanosomiasis sollten unmitelbar ärztliche Behandlung aufsuchen.

Seetauglichkeit

Zur Erlangung des Seefahrtsbuches ist die Untersuchung auf Seetauglichkeit zwingend notwendig. Diese „Seediensttauglichkeitsuntersuchung“ für alle Seeleute vor jeder Einflaggung vorgeschrieben. Diese Untersuchung kann am BCRT nach Voranmeldung erfolgen.

Seeleute, die auf deutschen Seeschiffen anmustern, müssen ihre Seediensttauglichkeit vor der Einflaggung zudem nach den Vorgaben der deutschen Verordnung über die Seediensttauglichkeit nachweisen. Diese Seediensttauglichkeitsuntersuchungen werden von vom Seeärztlichen Dienst ermächtigten Ärzten durchgeführt. Eine vorläufige ärztliche Untersuchung ist bei Einflaggungen zulässig: Ist eine Seediensttauglichkeitsuntersuchung bei einem ermächtigten Arzt nicht möglich, kann eine vorläufige Untersuchung auch von anderen Ärzten durchgeführt werden. Dies wird am BCRT nach den “Standards for the qualification for Maritime Service in Germany” durchgeführt (nach Voranmeldung).

Sonnenschutz

Die Ultraviolettstrahlung der Sonne kann zu schweren Verbrennungen der Haut führen, häufige und übermäßige Exposition können Hautalterung und sogar maligne Entartung, wie Melanome oder Basaliome, bewirken.

Die Wirkung der UV-Strahlung und die dadurch hervorgerufenen Effekte sind nicht nur dosisabhängig, sondern auch bedingt durch Hauttyp (z.B. hellhäutige Menschen sind empfindlicher als dunkelhäutige) und Vorbräunung (Vorgebräunte Menschen sind besser vor unerwünschten UV-Wirkungen geschützt).
Die Höhe der Strahlendosis pro Zeiteinheit ist von dem Ort, der Tages- und Jahreszeit abhängig. Die Sonneneinstrahlung ist in den Sommermonaten um die Mittagsstunden, an tropischen Stränden, in großer Höhe (besonders in schneebedeckten Landschaften), auf dem Meer und in Wüstengebieten am intensivsten. Heute sollte man im Mittelmeerraum einen Lichtschutzfaktor von mindestens 25, in den Tropen und im Hochgebirge einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 verwenden. Kühlende Winde oder leichte Bewölkung reduzieren die Strahlenwirkung nicht. Bei stärkerer Bewölkung oder im Schatten ist die UV-Strahlung um 50–70 % vermindert. Bei der erheblichen UV-Belastung in den Tropen bedeutet dies jedoch, dass hellhäutige Europäer auch bei geschlossener Wolkendecke schnell einen Sonnenbrand kriegen!

Zur Vermeidung eines Sonnenbrandes sollte die direkte Sonneneinstrahlung der Haut 15-20 Minuten nicht überschreiten. Zusätzlich sollte eine Sonnenschutzcreme (je nach Hauttyp mindestens Lichtschutzfaktor 10) mehrmals täglich aufgetragen werden. Kinder vor allem Kleinkinder und Säuglinge benötigen zu Beginn der UV-Exposition eine Sonnenschutzcreme mit höherem Lichtschutzfaktor (mindestens 18-20). Die Expositionsdauer sollte auf ein Minimum reduziert werden, da Sonnenbrände, vor allem bei Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr, das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches erhöhen.

Der Lichtschutzfaktor gilt immer für den ganzen Tag. Ein wiederholtes Auftragen verlängert die Besonnungszeit nicht – es ist jedoch sinnvoll, um die Wirkung zu erhalten, da Schweiß, Wasser, Sand, Textilien oder Abtrocknen die Wirkung vermindern.

Wichtig: Beim Auftragen der Sonnencremes ist zu beachten, dass die vollständige Entfaltung des Lichtschutzfaktors erst nach ca. 60 Minuten erreicht ist. Das Sonnenbad sollte erst dann erfolgen.

WICHTIG: Eventuell notwendige Repellentien zum Insektenschutz sollten immer erst nach dem Sonneschutzmittel aufgebracht werden!

Stamaril

Impfstoff gegen Gelbfieber.
Siehe auch Gelbfieber

Tauchtauglichkeit

Jede seriöse Tauchschule wird von Ihnen vor dem Tauchgang ein Tauchtauglichkeitszeugnis verlangen. Prinzipiell kann jeder praktische Arzt ein solches Zeugnis ausstellen, es ist jedoch empfehlenswert, einen speziell ausgebildeten Arzt aufzusuchen, da dieser mit der besonderen Problematik der Tauchtauglichkeit vertraut ist.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Der Arzt wird Ihre persönliche Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen.
Insbesondere sollten erfolgen:

  • Untersuchung von Nase und Ohren
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Lungenfunktionstest
  • Ggf. Blutentnahme
    Weitere Untersuchungen richten sich nach eventuellen Vorerkrankungen.
    Eventuell Abklärung eines persistierenden Foramen ovale durch Herzultraschall (offene Verbindung zwischen dem linken und rechten Vorhof des Herzens, welche bei bis zu 30 % der Bevölkerung nachzuweisen ist)

In unserer Zentrale in Berlin bieten wir Ihnen die Möglichkeit eine Tauchtauglichkeit durchführen zu lassen. Einen Termin bekommen Sie kurzfristig unter 030 / 960 609 40

Tetanus

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Das Bakterium kommt weltweit und nahezu überall vor, auch im Straßenstaub oder in der Gartenerde. Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden, wo sich das Bakterium vermehrt und Giftstoffe (Toxine) absondert. Dieses Toxin schädigt die muskelsteuernden Nervenzellen und verursacht dadurch die typischen Lähmungen und Muskelkrämpfe. Menschen können sich über fast jede Art von Verletzung infizieren – auch durch kleine Wunden und Kratzer, wie sie zum Beispiel bei der Gartenarbeit häufig entstehen. Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen und findet normalerweise im Säuglingsalter statt. Alle 10 Jahre ist, unabhängig von Fernreisen eine aktive Auffrischimpfung (Boosterung) erforderlich. Nach einer Verletzung wird, sofern kein oder unzureichender Impfschutz besteht, sowohl eine aktive als auch passive, also eine simultane Immunisierung notwendig.

Thrombose und Langstreckenflug

Der Begriff “economy class syndrome” hat sich für das Auftreten von tiefen Venenthrombosen und deren Komplikationen bei Langstreckenflügen durchgesetzt. Dieser Name täuscht darüber hinweg, daß diese Art von Problemen durchaus auch in der Business und First auftreten können. Tatsächlich sind Thrombembolien durch Bewegungsmangel nicht wesentlich an Flugzeuge gebunden, sie können genauso bei längeren Reisen im Auto oder Bus, sehr viel seltener auch im Zug oder Schiff auftreten. Eine ganze Reihe neuerer Studien hat ergeben, daß das Risiko im Flugzeug für gesunde Personen ohne Risikofaktoren nicht relevant erhöht ist, während solche mit Risikofaktoren tatsächlich Prophylaxemaßnahmen treffen sollten.
Schon aus Komfortgründen wird jedoch zunehmend für alle Reisenden das Anziehen sog. „Reisestrümpfe“ der Kompressionsklasse 1 empfohlen, die auch das Anschwellen der Füsse während des Fluges verhindern.

Gründe für das Auftreten von thrombembolischen Ereignissen während oder nach einer Flugreise

  • Der mit Abstand wichtigste Grund sind vorbestehende Risikofaktoren: Thrombosen in der Vorgeschichte, Rauchen, Übergewicht, Einnahme der „Pille“, Schwangerschaft, maligne Erkrankungen und andere.
  • Enge Sitze ohne ausreichend Bewegungsfreiheit.
  • Überhöhte Polsterkante des Sitzes, die die Venen komprimiert
  • Flugreisen über 6 Stunden Dauer
  • Begünstigende Faktoren sind Austrocknung durch geringe Luftfeuchtigkeit und ggf. zusätzlichen Alkoholgenuss.
  • Abruptes Aufstehen nach dem Landen nach langer Immobilität kann zum Lösen eines bereits formierten Thrombus führen und eine Lungenembolie nach sich ziehen

Zeichen einer Thrombose

  • Schwellung und Wärmegefühl im betroffenen Körperteil
  • Gerötete und gespannte Haut
  • Spannungsgefühl und Schmerzen in Fuß, Wade und Kniekehle
    Eine Reisethrombose kann noch bis zu 4 Wochen nach dem Flug auftreten!

Vorbeugung

  • Häufiges Aufstehen und regelmäßige Bewegungsübungen während des Fluges.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch nichtalkoholische Getränke
  • Keine Einnahme von Hypnotika/Sedativa
  • Einsatz sogenannter “Reisestrümpfe” der Kompressionsklasse 1-2 .
  • Bei erheblichen Risikofaktoren wird die Applikation von Heparin direkt vor dem Flug empfohlen.

Tollwut

Tollwut ist eine Viruskrankheit. Menschen können theoretisch von allen Säugetieren infiziert werden. Die Übertragung erfolgt klassisch durch Hundebiss, zunehmend jedoch auch durch andere Spezies (Fledermaus, Waschbär, Affe, etc.).

In der klassischen Form ist die Erkrankung 100% tödlich, sowohl für Menschen als auch für Tiere. Die Inkubationszeit liegt gewöhnlich zwischen 20-90 Tagen. Symptome können aber schon nach 4 Tagen oder erst nach 7 Jahren auftreten. Hunde und Katzen sind 3-14 Tage bevor Symptome auftreten sowie im gesamten Verlauf der Erkrankung infektiös. Eine mögliche Tollwutinfektion liegt vor, wenn eine Person von einem mit Tollwut infizierten oder tollwutverdächtigen Tier gebissen wurde oder wenn dessen Speichel auf Schleimhäute oder eine frische Wunde gelangte.

Tollwut kommt mit wenigen Ausnahmen weltweit vor. Die WHO geht von jährlich 60.000 Todesfällen durch Tollwut aus, davon 30.000 alleine in Indien. Die Häufigkeit von Tierbissen, bei denen eine Tollwutübertragung möglich wäre, liegt bei Ausländern in Südostasien bei 2% jährlich.

Inzwischen liegen weltweit verschiedene Tollwut-Impfstoffe vor. Die Impfstoffe werden aus inaktivierten Rabiesviren hergestellt, die auf unterschiedlichen Zellen angezüchtet werden. Nach Auskunft der Hersteller sind die in Europa erhältlichen Impfstoffe während der prä- und postexpositionellen Prophylaxe ohne weiteres austauschbar.

Die Impfung mit einem Tollwutimpfstoff erfolgt durch 3-malige Gabe des Impfstoffes innerhalb von 3 Wochen. Nach 1 Jahr sollte der Impfschutz einmalig aufgefrischt werden.

In unseren Reisepraxen bekommen Sie die Impfungen gegen Tollwut. Kommen Sie vorbei!

Twinrix

Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B.
Siehe auch Hepatitis A
Siehe auch Hepatitis B

Typherix

Impfstoff gegen Typhus.
Siehe auch Typhus

Typhim Vi

Impfstoff gegen Typhus.
Siehe auch Typhus

Typhoral

Impfstoff gegen Typhus.
Siehe auch Typhus

Typhus

Beim Typhus abdominalis handelt es sich um eine Salmonelleninfektion durch Salmonella typhi. Sie wird über den Verzehr infizierter Nahrungsmittel, aber auch durch Schmierinfektionen bei Menschen im akutem Krankheitsstadium erworben.

Impfindikationen:

  • Reisen über längere Zeit in Endemiegebiete und/oder Aufenthalt in Dörfern, mit dem Risiko verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel auf zunehmen.
  • Reisende, bei denen wegen Erkrankung oder Behandlung ein Mangel an Magensäure besteht.

Schluckimpfung:

1 Kapsel am Tag 1, 3 und 5 erzielt eine Immunität nach 10 Tagen. Zur Auffrischung nach einem Jahr werden erneut 3 Kapseln eingenommen.
Kontraindikationen: Oraler Typhus-Impfstoff dürfe nicht bei Personen mit Immundefekten, Kindern unter 3 Jahren und Schwangeren angewandt werden. Statt dessen sollte der parenterale Impfstoff angewandt werden.

Injektion:

0,5 ml in en Oberarmmuskel
Die Injektion kann als gute Alternative zur Schluckimpfung angewandt werden. Diese Impfung schützt bis zu drei Jahren. Sie kann bei Schwangeren, Kindern unter 3 Jahren und Personen mit Immundefekten, inklusive AIDS-Patienten angewandt werden. Dieser Impfstoff hat eine länger schützende Wirkung und weniger unerwünschte Nebenwirkungen.

In unseren Reisepraxen beraten und impfen wir Sie gerne zur Typhusimpfung.

Vaqta

Impfstoff gegen Hepatitis A.
Siehe auch Hepatitis A

Viatim

Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Typhus.
Siehe auch Hepatitis A
Siehe auch Typhus

Vogelgrippe

Vogelgrippe ist eine zwischen verschiedenen Vogelarten übertragene Infektion durch Influenzaviren vom Typ A. Industrielle Massenhaltung wie zum Beispiel in Hühnerfarmen fördert die Übertragung. Der seit 1997 in Asien überwiegend aktuelle Subtyp ist H5N1, der zu einer nahezu 100%igen Letalität bei Hühnern führt. Potentiell können alle Vögel infiziert werden, aber Hühner und Truthähne scheinen am empfänglichsten für die Infektion zu sein. Eine Übertragung auf den Menschen ist bei engem Kontakt mit infiziertem Geflügel möglich und mehrfach aufgetreten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht sicher dokumentiert. Das epidemiologische Epizentrum liegt in Asien und in Ägypten, aber das Virus hat sich erfolgreich bis nach Deustchland vorgearbeitet. Es bestehen keine Zweifel, dass es zu einer weiteren Ausbreitung kommen wird.

Nach der Infektion entwickelt sich in der Regel ein schweres Krankheitsbild mit hoher Letalität. Die Symptomatik beim Menschen reicht von grippaler Symptomatik (Myalgien, Arthralgien, Fieber, Kephalgien) bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die erste dokumentierte Übertragung auf den Menschen fand 1997 in Hongkong statt, als 18 Personen infiziert wurden und 6 starben. Vögel scheiden das Virus mit ihren Fäkalien und durch Tröpfchen aus dem Respirationstrakt aus.

Wie bei der humanen Influenza auch, können Infektionen mit Vogelgrippe durch die Einnahme von Neuraminidasehemmern (Tamiflu ®, Relenza ®) sowohl vermieden als auch behandelt werden. Ein Impfstoff gegen H5N1 ist experimentell entwickelt worden, steht jedoch nicht für eine breite Anwendung zur Verfügung. Auch wenn die bisher erhältlichen Grippeimpfstoffe keinen Schutz gegen Vogelgrippe bieten, empfehlen die meisten internationalen Organisationen eine entsprechende Impfung bei Reisen in Ausbruchsgebiete, da zumindest eine parallele Infektion mit humanen Influenzaviren und eine daraus reulstierende Rekombination der Virusgenome vermieden werden kann. Auch kann so ggf. eine Quarantäne umgangen werden, da klinisch und auch serologisch nicht zwischen den humanen Influenza A-Viren und denen der Vogelgrippe unterschieden werden kann.

In Infektionsgebieten sollten sich Reisende von lebendem Geflügel fernhalten und regelmäßig die Hände waschen. Der Verzehr von gut durchgekochtem oder –gebratenem Geflügel oder Eiern ist unproblematisch.

Vorbeugung

  • Reisende in Infektionsgebiete sollten sich von lebendem Geflügel fernhalten und regelmäßig die Hände waschen.
  • Der Verzehr von gut durchgekochtem oder –gebratenem Geflügel oder Eiern ist unproblematisch.
  • Sowohl Prophylaxe, als auch Therapie der Vogelgrippe sind durch Neuraminidasehemmer (Tamiflu ®, Relenza ®) möglich.

Zecken

Zecken sind keine Insekten! Sie gehören zur Ordnung der Milben oder Acari. Erwachsene Zecken haben acht, die Larven aber nur sechs Beine. Weltweit gibt es ungefähr 800 verschiedene Zeckenarten.

Nach dem Schlüpfen durchlaufen Zecken drei Entwicklungsstadien von der Larve über die Nymphe zur adulten (erwachsenen) Zecke. Die Larven sind sehr klein, nur ungefähr einen halben Millimeter groß. Für ihre erste Blutmahlzeit befallen sie vor allem kleine Säugetiere, z. B. Igel oder Mäuse. Haben sie sich vollgesogen, verlassen sie das Wirtstier und häuten sich.
In dieser Reifungsphase, die mehrere Wochen dauert, entwickelt sich aus der Larve die Nymphe. Die Nymphe ist geschlechtslos. Ehe sie sich einen Wirt für ihre Blutmahlzeit sucht, verbringt die Nymphe einige Zeit freilebend am Boden, im Unterholz, an Sträuchern oder Gräsern. Hier verbringt sie die meiste Zeit ihres Lebens. Hat die Nymphe ihre Blutmahlzeit eingenommen, entwickelt sie sich zur erwachsenen geschlechtsreifen Zecke. Auch die erwachsenen Zecken brauchen erneut eine Blutmahlzeit. Die weiblichen Zecken saugen erheblich mehr Blut als die Männchen. Sie brauchen das Blut zur Bildung von bis zu 3.000 Eiern. Eine vollgesogene weibliche Zecke wiegt ungefähr 200 mal so viel, wie vor der Blutmahlzeit. Um so viel Blut aufzunehmen, braucht die weibliche Zecke bis zu 10 Tage. Erst dann verlässt sie ihren Wirt. Bei den erwachsenen Männchen ist die Blutmahlzeit je nach Zeckenart unterschiedlich. Manche Arten brauchen für ihre Blutmahlzeit mehrere Tage bis hin zu Monaten, andere saugen gar nicht. Sie besuchen einen Wirt “nur”, um dort nach einem Weibchen Ausschau zu halten. Das wird auch bei der Schildzecke angenommen. Bei dieser Art sterben die Männchen nach der Begattung, die Weibchen nach der Ablage der Eier.

Der volle Entwicklungszyklus der Zecke dauert meistens zwei bis drei Jahre. In jedem Entwicklungsstadium braucht die Zecke eine Blutmahlzeit. Bei ungünstigen Verhältnissen, wenn sich kein Wirt finden lässt, können bis zu fünf Jahre vergehen. Zecken können sehr gut hungern! Wenn es sein muss, verzichten sie zwei Jahre lang auf Nahrung. 99 Prozent ihres Lebens verbringen die Zecken freilebend auf der Suche nach einem Wirt.

Zecken brauchen ein Klima, das hohe Luftfeuchtigkeit und relative Wärme verspricht. Deshalb sind sie im Winter nicht aktiv. Die Zeckensaison geht normalerweise von März bis Oktober. Abweichungen können sich aus der aktuellen Wetterlage ergeben. Außerdem suchen Zecken sich Orte, wo ihre natürlichen Wirte besonders häufig vorkommen: diese sind vor allem Mäuse, Igel, Vögel, Rotwild und Rehe. Ideale Bedingungen bieten Waldränder und Waldlichtungen mit hochgewachsenen Gräsern. Auch an Bachrändern mit entsprechendem Bewuchs sind sie zu finden. In Laub- oder Mischwald ohne grasigen oder krautigen Unterwuchs fühlen sich Zecken ebenfalls wohl. Viele Gärten bieten ihnen ideale Lebensbedingungen.

Oft wird angenommen, Zecken ließen sich von Bäumen fallen. Das stimmt nicht! Um auf einen Wirt zu gelangen, braucht die Zecken “Körperkontakt”, wenn auch nur für Bruchteile von Sekunden. In dieser kurzen Zeit gelangt die Zecke von der Vegetation auf den Wirt. Sie wird sozusagen abgestreift. Zecken erklettern die Vegetation, wobei Larven bis zu 25 Zentimetern, Nymphen bis zu 50 Zentimetern und erwachsene Zecken bis zu 1,5 Metern Höhe erreichen können. Dort klammern sie sich mit ihren hinteren Beinpaaren fest und warten auf einen vorbeikommenden Wirt. Wird die Zecke abgestreift, sucht sie sich auf dem Wirt eine geeignete Stelle um zuzustechen. Sie bevorzugt Körperstellen mit dünner Haut, die besonders warm sind. Beim Menschen sind das speziell die Körperbereiche zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Haaransatz. Eine Zecke bevorzugt auch solche Stellen auf ihrem Wirt, an dem sie geschlechtsspezifische Duftstoffe, sogenannte Pheromone, wahrnehmen kann. Bei den Schildzecken werden solche Pheromone nur von gerade saugenden Weibchen abgegeben und sie wirken auch nur auf saugende oder gerade gesättigte Männchen. Das funktioniert aber nur in einem kleinen Umkreis von wenigen Zentimetern. Allerdings bevorzugen abgestreifte Männchen, die einen Platz zum Zustechen suchen, solche nach Pheromonen duftenden Stellen auf ihrem Wirt.

Zecken entfernen

Warum müssen Zecken entfernt werden?
Die FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen, die Borrelien im Mitteldarm der Zecken. Aus diesem Grund werden FSME-Viren direkt mit dem Stechakt auf den Wirt übertragen. Borrelien dagegen gelangen erst nachfrühestens 10 Stunden in den Wirt.
Warum keine Hausmittel? Fast jeder kennt einen anderen „Geheimtip” zur Zeckenentfernung. Sie reichen vom Abbrennen der Zecke bis zum Beträufeln mit Öl oder lösungsmittelhaltigen Klebemitteln. Doch solche Verfahren schaden mehr als sie nützen. Die Zecke erbricht ihren Darminhalt direkt in die Stichstelle! Ebenso sollten nicht die Finger zum Entfernen der Zecken benutzt werden. Dabei wird die Zecke zu sehr gequetscht und die erregerhaltige Flüssigkeit wird aus dem Zeckenleib direkt in die Stichstelle gedrückt.

Wie entferne ich Zecken? Das Wichtigste: am Kopf packen! Richtig entfernt wird die Zecke mit Hilfe einer Pinzette oder eines Skalpells. Das Skalpell sollte aber nur dann benutzt werden, wenn das Greifen mit einer Pinzette nicht möglich ist. Greifen Sie die Zecke so nah an der Haut, wie es Ihnen möglich ist. Dann ziehen Sie die Zecke langsam von der Einstichstelle weg. Der Zug sollte mindestens 60 Sekunden anhaltend sein. Dann löst sich die Zecke (hoffentlich) von allein aus der Haut. Es ist völlig unproblematisch, wenn der Stechapparat in der Wunde verbleibt! Dieser wird später vom Körper abgestoßen. Haben Sie die Zecke entfernt, betupfen Sie die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel, z. B. Jod oder Alkohol. Die entfernte Zecke kann, besonders bei Verdacht auf eine Infektion, untersucht werden. Sie kann auch nach der Entfernung Aufschluss über Krankheitserreger geben.

Zostavax

Impfstoff gegen Gürtelrose / Herpes zoster.
Siehe auch Herpes zoster

BCRT - Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin ist eine Firmierung der Praxis Prof. Dr. Jelinek an den jeweiligen Standorten der Reisepraxen. Der Behandlungsvertrag kommt ausschliesslich mit Prof. Dr. Jelinek zustande.