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Kinderlähmung ist noch immer nicht ausgerottet: Vor Reisen Polio-Impfschutz prüfen und auffrischen

21.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Die Kinderlähmung als schwere und lebensbedrohliche Viruserkrankung ist aus dem Bewusstsein der Menschen in Deutschland nahezu verschwunden. Denn hierzulande tritt die Erkrankung nicht mehr auf. Doch Polio existiert weiterhin. Regelmäßig kommt die Infektionskrankheit noch in Afghanistan und Pakistan vor, doch auch in einigen Ländern Afrikas und Asiens flammt sie immer wieder auf. Europa galt seit 2002 offiziell als poliofrei, doch 2015 kehrte die Seuche zurück: In der Ukraine erkrankten zwei Kinder an Polio. Fernreisende sollten ihren Polio-Impfschutz prüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin anlässlich des Welt-Polio-Tages am 28. Oktober hin.

“Solange das Virus nicht ausgerottet ist, besteht bei unzureichendem Impfschutz in der Bevölkerung immer das Risiko, dass sich Polio auch in bisher nicht betroffenen Regionen – sogar in Europa – wieder ausbreitet”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Deshalb ist ein wirksamer Impfschutz in Deutschland und insbesondere bei Reisen in Verbreitungsgebiete unerlässlich. Zu den Verbreitungsgebieten gehören Süd- und Vorderasien sowie zahlreiche Länder Afrikas. “Jeder Mensch ohne oder mit unvollständigem Impfschutz kann ein Hort für den Erreger sein und diesen weitertragen, auch wenn er selbst nicht daran erkrankt”, betont Jelinek.

In Deutschland werden Kinder in der Regel im ersten und zweiten Lebensjahr in mehreren Dosen gegen Polio geimpft. Eine einmalige Auffrischimpfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.
Für Reisende in Verbreitungsgebiete gilt: Wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre her ist, sollte vor der Reise ebenfalls eine Auffrischung erfolgen.

Polio-Viren werden von Infizierten mit dem Kot ausgeschieden. Über verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel wird das Virus weiterbreitet. Zunächst löst eine Infektion Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen aus. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem kommt es zur paralytischen Poliomyelitis, also zu Lähmungen. Etwa eine von 200 Polioinfektionen geht mit lebenslangen Lähmungen einher. Fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, wenn die Lähmungen das Zwerchfell betrifft. Weitaus mehr Menschen leiden an den Spätfolgen einer Infektion mit Polio-Viren: Jahrzehnte nach der Erkrankung kann das sogenannte Post-Polio-Syndrom (PPS) auftreten. Zu den Krankheitszeichen der Kinderlähmung zählen zum Beispiel Muskelschwäche, -schwund, -schmerzen und Nervenschmerzen. Polio ist nicht heilbar.

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Neue Lancet-Studie: Tourismus trägt Multiresistenzen in alle Welt

10.10.2016   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2016 – Der weltweite Tourismus hat einen wesentlichen Anteil an der Verbreitung multiresistenter Erreger, etwa der sogenannten ESBL-bildenden Bakterien. Dies bestätigt erneut eine aktuelle Veröffentlichung in The Lancet Infectious Diseases. Rund 320 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr Länder in Asien, Nordafrika oder im Mittleren Osten. Ein großer Teil der Reisenden, die ein Land mit geringem Hygienestandard besuchen, bringen multiresistente Darmkeime in ihre Heimat mit. Damit erhöht sich auch das Risiko, diese auf Daheimgebliebene zu übertragen.

Die aktuelle Publikation in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases bestätigt, dass internationale Reisen erheblich zur Entstehung und Verbreitung multiresistenter Erreger beitragen. 34 Prozent der international Reisenden, die zuvor frei von ESBL-bildenden Bakterien waren, kehren mit einem Befall dieser Keime in ihre Heimatländer zurück; bei 11,3 Prozent sind sie selbst nach zwölf Monaten in der Heimat noch nachweisbar. In Südostasien, Zentralasien und Nordafrika ist das Risiko, sich ESBL-bildende Keime einzufangen, besonders hoch. Das Risiko erhöhte sich zudem, wenn Reisende unterwegs Antibiotika eingenommen oder an Reisedurchfall gelitten hatten. Auch Menschen, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, tragen ein höheres Risiko, auf Reisen multiresistente Keime zu erwerben.

Sie sogenannten ESBL-bildenden Bakterien, die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind, müssen nicht per se krank machen. “Für viele Träger werden diese Keime nie zum Problem – es ist bis zu einem gewissen Grad sogar normal, dass wir alle multiresistente Bakterien in uns tragen”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Wenn die Erreger aber auf abwehrgeschwächte, kranke, frisch operierte oder ältere Menschen treffen, können sie zu einem massiven Problem werden.” Bei diesen Personengruppen können sie verschiedene Infektionen auslösen, die wegen der Resistenz des Keims nur schwer zu behandeln sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erreger von Reiserückkehrern an ein Haushaltsmitglied übertragen werden, liegt bei rund zwölf Prozent, zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung.

“Wir brauchen sowohl bei Ärzten als auch bei Reisenden mehr Bewusstsein für die Problematik der auf Fernreisen erworbenen und hierzulande weiterverbreiteten multiresistenten Erreger”, sagt Jelinek. International Reisende sollten etwa während und nach der Reise auf besonders sorgfältige Hygiene achten. “Die meisten Keime werden über die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt gefährdete Personen im Umfeld bis zu einem gewissen Grad”, betont Jelinek. Aber auch die Vermeidung von Reisedurchfall durch sorgfältige Lebensmittelhygiene auf Reisen sei wichtig. Falls nach der Reise ein Arzt- oder Klinikbesuch ansteht, sollten Reiserückkehrer die Ärzte proaktiv darauf hinweisen, dass und wann sie im Ausland waren.
“Doch auch Ärzte sind gefragt: Bei der Aufklärung von Reisewilligen über Risikofaktoren, aber auch bei der Berücksichtigung möglicher importierter Resistenzen bei Reiserückkehrern. Diese müssen sowohl bei der Behandlung der Reisenden selbst, als auch als potentielle Gefahr für andere Patienten – etwa bei Krankenhausaufenthalten – mehr in den Blick rücken”, so Jelinek.

Literatur:

  • Arcilla et al. Import and spread of extended-spectrum β-lactamase-producing Enterobacteriaceae by interna-tional travellers (COMBAT study): a prospective, multicentre cohort study.
  • Lancet Infect Dis 2016. Published Online October 14, 2016. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1473-3099(16)30319-X)30319-X.

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Zika-Virus in Brasilien: Verschiebung von Olympia bringt keinen Vorteil

30.05.2016   Meldungen

Düsseldorf/Stuttgart, Mai 2015 – In Süd- und Mittelamerika setzt sich der Ausbruch des Zika-Virus weiter fort. Der kanadische Jurist Amir Attaran und verschiedene Wissenschaftler haben die Weltgesundheitsorganisation WHO nun in einem offenen Brief aufgefordert, sich für eine Verschiebung der Olympischen Spiele einzusetzen, die in diesem Sommer in Rio de Janeiro stattfinden sollen. Die WHO sieht hierzu derzeit keinen Anlass. Das CRM Centrum für Reisemedizin teilt die Einschätzung der WHO. “Es ist nicht ersichtlich, dass der Reise- und Tourismusverkehr im Zusammenhang mit Olympia einen wesentlichen Einfluss auf die Erkrankungszahlen oder die weltweite Ausbreitung des Zika-Virus haben wird”, so Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin.

“Zum einen finden die Olympischen Spiele im August und damit im brasilianischen Winter statt. In dieser Jahreszeit ist die Aedes-Mücke, die das Virus überträgt, am wenigsten aktiv”, erklärt Professor Jelinek. “Des Weiteren macht der Reiseverkehr rund um Olympia insgesamt nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Handels- und Tourismus-Verkehr in Mittel- und Südamerika aus, wo das Virus verbreitet ist.” Eine Verschiebung der Olympischen Spiele bliebe daher ohne wesentliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Fallzahlen und die weltweite Ausbreitung des Virus, so die Einschätzung des Berliner Infektiologen.

Das CRM Centrum für Reisemedizin weist zudem darauf hin, dass eine Ansteckung mit dem Zika-Virus in dem überwiegenden Teil der Fälle sehr mild verläuft und von alleine ausheilt. Bei einem sehr kleinen Anteil von Patienten sind aufsteigende Lähmungen der Gliedmaßen, das sogenannte Guillan Barré Syndrom, beobachtet worden. Wie genau diese Erkrankung mit einer Infektion mit Zika-Viren zusammenhängt, wird derzeit noch untersucht. Die Lähmungen sind in den meisten Fällen vorübergehend und bilden sich von allein wieder zurück.

Riskant ist eine Infektion mit dem Zika-Virus vor allem für Schwangere und deren ungeborene Kinder, da das Virus zu Missbildungen beim Fötus führen kann. “Deshalb sollten Schwangere und Frauen mit aktuellem Kinderwunsch – also bei einer möglichen Schwangerschaft – nicht in Verbreitungsgebiete des Zika-Virus reisen und auf einen Besuch der Olympischen Spiele verzichten”, rät Jelinek. Männer, die aus einem Verbreitungsgebiet zurückgekehrt sind und eine schwangere Partnerin haben, sollten sich auf das Virus testen lassen und vorsorglich etwa ein halbes Jahr nach der Rückkehr beim Geschlechtsverkehr ein Kondom verwenden.

Der Überträger des Zika-Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, ist tagsüber und in der Dämmerung aktiv. Um sich vor Mückenstichen zu schützen, empfiehlt das CRM Centrum Reisenden, helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent. Eine Übersicht zum richtigen Mückenschutz finden Reisende auf der Website des CRM Centrum für Reisemedizin im Flyer Krankheitsübertragene Insekten

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Was tun bei starker Luftverschmutzung auf Reisen? Megacities versinken im Smog: Körperliche Belastung im Freien vermeiden

07.12.2015   Meldungen

Düsseldorf, Dezember 2015 – Derzeit melden chinesische Behörden erneut Rekordwerte bei der Feinstaubbelastung, stark betroffen ist vor allem die Hauptstadt Peking. Eine längerfristige starke Feinstaubbelastung kann Herz- und Lungenkrankheiten auslösen oder bereits vorhandene Erkrankungen verschlechtern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass allein im Jahr 2012 die Verschmutzung der Außenluft rund 3,7 Millionen vorzeitiger Todesfälle weltweit verursacht hat. Bei Aufenthalten in stark smogbelasteten Metropolen sollten Reisende körperliche Anstrengungen im Freien meiden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die an einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung leiden, sowie für Kinder, Ältere und Schwangere.

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Partikel in der Luft, die vor allem durch Abgase und Industrieemissionen, aber auch durch natürliche Prozesse wie Bodenerosion in die Luft gelangen. Unterschieden wird zwischen Feinstaub mit Partikeln bis maximal 10 Mikrometern (PM 10) und ultrafeinem Feinstaub, bei dem die meisten Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer sind (PM 2,5). Je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher. Während gröbere Partikel in Nase und Rachen hängenbleiben, dringen ultrafeine Partikel tief in das Lungengewebe ein und gelangen bis in die Blutbahn. Sie lösen Entzündungsprozesse in den Lungen aus, beeinflussen die Blutgerinnung und die Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystems. Die gesundheitlichen Folgen reichen von lokalen Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und Bronchien bis hin zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenkrebs.

“Gesunde Menschen können sich nach einer kurzfristigen starken Feinstaubbelastung normalerweise rasch regenerieren”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Problematisch ist die Wirkung von Feinstaub vor allem für Menschen, die sich längerfristig in einer stark belasteten Region aufhalten oder für Menschen, die bereits an einer Herz- oder Lungenkrankheit leiden. Ihre Erkrankung kann sich auch bei kurzen Aufenthalten durch den Smog verschlechtern.”

Wenn möglich, sollten Reisende nur kurze Aufenthalte in stark smogbelasteten Metropolen einplanen und sich dort viel in Innenräumen aufhalten. Körperliche Anstrengungen und Sport im Freien sollten sie vermeiden. Vor allem bei längeren Stadtaufenthalten kann in Innenräumen der Einsatz von Luftfiltern mit HEPA-Filterfunktion sinnvoll sein. Wichtig ist die regelmäßige Wartung dieser Geräte. “Für den Aufenthalt im Freien gilt: Einfache Hygienemasken bieten keinerlei Schutz vor Feinstaub”, so Jelinek. “Eine Schutzfunktion bieten Atemmasken mit Filterfunktion, sogenannte N95-Respiratoren. Wie gut sie schützen, hängt jedoch erheblich davon ab, ob sie korrekt angewendet werden.” So müssen die Masken beispielsweise sehr dicht am Gesicht anliegen. Eine Einschränkung von Atemmasken mit Filterfunktion besteht darin, dass sie nur begrenzte Zeit getragen werden können, da sie das Atmen anstrengend machen. Reisende sollten bei der Nutzung die Anwendungshinweise der Hersteller beachten.

Wegen der gesundheitlichen Risiken des Einatmens von Feinstaub gibt die WHO Grenzwerte vor. So liegt der Grenzwert für Feinstaub PM10 bei 20 µg/m³ im Jahresmittel. Eine Zusammenstellung der WHO zeigt, dass diese Grenzwerte in vielen Städten der Welt regelmäßig um ein Vielfaches überschritten werden. Besonders betroffen sind Ballungsräume in China, der Mongolei, Indien, Brasilien sowie in einigen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas. Im Zeitraum 2008 bis 2012 lagen die Jahresmittelwerte für PM10 in Delhi bei 280 µg/m³, in Peking bei 125 µg/m³ und in Abu Dhabi bei 170 µg/m³. Zum Vergleich: In europäischen Städten wie Rom und Warschau lag der Jahresmittelwert bei etwa 35 bis 40 µg/m³.

Quellen:

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Brasilien ruft wegen Fällen von Mikrozephalie Gesundheitsnotstand aus - Offenbar Zusammenhang mit Zika-Virus: Mückenschutz beachten

20.11.2015   Meldungen

Düsseldorf, November 2015 – Wegen einer Häufung von Mikrozephalie-Fällen bei Neugeborenen hat das brasilianische Gesundheitsministerium einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bei Mikrozephalie handelt es sich um eine Fehlbildung des Schädels, bei der dieser im Vergleich zum Normalzustand zu klein ist. In diesem Jahr verzeichnete das Land bislang 399 Fälle von Mikrozephalie in sieben Bundesstaaten, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Wahrscheinlich stehen die Ereignisse in Zusammenhang mit dem dem aktuellen Ausbruch von Zika-Virus-Erkrankungen in Brasilien. Bei mehreren Schwangeren war das Zika-Virus nachgewiesen worden, eine Untersuchung des Fruchtwassers zeigte,, dass ihre Föten an Mikrozephalie leiden. Weitere Untersuchungen zum Zusammenhang beider Erkrankungen laufen derzeit, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium mit. Reisende, insbesondere Schwangere, sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.

Die aktuellen Fälle von Mikrozephalie bei Neugeborenen wurden schwerpunktmäßig im Nordosten des Landes registriert: Die meisten Erkrankungen traten im Bundesstaat Pernambuco auf, gefolgt von Sergipe, Rio Grande do Norte, Paraíba, Piauí, Ceará und Bahia. Mikrozephalie ist eine Fehlbildung des Schädels und gekennzeichnet durch einen verminderten Kopfumfang. Die Erkrankung geht mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten geistigen Behinderung einher. Ursache können genetische Defekte oder fruchtschädigende Einflüsse während der Schwangerschaft, etwa Alkoholmissbrauch oder Infektionen bei der Mutter, sein.

Parallel zum Anstieg der Fälle von Mikrozephalie ereignet sich in Brasilien seit Frühjahr 2015 ein Ausbruch von Zika-Virus-Infektionen. Infektionen mit dem Zika-Virus wurden Anfang 2015 erstmals in Brasilien registriert, es waren gleichzeitig die ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seither hat sich das Virus in 14 brasilianische Bundesstaaten ausgebreitet. Mitte Oktober 2015 bestätigte auch Kolumbien erste Erkrankungsfälle. Der Erreger, der durch Stechmücken übertragen wird, wurde vermutlich während der Fußballweltmeisterschaft importiert.

“Charakteristisch für eine Infektion mit Zika-Viren ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “lebensbedrohliche Verläufe dieser Erkrankung sind bislang nicht bekannt, allerdings ist das Virus noch wenig erforscht und in vielen Aspekten noch nicht vollständig verstanden.” Bis 2007 wurden nur einzelne Fälle von Zika-Virus-Infektionen in Afrika und Südostasien registriert. Seit seiner zunehmenden Ausbreitung in den letzten Jahren ist das Virus von der WHO als “Emerging Infectious Disease” klassifiziert.

Weil der Überträger des Zika-Virus, Stechmücken der Gattung Aedes, auch andere Erkrankungen wie Dengue- und Chikungunya-Fieber verbreitet, sollten Reisende auf konsequenten Mückenschutz achten – nicht nur in Südamerika, sondern in allen tropischen und subtropischen Regionen. Eine Impfung gegen Dengue-, Chikungunya oder Zika-Viren gibt es nicht. Um Mücken fern zu halten, empfiehlt das CRM Centrum für Reisenden helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit Repellents zu schützen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent, Schwangere sollten Produkte mit dem Wirkstoff Icaridin verwenden.

Quellen:

http://portalsaude.saude.gov.br/index.php/o-ministerio/principal/secretarias/svs/noticias-svs/20807-saude-divulga-dados-sobre-microcefalia

http://www.paho.org/hq/index.php?option=com_topics&view=article&id=427&Itemid=41484&lang=fr

http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/zika_virus_infection/Pages/index.aspx

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Influenza: Oktober und November sind die ideale Zeit für die Impfung

02.10.2015   Meldungen

Düsseldorf, Oktober 2015 – Mit der kalten Jahreszeit beginnt hierzulande die Grippe-Saison. Anders als ein grippaler Infekt, ist Influenza eine ernste Virusinfektion, die schwere und lebensbedrohliche Verläufe nehmen kann. In der Saison 2014/2015 mussten 31 000 Menschen aufgrund einer Influenza stationär behandelt werden, 274 Erkrankte starben. Gefährdet sind besonders ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen. Ein erhöhtes Risiko besteht auch in Einrichtungen, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, erst recht, wenn diese gesundheitlich geschwächt sind, wie es etwa bei vielen der nach Deutschland kommen-den Flüchtlinge der Fall ist. Deshalb ist die Impfung gerade auch für Bewohner, Mitarbeiter und freiwillige Helfer der Flüchtlingsunterkünfte wichtig, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit.

Zu den weiteren Personengruppen, denen in Deutschland eine Impfung gegen Influenza empfohlen wird, gehören außerdem Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere. “Ärzte, Pfleger und freiwillige Helfer, die in Flüchtlingsunterkünften, Heimen oder Kliniken arbeiten, sollten unbedingt auch selbst eine Impfung erhalten”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Sie schützen damit sowohl sich selbst, als auch die Menschen, die sie betreuen und die aufgrund von Krankheit oder eines geschwächten Allgemeinzustands anfälliger sind für die Viren und ein höheres Risiko haben, schwer zu erkranken.” In etwa 20 Prozent der Fälle verläuft die Influenza schwer, mit hohem Fieber bis hin zu einem akuten Atemnotsyndrom.

Die Influenza-Welle erreicht Deutschland meist um die Jahreswende. “Die beste Zeit, um sich impfen zu lassen, ist jetzt – im Oktober und im November”, so Jelinek. Denn der Schutz braucht rund 14 Tage, um sich aufzubauen. Gleichzeitig sollte die Immunisierung nicht zu früh erfolgen, denn die durch die Impfung aufgebauten Antikörper im Blut bauen sich mit der Zeit wieder ab.

Wie wirksam die Impfung vor einer Infektion schützt, hängt entscheidend davon ab, wie genau die im Impfstoff enthaltenen Virenstämme mit den in der Bevölkerung zirkulierenden Viren übereinstimmen. Da die Impfstoffproduktion weit vor der Grippe-Saison starten muss und sich Viren ständig verändern, ist keine exakte Übereinstimmung und damit auch keine 100-prozentige Schutzwirkung zu erreichen. In den meisten Saisons schützt die Impfung vor 40 bis 60 Prozent der Erkrankungen.

Die Impfstoffe für die kommende Influenza-Saison unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten gegenüber dem Impfstoff der vorangegangenen Saison. Gemäß den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation wurde der zum Influenzatyp A gehörende H3N2- Stamm und der Influenza B-Stamm neu hinzugefügt, der ebenfalls zum Influenzatyp A gehörende H1N1-Stamm bleibt gleich. Neben dem Impfstoff mit drei Komponenten, sind auch zwei vierwertige Impfstoffe mit einem weiteren Influenza B-Stamm zugelassen, um den Schutz vor Influenza B-Infektionen zu vergrößern. Geht es um einen möglichst breiten Schutz, sind diese quadrivalenten Impfstoffe grundsätzlich zu bevorzugen. So wird die aktuell noch anhaltende Influenzaepidemie in Australien im Wesentlichen durch einen Influenza B-Stamm verursacht, der nur in die quadrivalenten Impfstoffe aufgenommen ist.

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Erreger vermutlich während WM eingeschleppt: Zika-Virus erreicht Südamerika

15.07.2015   Meldungen

Düsseldorf, Juli 2015 – Es gilt als “kleiner Bruder” des Dengue-Virus: Das Zika-Virus. Bislang kam es vor allem im tropischen Afrika, in Südostasien und auf den pazifischen Inseln vor. Im Frühjahr 2015 wurden erstmals in Brasilien – und damit zum ersten Mal auf dem amerikanischen Kontinent – Infektionen mit dem Zika-Virus registriert. Bis Anfang Juli kam es landesweit zu 40 Erkrankungsfällen. Das Zika-Virus wird von Stechmücken der Gattung Aedes übertragen. Diese Insekten übertragen auch Dengue- und Chikungunya-Fieber. Beide Erkrankungen haben sich in den vergangenen Jahren weltweit stark verbreitet. Vor allem bei Reisen in tropische und subtropische Regionen sollten sich Urlauber konsequent vor Mückenstichen schützen, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.

Das Zika-Virus ließ sich in Brasilien bisher überwiegend in den nördlichen und nordöstlichen Bundesstaaten nachweisen. “Vermutlich wurde der Erreger während der Fußballweltmeisterschaft 2014 importiert”, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. “Weil die Überträgermücke in der Region angesiedelt ist, ist es wahrscheinlich, dass die Erkrankungszahlen weiter zunehmen werden.”

Das Zika-Virus gehört zu der Gattung der Flaviviren – ebenso wie etwa das Dengue-Virus. Charakteristisch für eine Infektion ist das Auftreten eines knotig-fleckigen Hautausschlages, begleitet von Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie einer Bindehautentzündung. Die Erkrankung ähnelt in ihren Symptomen dem Dengue- und dem Chikungunya-Fieber, verläuft aber deutlich milder, oft auch unbemerkt. Komplizierte Verläufe sind bei Infektionen mit dem Zika-Virus selten, Todesfälle nicht bekannt.

“Gerade weil der Überträger des Zika-Virus, die Tigermücke, auch andere Erkrankungen wie Dengue- und Chikungunya-Fieber verbreitet, sollten Reisende auf konsequenten Mückenschutz achten – nicht nur in Südamerika, sondern in allen tropischen und subtropischen Regionen”, betont Jelinek. Eine Impfung gegen Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren gibt es nicht. Um Mücken fern zu halten empfehlen die Experten des CRM Centrum für Reisemedizin Reisenden helle, möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und freie Hautstellen mit so genannten Repellents zu schützen. Dies sind chemische Substanzen, die Insekten abwehren. Für Aufenthalte in den Tropen und Subtropen eignen sich Mittel mit dem Wirkstoff DEET in einer Konzentration ab 30 Prozent.

Insbesondere Dengue- und Chikungunya-Fieber-Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren weltweit deutlich zugenommen. Grund dafür ist, dass der Überträgermücken der Gattung Aedes (Tigermücke) – sich zahlenmäßig und geografisch stark ausbreitet.
Dengue-Fieber tritt in fast allen Ländern der Tropen und Subtropen regelmäßig auf, auch in Südeuropa kommt es immer wieder zu einzelnen kleinen Ausbrüchen. Eine Untersuchung, die 2013 im Fachblatt Nature erschien, kommt zu dem Ergebnis, dass sich jedes Jahr weltweit etwa 390 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren und etwa 96 Millionen an Dengue-Fieber erkranken. Chikungunya-Fieber war viele Jahre überwiegend in Asien und Afrika bekannt. Im Dezember 2013 gelang dem Virus der Sprung über den Atlantik. Auf mehreren karibischen Inseln registrierten die Behörden Übertragungen. Seither breitet sich das Virus in Süd- und Mittelamerika rasant aus: Bis Anfang Juli 2015 sind laut Pan American Health Organization (PAHO) rund 1,5 Millionen Verdachts- und etwa 36 000 bestätigte Fälle aufgetreten.

Quellen:

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Europäische Impfwoche: Reisevorbereitungen für Impfauffrischung nutzen

22.04.2015   Meldungen

Düsseldorf, April 2014 – Malaria, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis – die Planung einer Fernreise nehmen Reisende oft zum Anlass, sich über tropische Infektionsgefahren zu informieren und durch Reiseimpfungen vorzusorgen. Manche Länder schreiben Impfungen – etwa die gegen Gelbfieber – für die Einreise sogar verpflichtend vor. Bei den für Deutschland empfohlenen Impfungen sind viele dagegen sorgloser: Umfragen zeigen, dass etwa die Hälfte der Deutschen ihren Impfstatus nicht kennt. Die reisemedizinische Vorsorge sollte deshalb immer auch zum Anlass genommen werden, den Standardimpfschutz zu prüfen und nachzuholen. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin zum Start der Europäischen Impfwoche der WHO hin.

“Weil viele Menschen nicht vollständig geimpft sind oder Impfungen nicht aufgefrischt wurden, können sich Erkrankungen, die durch Impfungen vermeidbar wären, wieder zunehmend ausbreiten”, warnt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. So ist die Zahl der Masernerkrankungen in diesem Jahr in Deutschland massiv angestiegen, ein Kind verstarb an der Infektion. Bis Mitte März registrierte das Robert Koch Institut 1252 Fälle, im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 78. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO), die Schutzimpfung gegen Masern im Kindesalter durchzuführen. Außerdem empfiehlt sie die Impfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nur einmal oder noch gar nicht gegen Masern geimpft sind. Denn insbesondere in dieser Gruppe gibt es deutliche Impflücken. “Doch auch bei anderen Infektionskrankheiten gibt es zu geringe Impfquoten, etwa bei der Influenza und Pneumokokken-Impfung”, so Jelinek. Beide Impfungen werden chronisch Kranken und Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

Dabei sind längst nicht alle Ungeimpften Impfgegner. “Oftmals ist die Tatsache, dass manche Standardimpfungen im Erwachsenenalter aufgefrischt werden sollten, gar nicht bekannt oder Termine zur Nachimpfung oder Impfauffrischung werden versäumt”, erläutert Jelinek. In einer Umfrage der Krankenkasse BKK Mobil Oil im Jahr 2013 gaben nur 39 Prozent der 995 Befragten an, ihren Impfstatus zu kennen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2008 eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach: Hier gaben 47 Prozent der Befragten, nicht genau zu wissen, ob und wogegen sie zurzeit geimpft sind. Und 53 Prozent achten nicht darauf, Impfungen regelmäßig auffrischen zu lassen.

“Wir empfehlen, den Status der für Deutschland empfohlenen Standardimpfungen beim Hausarzt zu prüfen und sich beraten zu lassen, welche der Impfungen nachgeholt oder aufgefrischt werden sollten”, sagt Jelinek. Aber auch die reisemedizinische Beratung sei hierfür eine gute Gelegenheit. “Das Wissen um gesundheitliche Risiken im Ausland, die sich aus den oft niedrigen hygienischen Standards oder durch tropische Infektionserreger ergeben, führt dazu, dass sich viele Menschen vor Reisen eher mit dem Thema Impfen beschäftigen. Deshalb sollten Ärzte in diesem Rahmen der reisemedizinischen Beratung immer auch auf die Bedeutung der Standardimpfungen aufmerksam machen.

Ist der Impfausweis nicht auffindbar oder verloren gegangen, sollte man versuchen, die Informationen zu bereits bestehenden Impfungen bei den Ärzten zu erfragen und dokumentieren zu lassen, bei denen man in den letzten Jahren geimpft wurde. Praxen sind verpflichtet, Unterlagen zehn Jahre lang aufzubewahren. Für manche Impfungen, etwa Masern, lässt sich auch per Blutuntersuchung nachweisen, ob eine Immunisierung besteht. Im Zweifel gilt man als ungeimpft. Empfohlene Impfungen sollten dann nachgeholt und ein neuer Impfpass ausgestellt werden.

Die zehnte Europäische Impfwoche der WHO findet vom 20. bis zum 25. April 2015 statt. Ziel ist es, über die Bedeutung von Impfungen zu informieren und die Impfraten in der Bevölkerung zu erhöhen.

Quellen:
http://www.presseportal.de/pm/53836/2563321/aktuelle-umfrage-nicht-mal-jeder-zweite-kennt-eigenen-impfstatus

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/epid_bull_form.html;jsessionid=B4511B724FD479E018577966E4A66308.2_cid372

http://www.ifd-allensbach.de/uploads/tx_reportsndocs/prd_0809.pdf

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Masernimpfung: niedrigschwellige Impfangebote statt Impfzwang

25.02.2015   Meldungen

Düsseldorf, Februar 2015 – Die Zahl der Masern-Erkrankungen in Deutschland steigt weiter an, in Berlin ist ein Todesfall aufgetreten. Eine Impfung schützt zuverlässig gegen die Krankheit. Dennoch sind viele in Deutschland nicht oder nicht vollständig geimpft. Mitunter meiden Menschen Impfungen bewusst. Oft versäumen sie jedoch schlicht Impfberatung und Impftermine, so Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Neben umfassender Information und Aufklärung könnten deshalb vor allem leicht zugängliche Angebote helfen, die Impfraten zu steigern.

Seit Anfang des Jahres registrierten Berliner Behörden alleine in der Hauptstadt 447 Masernfälle, mehr als in ganz Deutschland im vergangenen Jahr. Mehr als die Hälfte aller Fälle betreffen derzeit Jugendliche und junge Erwachsene, die ganz überwiegend nicht geimpft waren. “Masern sind eine schwere Systemerkrankung mit potentiell tödlichen Komplikationen”, warnt Professor Jelinek. Etwa jeder tausendste Patient entwickelt eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Gehirns. Eine der gefährlichsten Folgeerkrankungen ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis. Diese Entzündung des gesamten Gehirns kann noch vier bis zehn Jahre nach einer Masernerkrankung auftreten, sie verläuft fast immer tödlich. Da Masern nur im Menschen vorkommen, könnte die Infektion durch konsequente Impfungen sogar ausgerottet werden, so der CRM Experte: “Dennoch liegen die Durchimpfungsraten in Deutschland deutlich unter dem Niveau, das nötig wäre, um die Krankheit zuverlässig zurückzudrängen.”

Die aktuell diskutierte Einführung einer Impfpflicht sei jedoch wenig geeignet, um die Impfraten zu erhöhen: “Derartige Zwangsmaßnahmen provozieren oft eine Abwehrhaltung.” Neben der umfassenden Aufklärung über Impfungen müssten vor allem mehr Angebote geschaffen werden, die einen niedrigschwelligen Zugang zu Impfungen ermöglichen, so der Infektiologe. Erfahrungen aus der Reisemedizin zeigen, dass Impfberatungen vor allem dann angenommen werden, wenn sie leicht verfügbar und ohne großen Aufwand zugänglich sind – also beispielsweise ohne vorherige Terminvereinbarungen und auch samstags “Umfragen im Rahmen der reisemedizinischen Vorsorge zeigen, dass bis zu 42 Prozent der dort beratenen jungen Erwachsenen seit ihrer Kindheit nicht mehr beim Arzt waren und Standardimpfungen nicht aufgefrischt wurden”, so Jelinek. Auch die reisemedizinische Beratung sollte deshalb stets Anlass sein, Standardimpfungen wie die gegen Masern aufzufrischen und nachzuholen.

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Influenza-Welle: Impfung ist auch jetzt noch sinnvoll

23.02.2015   Meldungen

Düsseldorf, Februar 2015 – Die Zahl der Influenza-Erkrankungen in Deutschland steigt weiter an, vor allem in den letzten zwei Wochen haben die Infektionen stark zugenommen. Auch jetzt kann eine Impfung noch schützen – besonders Risikogruppen wie Senioren und Schwangere ist sie empfohlen. Der Impfstoff deckt zwar nicht alle Varianten des Influenza-Virus ab. Ein teilweiser Schutz ist jedoch besser als gar keiner, teilt das CRM Centrum für Reisemedizin mit. Der Immunschutz setzt bereits nach etwa ein bis zwei Wochen ein und hält dann in der Regel die ganze Saison.

Rund 18 300 labordiagnostisch bestätigte Fälle registrierte das Robert Koch-Institut seit Beginn der Saison im Oktober 2014 bis Mitte Februar 2015. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer von Erkrankungen, die nicht im Labor bestätigt wurden.

Der derzeit verwendete Impfstoff gegen Influenza besteht aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Virustypen. Die Zusammensetzung wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) festgelegt. Er ist in diesem Jahr jedoch nur eingeschränkt wirksam. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich ein Subtyp des Influenza A-Virus, H3N2, seit der Herstellung der Vakzine verändert hat und nicht mehr mit der im Impfstoff enthaltenen Variante übereinstimmt. Der H3N2-Stamm zirkuliert derzeit besonders stark in der Bevölkerung.

“Trotz der eingeschränkten Wirksamkeit ist eine Impfung dennoch empfehlenswert – denn der Impfstoff schützt zwar nicht optimal gegen den H3N2-Stamm, jedoch gegen viele andere Varianten des Influenza-Virus, die ebenfalls in Umlauf sind”, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Insbesondere Risikogruppen wird dieser Schutz empfohlen: Menschen ab 60 Jahre, chronisch Kranken, Schwangeren und Personal von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Der Immunschutz setzt bereits nach etwa ein bis zwei Wochen ein und hält dann in der Regel die ganze Saison.

Neben dem von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlten Impfstoff stehen weitere Vakzinen gegen Influenza zu Verfügung. So ist diese Saison unter anderem auch ein Impfstoff zugelassen, der Antigene von vier statt den sonst üblichen drei Saatviren beinhaltet und damit einen breiteren Schutz bietet. Für Senioren gibt es ein Serum mit Wirkverstärker, das die schwächere Immunabwehr älterer Menschen aktivieren soll. Für Kinder empfiehlt das Robert Koch-Institut ein als Nasenspray anzuwendenden Impfstoff. Menschen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, können einen Impfstoff erhalten, der nicht in Hühnerembryos, sondern in Zellkulturen produziert wurde.

“Patienten können also individuell beraten und mit dem für sie am besten geeigneten Grippeimpfstoff versorgt werden”, erklärt Jelinek. “In der Praxis jedoch stehen diese Produkte jedoch leider nicht immer allen Versicherten zur Verfügung, da in vielen Regionen Impfstoffe über Ausschreibungsverträge ausgewählt und dann weitgehend exklusiv angeboten werden. Das derzeit starke Infektionsgeschehen zeigt, wie groß der Bedarf hochwertiger und effektiver Vakzinen ist”, so Jelinek. “Die verringerte Wirksamkeit des aktuellen Impfstoffs aufgrund von Virenmutationen ist ein nicht zu vermeidendes Problem, sollte jedoch nicht vom Impfen abhalten.”

Die saisonale Grippewelle führt in der Regel jedes Jahr zu Millionen Arztbesuchen und Tausenden Todesfällen. Im Unterschied zu grippalen Infekten, ist Influenza eine ernstzunehmende Virusinfektion, die insbesondere bei älteren Menschen und bei Menschen mit Grunderkrankungen einen schweren und sogar lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann. Häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung.

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