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Nachrichten Juli 2007

Ägypten

11.07.2007   Termine

Einleitung/Geographie

Mit ca. 73 Millionen Einwohnern ist Ägypten das bevölkerungsreichste Land Nordafrikas. Es nimmt eine Fläche von über einer Million Quadratkilometer ein. Über 90% des Landes sind jedoch Wüste, weshalb 99% der Bevölkerung sich auf nur 3% der gesamten Landesfläche, dem fruchtbaren Niltal und -delta, drängen. Ägypten grenzt im Westen an Libyen, im Süden an den Sudan, im Norden an das Mittelmeer und im Osten an Israel und das Rote Meer. Die östliche Region, jenseits des Suezkanals, ist die Sinai-Halbinsel. Dieses Gebiet steigt bis zu den Gebirgsmassiven mit dem Katharinenberg (Gebel Katherina), dem mit 2642 m höchsten Gipfel Ägyptens, und dem Mosesberg an. Nördlich von Kairo teilt sich der Nil in eine Reihe von Nebenflüssen auf, die in das Mittelmeer fließen.

Klimatische Besonderheiten und Umweltfaktoren

Am Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima, dort gehen im Winter die Temperaturen herunter und es kommt zu Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer, mild im Winter, überwiegend ohne messbaren Niederschlag mit langjährigen Trockenperioden.

Spezielle Krankheitsrisiken

Hepatitis-A

eine Virus-bedingte Leberentzündung, die durch kontaminierte Speisen und Trinkwasser übertragen wird. In den letzten Jahren wiederholt Ausbrüche unter deutschen und europäischen Reisenden. Eine Hepatitis A Impfung wird daher allen Reisenden dringend empfohlen.

Hepatitis C

Eine Virus-bedingte Leberentzündung, die vorwiegend durch Blutkontakt übertragen wird. Ägypten hat mit einer Prävalenz von ca. 20% die weltweit höchste Durchseuchungsrate. Eine Impfung gegen Hepatitis C ist nicht möglich. Unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Durchfallerkrankungen

Je ländlicher und je einfacher die hygienischen Bedingungen, in denen man seine Mahlzeit einnimmt, desto größer ist das Risiko für Durchfall-Erkrankungen. Generell sollte insbesondere im ländlichen Bereich auf Nahrungsmittelhygiene geachtet werden.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Bilharziose-Erreger kommen vorwiegend im Nildelta und dem Niltal (besonders in den Nebenflüssen) vor. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte daher vermieden werden.

Meningokokken-Meningitis (eitrige Hirnhautentzündung)

Örtliche Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis werden aus dem Süden des Landes gemeldet. Ein Übertragungsrisiko herrscht v.a. während der Trockenzeit (Dezember bis Mai). Für Risiko-Reisende (enger Kontakt zur Bevölkerung) ist Impfschutz empfohlen.

Malaria

Geringes Risiko im Governat El Faiyum saisonal möglich (jedoch seit 1998 keine Fälle mehr gemeldet)

Tollwut

Ein Tollwutrisiko ergibt sich durch die hohe Anzahl von streunenden Hunden. Erfahrungsgemäß ist das Risiko für Hundebisse besonders hoch für Rucksackreisende, Entwicklungshelfer und Personen mit häufigem beruflichem oder privatem Tierkontakt. Aber auch der normale Tourist trifft streunende Hunde. Die wichtigste Verhaltensmaßnahme ist es, sich von freilaufenden Tieren fernzuhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Immunglobuline und moderne Gewebekulturimpfstoffe sind in Afrika knapp und nicht überall erhältlich. Der Reisende kann sich durch eine vorbeugende, aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen.

Vorsorge

  • Generell Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A. Bei entsprechender Exposition bzw. Langzeitaufenthalt Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis, Typhus und Cholera.
  • Gründlicher Mückenschutz
  • Nahrungsmittelhygiene beachten

Äthiopien

11.07.2007   Termine

Einleitung/Geographie

Der Großteil von Äthiopien wird vom Hochland von Abessinien (mit Ras Daschan Terara 4.620 m) eingenommen; in diesem weitläufigen Hochgebirge liegt auch die Hauptstadt des Landes: Addis Abeba (2.370 m ü. NN). Durch die Mitte des Staats zieht sich in Nordost-Südwest-Richtung der Große Afrikanische Grabenbruch (der hier auch Abessinischer Graben genannt wird). Auf dessen südöstlicher Seite schließt sich das Somali-Hochland an (mit Batu 4.307 m). Die tiefste Landesstelle befindet sich mit 116 m unter dem Meeresspiegel in der Koba-Senke westlich der Grenze zu Eritrea. Zu den touristischen Höhepunkten, gehören neben Adis Abeba die Städte Aksum und Lalibela, die Tiss-Issat Wasserfälle in der Nähe von Bahir Dar und mehrere Nationalparks, u.a. der Simien Mountains National Park.

Klimatische Besonderheiten und Umweltfaktoren

In der tropisch-heißen Zone (bis 1.800 m) ist es durchschnittlich 27 Grad warm bei einer jährlichen Regenmenge unter 500 mm Niederschlag pro Quadratmeter. Die warmgemäßigte Zone (1.800 bis 2.500 m) ist 22 Grad warm bei 500 bis 1.500 mm Niederschlag pro Jahr. Im Berggebiet (über 2.500 m) werden nur 16 Grad gemessen und die Regenmenge steigt bis 1.800 mm Niederschlag. Die Hauptregenzeit ist zwischen Mitte Juni und September, eine kleine Regenzeit gibt es zwischen Februar und März.

Spezielle Krankheitsrisiken

Gelbfieber

Äthiopien gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsrisiko. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisenden in Gelbfieber-Infektionsgebiete.

Malaria

Malariaschutz wird ganzjährig für alle Regionen unter 2200 m empfohlen. Die gefährlichere Form, Malaria tropica (Plasmodium falciparum) macht >85 % der Erkrankungen aus. Das größte Risiko besteht von September- November, das geringste von März- April. In den Hochlagen und in Adis Abeba besteht kein, oder allenfalls ein geringes Malariarisiko.

Durchfallerkrankungen

Je ländlicher und je einfacher die hygienischen Bedingungen, in denen man seine Mahlzeit einnimmt, desto größer ist das Risiko für Durchfall-Erkrankungen. Generell sollte insbesondere im ländlichen Bereich auf Nahrungsmittelhygiene geachtet werden.

Leishmaniose

Die von Schmetterlingsmücken übertragene viszerale und kutane Leishmaniose kommt vereinzelt in Gebieten unter 2000m vor. Auf guten Insektenschutz achten!

Meningokokken-Meningitis (eitrige Hirnhautentzündung)

Örtliche Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis werden aus dem Westen und aus dem zentralen Hochland gemeldet. Ein Übertragungsrisiko herrscht v.a. während der Trockenzeit (Dezember-Mai). Für Risiko-Reisende (enger Kontakt zur Bevölkerung) ist Impfschutz empfohlen.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Bilharziose-Erreger können in manchen Teichen und Flüssen landesweit vorkommen, ein besonders hohes Risiko gibt es im Tanasee und Umgebung, in den Flüssen im östlichen Tiefland und im Omo- Nationalpark. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern sollte vermieden werden.

Tollwut

Ein Tollwutrisiko ergibt sich durch die hohe Anzahl von streunenden Hunden. Erfahrungsgemäß ist das Risiko für Hundebisse besonders hoch für Rucksackreisende, Entwicklungshelfer und Personen mit häufigem beruflichem oder privatem Tierkontakt. Aber auch der normale Tourist trifft streunende Hunde. Die wichtigste Verhaltensmaßnahme ist es, sich von freilaufenden Tieren fernzuhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Immunglobuline und moderne Gewebekulturimpfstoffe sind in Afrika knapp und nicht überall erhältlich. Der Reisende kann sich durch eine vorbeugende, aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen.

Vorsorge

  • Generell Tetanus, Diphtherie, Polio, Gelbfieber, Hepatitis A. Bei entsprechender Exposition bzw. Langzeitaufenthalt Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis, Typhus und Cholera
  • Gründlicher Mückenschutz
  • Malariachemoprophylaxe (Lariam®, Malarone® oder Doxycyclin)
  • Nahrungsmittelhygiene beachten

 

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